Akne

Inhaltsverzeichnis

Welche Antibiotika wirken gegen Akne?

Zu einem ganzheitlichen Ansatz bei der Behandlung von gewöhnlicher Akne (Akne vulgaris) gehören neben dem richtigen Lebensstil, einer für Akne geeigneten Ernährung (Verzicht auf Milch, Zucker und Lebensmittel mit hohem Glykämischen Index) sowie möglichen Nahrungsergänzungsmitteln auch die dermatologische Behandlung mit klinisch geprüften Wirkstoffen. Neben Retinoiden (Vitamin-A-Derivate) und Wirkstoffen wie Benzoylperoxid (BPO) oder Azelainsäure nehmen hierbei auch verschreibungspflichtige Antibiotika als Creme oder Tabletten eine wichtige Rolle ein.

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Wie wirken Antibiotika gegen Akne?

Antibiotika wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Sie wirken den Aknebakterien (Propionibacterium acnes – P.acnes) entgegen, indem sie die Bakterien an der Bildung überlebenswichtiger Eiweiße hindern, sodass sie entweder absterben oder problemlos vom Immunsystem des Körpers abgetötet werden können. Durch die antibakterielle und antiinflammatorische (entzündungshemmend) Wirkung sind Antibiotika vor allem bei entzündlicher Akne wirksam. Bei nicht-entzündlicher Akne sind hingegen komedolytische (Mitesser auflösende) Wirkstoffe wie Benzoylperoxid (BPO) oder Retinoide effektiver. 

Wie lässt sich Akne mit Antibiotika behandeln?

Welche Antibiotika gegen Akne zum Einsatz kommen, hängt immer von der Art der Behandlung und von der Schwere der Erkrankung ab. 

Äußere Behandlung von Akne mit Antibiotika-Cremes

Akne vulgaris lässt sich in den meisten Fällen sehr gut topisch (äußerlich) mit wirkstoffhaltigen Cremes und Gels behandeln. Wenn hierfür Antibiotika-Cremes zum Einsatz kommen, setzen Dermatologen vor allem auf Clindamycin, Erythromycin und Tetracycline. Der Einsatz von Clindamycin hat sich besonders bewährt, da es die Aknebakterien sehr effektiv bekämpft und dadurch bei entzündlichen Akneformen sehr schnell wirksam ist. Wie oft und über welchen Zeitraum die Antibiotika-Creme angewendet werden sollte, ist dabei immer von der Wirkstoffkombination und der Reaktion der Haut abhängig. 

Wichtig: Da die Cremes oft über einen längeren Zeitraum (max. 3 Monate) angewendet werden, müssen die Antibiotika mit Basistherapeutika wie Benzoylperoxid (BPO) oder Retinoiden kombiniert werden. Andernfalls gewöhnen sich die Bakterien mit der Zeit an den Wirkstoff und die Wirkung lässt nach. In diesem Fall spricht man auch von einer “Resistenz”. Damit die Aknebehandlung mit Cremes auch über einen längeren Zeitraum effektiv bleibt, sollten die Wirkstoffe zudem regelmäßig an das Stadium der Akne und die Behandlungsfortschritte angepasst werden. Leider ist Akne bislang nicht vollständig heilbar und es kann auch nach dem Abheilen der Symptome immer wieder zu Hautunreinheiten kommen. Eine Erhaltungstherapie kann jedoch dabei helfen, die Akne langfristig auf ein Stadium zu reduzieren, das einer Heilung nahe kommt

Behandlung mit Antibiotika-Tabletten bei schwerer Akne

In seltenen Fällen von schwerer Akne kann die äußere Behandlung mit Cremes nicht ausreichen, um die Symptome zu lindern. Hier wird zusätzlich innerlich mit dem Retinoid Isotretinoin oder Antibiotika-Tabletten behandelt. Als Antibiotika kommen dabei vor allem Minocyclin und Doxycyclin zum Einsatz. In den meisten Fällen führen Antibiotika-Tabletten nach einem Zeitraum von zwei bis sechs Wochen zu ersten sichtbaren Verbesserungen des Hautbilds.

Welche Nebenwirkungen können bei einer Antibiotikatherapie auftreten?

Die möglichen Nebenwirkungen von Antibiotika sind immer davon abhängig, ob mit Cremes oder Tabletten behandelt wird. Bei einer äußeren Behandlung treten zu Beginn häufig Rötungen oder leichte Hautschuppung auf, da sich die Haut erst an den Wirkstoff gewöhnen muss - nach ca. 2 Wochen lassen diese jedoch bereits nach. Bei einer Behandlung mit Tabletten können die Nebenwirkungen je nach Antibiotikum stärker ausfallen, weshalb diese Methode nur gewählt werden sollte, wenn keine topische Therapie möglich ist. 

Jeder Mensch ist unterschiedlich und so kann auch die Reaktion auf Antibiotika jeweils anders ausfallen. Das trifft auf die Wirkung, aber auch auf die Nebenwirkungen zu. Hauptsächlich sind die möglichen Nebenwirkungen von der jeweiligen Antibiotika-Klasse abhängig. Während Clindamycin häufiger Darmprobleme nach sich zieht, kann es bei Minocyclin in seltenen Fällen zu Hyperpigmentierungen kommen. Doxycyclin kann hingegen die Lichtempfindlichkeit erhöhen. Die Erfahrungsberichte vieler Patienten zeigen aber auch, dass eine Antibiotikatherapie gänzlich ohne Nebenwirkungen und Beschwerden verlaufen kann. 

Können Antibiotika Akne verursachen?

Eine Sonderform der Akne ist die Akne medicamentosa. Dabei kommt es zu einer akneähnlichen Reaktion der Haut auf bestimmte Medikamente und Ergänzungsmittel. Festgestellt wurden solche Reaktionen unter anderem bei verschiedenen Steroiden, Schmerzmitteln, Antidepressiva, brom- und chlorhaltigen Medikamenten, Vitamin-Präparaten sowie bei Krebsimmuntherapien mit Cetuximab. In Einzelfällen wurden zwar auch Tetracycline als Verursacher vermutet, normalerweise kommt die Akne medicamentosa bei Antibiotika jedoch nicht vor. 

Akne-Antibiotika: Was sind Fixkombinationen?

Viele Akne-Medikamente und Wirkstoffe sind besonders wirksam, wenn sie mit anderen Wirkstoffen kombiniert und direkt in dieser Verbindung angewendet werden. Im Fall der Antibiotika werden vor allem Kombinationen aus Clindamycin mit Benzoylperoxid (BPO) oder Tretinoin eingesetzt. Da ein Therapiebeginn mit zu hoher Konzentration zu Hautirritation führen kann, solltest Du die Wirkstoffkonzentrationen von einem Dermatologen individuell auf Dich anpassen lassen. Dadurch können auch unterstützende Wirkstoffe wie Niacinamid beigemischt werden.

Was muss ich während einer Antibiotikatherapie beachten?

Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline können die Lichtempfindlichkeit des Körpers stark erhöhen. Daher solltest Du besonders darauf achten, Dich während der Behandlungsdauer keiner zu starken UV-Strahlung auszusetzen und auch bei bewölktem Himmel ausreichenden Sonnenschutz zu verwenden, da auch abgeschwächte UV-Strahlung noch eine starke Wirkung auf die Haut haben kann. Antibiotikatherapien sind deshalb auch häufig nicht mit einer Lichttherapie oder Besuchen im Solarium vereinbar. Einige Antibiotika können zudem nicht während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit eingenommen werden – diese Punkte wird Dein Dermatologe mit Dir besprechen, bevor Antibiotika gegen Akne verschrieben werden.

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