Medizinische Behandlung von Akne inversa
Die medizinische Behandlung von Akne inversa wird anhand der Krankheitslast festgelegt, die sowohl die Aktivität der Erkrankung als auch deren Einfluss auf die Lebensqualität umfasst. Um die Schwere der Erkrankung sowie den Erfolg der Therapie zu bewerten, werden bei jeder Konsultation verschiedene Bewertungssysteme herangezogen. Zu den häufig verwendeten zählen das International Hidradenitis Suppurativa Severity Score System (IHS4), der Hurley-Score, die Numeric Rating Scale (NRS) und das Physician’s Global Assessment (PGA).
Wie bei vielen entzündlichen Hauterkrankungen sind auch bei der Therapie von Akne inversa die Ursachen ausschlaggebend. Faktoren wie Adipositas und Rauchen können die Krankheitsaktivität zudem verstärken. In der initialen Behandlungsphase werden bei Akne inversa insbesondere bei akuten Entzündungen Antibiotika eingesetzt, da sie Infektionen bekämpfen und Entzündungen reduzieren. Zusätzlich sind antiseptische Lösungen oder medizinische Waschlotionen empfehlenswert, um die Haut von außen frei von Bakterien zu halten.
Immunmodulierende Ansätze oder hormonelle Therapie
Wenn Du unter starken oder anhaltenden Symptomen leidest, könnte eine hormonelle Therapie eine geeignete Behandlung für Akne inversa sein. Sie zielt darauf ab, hormonelle Schwankungen zu regulieren, die oft zu einer Verschlechterung der Symptome führen.
Bei schweren Krankheitsverläufen können auch Biologika verordnet werden, die gezielt Entzündungsprozesse im Körper blockieren. Sollte eine systemische Antibiotikatherapie also nicht den gewünschten Erfolg zeigen oder zu schnellen Rückfällen führen, wird bei mittelschweren bis schweren Verläufen seit 2015 der zugelassene Antikörper Adalimumab eingesetzt.
Chirurgische Eingriffe
Nicht immer lässt sich die Frage „Akne inversa, was hilft?“ nur mit einem medikamentösen Behandlungsansatz beantworten. Manche Betroffene erfahren keine zufriedenstellende Besserung oder effektive Symptomkontrolle durch Medikamente allein. Daher bleibt ein chirurgischer Eingriff oft ein wesentlicher Teil der Akne-inversa-Behandlung, insbesondere in Kombination mit einer systemischen Therapie.
Zwingende Indikationen für chirurgische Eingriffe sind das Vorhandensein von Fisteln, Hautverengungen aufgrund von Narbenkontrakturen, der Verdacht auf bösartige Veränderungen sowie schwere Gewebezerstörungen.
Behandlungen mit Radiofrequenz
Moderne Therapien können neue Antworten auf die Frage, was bei Akne inversa hilft, liefern, darunter eine Akne-inversa-Behandlung als Kombination aus intensiv gepulstem Licht und Radiofrequenz. Diese Behandlungsform wurde 2017 für alle Schweregrade zugelassen und erzielt besonders in den Hurley-Stadien I und II gute Ergebnisse. Die Methode ist derzeit die einzige, bei der eine langanhaltende Wirkung in Kombination mit medikamentösen Behandlungen wissenschaftlich belegt wurde. Weiterhin werden Laserbehandlungen wie CO2-Laser hauptsächlich als Alternative zur Operation eingesetzt.