Retinol

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Welche Wirkung hat Retinol auf die Haut?

Ob gegen Akne, gegen Pickel oder gegen Falten – Retinol wird häufig als echtes “Wundermittel” für die Haut angepriesen. Wir sagen Dir, welchen Einfluss der Wirkstoff auf Dein Hautbild hat, wie Du Retinol-Cremes richtig verwendest und warum Retinol heutzutage in Anti-Aging-Kosmetik eine wesentlich größere Rolle spielt als bei der Behandlung von Akne.

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Was ist Retinol?

Der Wirkstoff Retinol ist eine Form von Vitamin A, der gerne in Hautpflege- und Anti-Aging-Produkten eingesetzt wird. Da es häufig Verwirrung rund um die Begriffe Retinol, Retinal und Retinoide gibt, wollen wir Dir als Erstes die Unterschiede zeigen: 

  1. Zunächst gibt es Retinol-Vorstufen (Retinol-Ester). Vielleicht hast Du hier schon von Retinyl Palmitate oder Retinyl Linoleate gehört – sie sind zwar weniger wirksam als Retinol, dafür aber sehr milde zur Haut und werden deshalb ebenfalls viel in frei verkäuflichen Hautpflegeprodukten verarbeitet.
  2. Die Vorstufen werden in der Haut in reines Retinol umgewandelt. In Deutschland sind Produkte wie eine Creme oder ein Serum mit Retinol-Konzentrationen bis 1 % frei verkäuflich.
  3. In einem Zwischenschritt wird das Retinol in Retinal (Retinaldehyd) umgewandelt und anschließend zu aktiver Retinsäure (Vitamin-A-Säure), die Du vielleicht in Form des Retinoids (= Vitamin-A-Derivat) Tretinoin kennst. Je höher die Konzentration des Retinols ist, desto mehr davon kann in Retinsäure umgewandelt werden.

Dieser mehrstufige Umwandlungsprozess ist auch der Grund für die unterschiedliche Wirksamkeit der einzelnen Retinol-Varianten: Da die Retinol-Vorstufen und Retinol selbst drei bzw. zwei Umwandlungsschritte benötigen, um zu Retinsäure zu werden, geht auf diesem Weg auch immer ein Teil der Wirkung verloren. Tretinoin wird stattdessen direkt in Form von Retinsäure angewendet und hat dadurch eine wesentlich stärkere Wirkung, weshalb es auch nicht in gewöhnlichen Kosmetikprodukten vorkommt und Du Tretinoin-Präparate in Deutschland nur verschreibungspflichtig in der Apotheke kaufen kannst. Grundsätzlich gilt: Je höher die Retinol-Konzentration ist, desto stärker ist auch die Wirkung. Eine höhere Konzentration birgt aber gleichzeitig auch ein höheres Risiko für Hautreizungen. 

Was ist ein Retinol-Serum?

Während die meisten Wirkstoffe in der Kosmetik und auch bei der Aknebehandlung in Form von Cremes oder Gelen angewendet werden, liest man in Verbindung mit Retinol auch häufiger den Begriff “Serum”. Dabei handelt es sich meistens um relativ hoch dosierte Varianten, die an ein Öl erinnern, und häufig nur in einer Menge von 1 bis 2 Pipetten-Füllungen pro Anwendung benutzt werden. Wir raten Dir dazu, mit einem Retinol-Serum vorsichtig zu sein, da es unter Umständen starke Hautreizungen verursachen kann – insbesondere, wenn Deine Haut noch nicht an den Wirkstoff gewöhnt ist. 

Welche Wirkung hat Retinol auf die Haut?

Auch, wenn die Unterschiede zwischen den einzelnen Varianten zunächst etwas überfordernd sein können, die Wirkung von Retinol spricht für sich. Das sehr breite Wirkungsspektrum umfasst dabei unter anderem folgende Eigenschaften: 

  • Verfeinerung vergrößerter Poren
  • Reduzierung von Falten
  • Regulierung fettiger Haut
  • Abschwächen von (Akne-)Narben
  • Verblassen von Hyperpigmentierungen (Pigmentflecken)

Vielleicht hast Du im Kontext mit Retinol auch schon gelesen, dass es den Aufbau der Hautstruktur unterstützt und dadurch auch effektiv gegen Akne und Hautunreinheiten wirken kann. Was damit gemeint ist: Retinol stimuliert die Neubildung von Hornzellen und ist auch an vielen weiteren Wachstumsprozessen der Hautzellen beteiligt. Zudem unterstützt es die sogenannte Kollagensynthese (Kollagenaufbau). Da das Kollagengerüst in den unteren Hautschichten für die Flexibilität der Haut sorgt, wird so die gesamte Struktur gestärkt. 

Wieso hat Retinol eine Anti-Aging-Wirkung?

Ein Teil dieser Effekte ist auch mit dafür verantwortlich, dass Retinol gegen Falten wirkt, die Haut “erneuert” und dadurch eine Anti-Aging-Wirkung hat. Dass Deine Haut durch Retinol frischer und glatter aussieht, ist dabei auf folgende Wirkungen zurückzuführen: 

  • Regeneration der Haut durch Neubildung von Hornzellen (Korneozyten)
  • Höhere Hautelastizität (= weniger Falten) durch stärkere Kollagen-Produktion
  • Langsamere Hautalterung durch antioxidativen Effekt

Zum letzten Punkt: Da Retinol bzw. Vitamin A ein sogenanntes Antioxidans ist, wirkt es aktiv freien Radikalen entgegen. Das ist eine Molekülart, die sich unter anderem durch UV-Strahlung in der Haut bildet, sich dort mit den Fetten verbindet und die Zellen schädigen kann. Retinol und andere Antioxidantien (z.B. Vitamin C, Vitamin E) können die freien Radikale gezielt an der Oxidation hindern und dadurch die Zellen schützen. Das Ergebnis: Deine Haut altert langsamer und es entstehen weniger Falten. 

Warum wird Akne nicht (mehr) mit Retinol behandelt?

Mit diesem breiten Wirkungsspektrum klingt Retinol natürlich wie das prädestinierte Mittel für die Behandlung von Akne und Hautunreinheiten. Und während der Wirkstoff vor allem in frei verkäuflichen Anti-Pickel-Mitteln nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, kommt er bei Dermatologen nur noch selten zum Einsatz. Der einfache Grund: Mit Retinoiden (z. B. Tretinoin, Adapalen) steht eine deutlich wirksamere (und schneller wirksame) Variante von Vitamin-A(-Säure) zur Verfügung, die sich bei der Behandlung von Akne seit Jahrzehnten bewährt hat. 

Diese topischen (äußerlichen) Retinoide sind verschreibungspflichtig und lassen sich sehr gut in Cremes oder Gelen verarbeiten. Dadurch sind sie auch optimal für einen ganzheitlichen Behandlungsansatz geeignet, bei dem Du die äußerliche Behandlung der Akne mit klinisch geprüften Wirkstoffen durch gezielte Anpassungen Deiner Hautpflege, Deiner Ernährung und Deines Lebensstils unterstützt.

Wie verwende ich Retinol bei der Hautpflege? 

Egal ob Du eine (Gesichts-)Creme oder ein Retinol-Serum verwendest – zu Beginn ist Deine Haut noch nicht an den Wirkstoff gewöhnt. Damit es deshalb nicht zu Hautreizungen kommt, ist es sinnvoll, wenn Du Schritt für Schritt auf die dauerhafte Benutzung hinarbeitest. Das bedeutet: Du startest am besten mit einer niedrigen Konzentration (< 0,3 %) und benutzt die (Gesichts-)Creme, das Serum oder andere Produkte nur 1 bis 2-mal pro Woche. Unser Tipp: Teste den Wirkstoff zuerst an einer Stelle an Deinem Unterarm und warte die Reaktion Deiner Haut ab – so kannst Du eine mögliche Unverträglichkeit im Voraus ausschließen. 

Wenn Deine Haut das Retinol gut verträgt, kannst Du die Produkte zunächst alle zwei Tage abends auftragen und mit der Zeit auch jeden Abend benutzen. Wenn Dir die Wirkung dennoch zu schwach vorkommt, kannst Du damit anfangen, eine höhere Retinol-Dosis zu verwenden. Da jede Haut anders ist und dadurch auch anders reagieren kann, lassen sich hier nur schwer allgemeingültige Empfehlungen geben. Am besten lässt Du Dich deshalb von einem Dermatologen beraten – grundsätzlich gilt aber: Besser zu langsam als zu schnell steigern und so die Haut schonen. 

Wichtig ist vor allem, dass Du Produkte wie ein Retinol-Serum oder eine Gesichtscreme immer abends aufträgst, da der Wirkstoff sehr empfindlich gegen UV-Strahlung ist. Gleichzeitig macht er auch Deine Haut lichtempfindlicher, weshalb Du immer darauf achten solltest, dass Du Deine Haut gut vor Sonne schützt und selbst an bewölkten Tagen einen Sonnenschutz mit LSF 50 aufträgst. 

Welche Nebenwirkungen kann Retinol hervorrufen?

Auch bei den Nebenwirkungen gilt: Jede Haut ist anders. Ob und wie stark Nebenwirkungen auftreten, kann also immer unterschiedlich sein und ist auch stark abhängig von der Konzentration Deiner Retinol-Produkte. Vor allem bei höheren Konzentrationen (ab 0,3 %) können unter Umständen folgende Hautreizungen entstehen: 

  • Trockene Haut
  • Leichte Rötungen
  • Leichtes Abschälen

Häufig lassen sich die Nebenwirkungen auch nur in den ersten Tagen beobachten und sie gehen schnell zurück, sobald sich Deine Haut an das Retinol gewöhnt hat. Stärkere Hautirritationen können aber auch ein deutlicher Hinweis dafür sein, dass die Retinol-Konzentration zu hoch für Deine Haut ist. Wenn Du Dir unsicher bist oder Dir etwas ungewöhnlich vorkommt, unterbrichst Du die Verwendung am besten und fragst zunächst einen Dermatologen um Rat. 

Häufig lassen sich die genannten Nebenwirkungen auch gut lindern, wenn Du regelmäßig eine Feuchtigkeitscreme benutzt. Wichtig ist dabei, dass die Creme auf Wasserbasis hergestellt wird und keine komedogenen (Mitesser verursachenden) Inhaltsstoffe enthält. 

Kann ich Retinol-Cremes während der Schwangerschaft benutzen?

Vor allem für Produkte, die eine höhere Retinol-Konzentration aufweisen (z. B. Retinol-Serum) konnte bisher nicht abschließend bewiesen werden, ob sie während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit womöglich negative Folgen für das ungeborene Kind haben könnten. Dermatologen raten deshalb grundsätzlich davon ab, während dieser Zeit mit Retinol zu behandeln.

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