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Wie wirken Isotretinoin-Tabletten gegen Akne?

Isotretinoin gehört mit zu den wirksamsten Mitteln gegen schwere Akne-Formen – von Dermatologen wird der Wirkstoff dennoch nur im Notfall verschrieben. Wir sagen Dir, was die Gründe dafür sind, welche Risiken es gibt und weshalb Du es zunächst mit einem ganzheitlichen Ansatz versuchen solltest, bevor Du Dich für Isotretinoin-Tabletten gegen Akne entscheidest.

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Was ist Isotretinoin?

Der Wirkstoff Isotretinoin gehört zu den Retinoiden (Vitamin-A-Derivate), kommt auch natürlicherweise im Körper vor und sorgt unter anderem für ein schnelleres Zellwachstum. Da es gleichzeitig auf mehrere auslösende Faktoren von Akne und Hautunreinheiten wirkt, ist es eines der effektivsten Mittel bei schwerer Akne. Im Gegensatz zu topischen Retinoiden wie Tretinoin oder Adapalen wird es dabei jedoch nicht mithilfe von Cremes oder Gelen auf die Hautstellen auftragen, sondern in Form von Tabletten eingenommen. 

Wie wirkt Isotretinoin gegen Akne?

Die Wirkung von Isotretinoin lässt sich grob in zwei unterschiedliche Phasen unterteilen: Während in der ersten Phase Veränderungen an den Talgdrüsen (Hautfettdrüsen) und Haarfollikeln induziert werden, folgt in der zweiten Phase die verstärkte Produktion von Strukturkomponenten (z. B. Kollagen) innerhalb der Haut. Dadurch ergibt sich für die Einnahme von Isotretinoin-Tabletten ein sehr breites Wirkungsspektrum: 

  • Reduktion bzw. Normalisierung der Talgproduktion
  • Beseitigung von Verhornungsstörungen
  • Stimulation der Hautzellen-Neubildung
  • Bekämpfung der Bakterienansiedlung
  • Linderung von Entzündungen

Isotretinoin gehört damit zu den Akne-Medikamenten, die einen direkten Einfluss auf die Talgproduktion haben. Es wirkt dadurch aktiv gegen einen der Hauptauslöser von Akne. Durch die reduzierte Talgproduktion kommt es zu weniger Verstopfungen in den Talgausflussgängen und es entstehen weniger Mitesser (Komedonen). 

Da Isotretinoin besonders das Wachstum der Zellen in den oberen Hautschichten (Epidermis) anregt, lockert es die Hornschicht und führt zu einem Abschälen der Haut. Besonders deutlich wird dieser Effekt während dem sogenannten “skin purging”: In den ersten Wochen kommt es zu einer scheinbaren Verschlechterung des Hautbildes, da die Haut zur Regeneration “aufblüht” und so auch kleinste Mitesser sehr sichtbar werden. Dabei handelt es sich aber nicht um eine Nebenwirkung, sondern um ein Anzeichen dafür, dass die Behandlung bei Dir gut anschlägt. 

Wie wird Akne mit Isotretinoin-Tabletten behandelt?

Zwar kann Isotretinoin bei leichterer Akne auch äußerlich (topisch) in Form von Cremes oder Gelen angewendet werden, wesentlich öfter kommt es jedoch in Tablettenform bei der innerlichen (systemischen) Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Akne zum Einsatz.

Die anfängliche Tablettendosis beträgt dabei im Normalfall täglich 0,5 Milligramm Isotretinoin pro Kilogramm Körpergewicht. Sollte diese Menge nicht anschlagen, kann sie vom Dermatologen auf bis zu 1 Milligramm täglich erhöht werden. Die anfängliche Dosis wird zunächst über einen Zeitraum von 4 Wochen getestet und, insofern sie richtig anschlägt, über die Zeit von 2 bis 3 Monaten beibehalten. Wenn die Behandlung erfolgreich verläuft, wird sie jeden Monat um 0,1 Milligramm auf eine langfristige Erhaltungsdosis zwischen 0,05 und 0,1 Milligramm täglich reduziert. 

Da jede Haut anders ist, kann die gesamte Behandlungszeit immer variieren. Als Therapiedauer werden grundsätzlich zwar 15 - 20 Wochen angesetzt, Erfahrungen haben aber gezeigt, dass häufig ein erster Behandlungszyklus von ca. 6 Monaten nötig ist, der anschließend durch einen zweiten Behandlungszyklus ergänzt wird. Erste positive Ergebnisse kannst Du aber häufig schon nach ca. 4 Wochen beobachten. 

Welche Nebenwirkungen kann Isotretinoin hervorrufen?

Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen, gehört eine Isotretinoin-Therapie grundsätzlich zu den Behandlungsmethoden, die erst genutzt werden, wenn andere Methoden keine ausreichende Wirkung gezeigt haben. Falls Du also noch keine anderen Behandlungsmethoden ausprobiert hast, raten wir Dir zunächst zu einer weniger aggressiven Therapie mit einem ganzheitlichen Ansatz. Dabei verschreibt Dir Dein Dermatologe zunächst Medikamente in Creme- oder Gel-Form, deren Anwendung Du durch gezielte Anpassungen Deiner Ernährung, Deiner Hautpflege und Deines Lebensstils bestmöglich unterstützt. 

Auch wenn eine Isotretinoin-Therapie häufig in Verbindung mit Stimmungsschwankungen und Depressionen gebracht wird, konnte dieser Zusammenhang bisher nicht wissenschaftlich bewiesen werden. Erfahrungen haben aber gezeigt, dass unter anderem folgende Nebenwirkungen vorkommen können: 

  • Trockene Haut, Rötungen und Abschuppung
  • Trockene Schleimhäute
  • Lippenentzündungen
  • Juckende Haut
  • Vorübergehende Blutbildveränderungen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit

Da es zusätzlich auch einige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gibt, ist eine Isotretinoin-Behandlung bei Dir nicht möglich, sobald mindestens einer der folgenden Punkte auf Dich zutrifft: 

  • Du bist schwanger, stillst oder planst, in naher Zukunft schwanger zu werden
  • Du hast eine Leber- oder Nierenerkrankung
  • Du nimmst Medikamente aus der Antibiotika-Gruppe der Tetracycline ein (Wechselwirkung kann Hirndruck steigern)
  • Du nimmst bereits andere Vitamin-A-Präparate ein (Risiko für Überdosierung)
  • Du führst gleichzeitig eine Art der Lichttherapie durch (erhöhte Lichtempfindlichkeit)

Isotretinoin-Tabletten sind deshalb ausschließlich verschreibungspflichtig in der Apotheke erhältlich und werden nur nach einem ausführlichen Vorgespräch mit einem Dermatologen, unter Ausschluss aller möglichen Risiken (z. B. bestehende oder geplante Schwangerschaft) und in Kombination mit regelmäßigen ärztlichen Kontrollen verschrieben. 

Welche Risiken hat Isotretinoin während einer Schwangerschaft?

Auch wenn Mitesser und Pickel während dieser Zeit kein seltenes Phänomen sind, darf Akne während der Schwangerschaft oder Stillzeit unter keinen Umständen mit Isotretinoin behandelt werden. Der Wirkstoff hat in Tablettenform eine teratogene (fruchtschädigende) Wirkung und kann dadurch erhebliche Langzeitfolgen beim Kind verursachen. Im Rahmen des Vorbereitungsgesprächs für eine Isotretinoin-Behandlung muss deshalb auch immer eine bestehende oder geplante Schwangerschaft ausgeschlossen werden, weshalb vor der ersten Verschreibung auch häufig ein negativer Schwangerschaftstest vorliegen muss.

Kann ich während der Isotretinoin-Behandlung mit der Anti-Baby-Pille verhüten?

Studien haben gezeigt, dass Du auch während der Einnahme von Isotretinoin problemlos mit hormonellen Mitteln verhüten kannst, ohne dass eine der Wirkungen nachlässt. Gezeigt wurde das sowohl für hormonelle Verhütungsmittel auf Progesteron-Basis als auch bei kombinierten Anti-Baby-Pillen. 

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