Die 6 häufigsten Ursachen von Erwachsenenakne
Erwachsenenakne entsteht fast nie durch einen einzelnen Auslöser. In den meisten Fällen kommen mehrere Faktoren zusammen. Allen voran Hormone, Stress, Ernährung und äußere Einflüsse. Genau diese Kombination macht Akne im Erwachsenenalter oft so hartnäckig.
Hormonelle Schwankungen - der Hauptverdächtige
Hormonelle Veränderungen sind der häufigste Grund für Akne im Erwachsenenalter. Entscheidend sind dabei nicht zu viele Hormone, sondern ein Ungleichgewicht. Androgene (männliche Hormone wie Testosteron) stimulieren die Talgproduktion und die Verhornung der Poren. Gerät das Gleichgewicht aus der Balance, entstehen verstopfte Poren und Entzündungen.
Häufige hormonelle Auslöser:
Absetzen der Pille:
Der Körper muss die eigene Hormonproduktion wieder hochfahren. Etwa 50 % der Frauen entwickeln eine Post-Pill-Akne. Dieser Prozess kann 6 bis 24 Monate dauern.
Menstruationszyklus:
Rund 70 % der Frauen mit Erwachsenenakne berichten über eine Verschlechterung vor der Periode. In der zweiten Zyklushälfte sinkt Östrogen, Progesteron steigt und die Talgproduktion nimmt zu.
Schwangerschaft und Stillzeit:
Schwangerschaft und Stillzeit sind für Frauen eine hormonelle Achterbahnfahrt, bei der etwa jede zweite Schwangere Akne entwickelt.
Perimenopause und Wechseljahre:
Sinkendes Östrogen bei gleichbleibenden Androgenen führt zu einem relativen Überschuss. Akne mit 40 oder 50 ist medizinisch keine Seltenheit.
PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom):
Bis zu 30 % der Frauen mit Erwachsenenakne haben ein unerkanntes PCOS. Typisch sind erhöhte Androgene, Akne entlang der Kieferlinie sowie Begleitsymptome wie Zyklusstörungen oder Haarausfall.
Chronischer Stress
Stress wirkt nicht nur im Kopf. Das Stresshormon Cortisol steigert direkt die Talgproduktion, schwächt die Hautbarriere und fördert Entzündungen. Viele Betroffene berichten, dass ihre Akne in Phasen hoher Belastung, wie etwa bei Jobwechseln, Beziehungskrisen oder dauerhaftem Schlafmangel, begonnen hat.
Besonders problematisch ist der Teufelskreis:
Anhaltender Stress erhöht die Ausschüttung von Cortisol. Dieses Stresshormon regt die Talgproduktion an, schwächt die Hautbarriere und fördert Entzündungen. Akne entsteht oder verschlimmert sich. Die sichtbaren Hautveränderungen wiederum verursachen emotionalen Stress, Unsicherheit und Frustration, was die Cortisolproduktion weiter antreibt.
Mehrere Studien zeigen deutlich, dass sich Akne gerade in belastenden Lebensphasen, wie etwa bei beruflichem Druck, Schlafmangel oder emotionalem Stress, messbar verschlechtert.
Ernährung
Die Rolle der Ernährung bei Akne wurde lange unterschätzt. Heute wissen wir, dass sie kein alleiniger Auslöser für Akne ist, kann sie aber deutlich beeinflussen.
Was die Forschung zeigt:
Hoher glykämischer Index:
Zucker, Weißbrot und stark verarbeitete Kohlenhydrate verursachen Insulinspitzen. Diese fördern die Androgenproduktion und somit auch die Talgproduktion. Studien zeigen, dass eine Low-GI-Ernährung die Anzahl entzündlicher Läsionen um bis zu 50 % reduzieren kann.
Milchprodukte:
Besonders fettarme Milch steht in Zusammenhang mit einem höheren Akne-Risiko. Meta-Analysen zeigen eine klare Korrelation, auch wenn nicht jede Person gleich reagiert.
Was hilft:
Unterstützend wirken vor allem Omega-3-Fettsäuren, da sie entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und die Haut beruhigen können. Auch eine antioxidantienreiche Ernährung hilft, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren. Zusätzlich spielt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von etwa 2-3 Litern täglich eine wichtige Rolle, um die Haut von innen zu unterstützen und ihre Barrierefunktion zu stärken.
Falsche oder übertriebene Hautpflege
Viele Erwachsene mit Akne machen einen ähnlichen Fehler: Sie versuchen, das Problem wegzupflegen. Zu viel, zu häufig oder die falschen Produkte können die Hautbarriere schädigen und Akne langfristig verschlimmern.
Häufige Pflegefehler:
Komedogene Inhaltsstoffe in Make-up oder Sonnencreme mit porenverstopfenden Inhaltsstoffen.
Over-Cleansing: Zu häufiges Waschen (mehr als zweimal täglich reinigen) zerstört die Hautbarriere.
Zu viele aktive Wirkstoffe gleichzeitig (z.B. AHA, BHA, Retinol) überfordern die Haut.
Zu reichhaltige Anti-Aging-Produkte verschließen die Poren okklusiv.
Rauchen
Die Studienlage ist hier eindeutig. Raucherinnen und Raucher haben ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko, Akne zu entwickeln.
Nikotin verändert die Zusammensetzung des Talgs, erhöht oxidativen Stress und verschlechtert die Wundheilung.
Medikamente und mechanische Faktoren
Auch äußere Einflüsse spielen eine Rolle. Oft ohne, dass man sie direkt mit Akne in Verbindung bringt.
Akne-verursachende Medikamente:
Mechanische Akne:
Häufiger Kontakt vom Handy im Gesicht
Druck durch die eine Schlafposition auf einer Seite
Unbewusstes Berühren des Gesichts
Diese Faktoren allein lösen selten Akne aus, können aber bestehende Unreinheiten deutlich verschlechtern.