Die Retinoid-Familie: von mild bis stark
Retinoide unterscheiden sich vor allem in ihrer Wirkungsweise. Einige sind frei erhältlich, andere werden ausschließlich ärztlich verordnet. Welche Form der Retinoide für Dich am besten passt, hängt von Deinem Hauttyp, Deinen Hautbedürfnissen und der Verträglichkeit ab.
Die mildeste Form der Retinoide nennt sich Retinyl-Ester. Sie müssen in der Haut erst mehrere Umwandlungsschritte durchlaufen, bevor sie ihre Wirkung entfalten. Daher eignen sie sich besonders für empfindliche Haut oder für Menschen, die ihre Haut langsam an Vitamin-A-Wirkstoffe heranführen möchten. Häufig sind Retinyl-Ester in kosmetischen Pflegeprodukten enthalten.
Retinol ist das bekannteste (rezeptfreie) unter den Retinoiden. Es wird häufig eingesetzt, um das Hautbild zu verfeinern und leichte Unreinheiten zu verbessern. Auch Retinol muss in unserem Körper (auf der Haut) erst umgewandelt werden. Für viele Menschen ist Retinol ein guter Einstieg in die Retinoid-Hautpflege.
Retinal (Retinaldehyd) benötigt nur einen Umwandlungsschritt auf der Haut bis zur biologisch aktiven Form und wirkt daher schneller und intensiver als Retinol. Es ist nicht verschreibungspflichtig und bietet oft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wirksamkeit und Verträglichkeit.
Tretinoin ist die biologisch aktivste Form der Retinoide und in Deutschland verschreibungspflichtig. Es wird vor allem zur Behandlung von Akne eingesetzt, sowie bei lichtbedingter Hautalterung. Aufgrund seiner starken Wirkung sollte Tretinoin immer nach ärztlicher Empfehlung angewendet werden.
Eine Sonderstellung haben die Retinoide Adapalen und Isotretinoin: Adapalen wurden speziell für die Behandlung von Akne entwickelt und wirken gezielt gegen die Entstehung von Mitessern und Entzündungen. Isotretinoin dagegen kann als Tablette eingenommen werden und kommt nur bei schweren Akne-Formen infrage.