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Frag einen Dermatologen: Warum bekomme ich als Erwachsener Akne?

Frag einen Dermatologen

Wenn Pickel mit 30, 40 oder älter plötzlich kommen - was wirklich dahintersteckt und wie du sie loswirst. 

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Dr. Sarah Bechstein

Mitbegründerin von FORMEL SKIN

In diesem Artikel

Willkommen bei "Frag einen Dermatologen" , unserer Serie im FORMEL SKIN-Blog, in der unser dermatologisches Expertenteam eure Fragen rund um Hautpflege beantwortet. Heute geht es um Akne im Erwachsenenalter – und warum Pickel mit 30, 40 oder älter plötzlich auftauchen können.

Warum bekommt man als Erwachsener plötzlich Akne, obwohl man als Teenager nie damit zu kämpfen hatte? Die Antwort ist selten einfach: Erwachsenenakne entsteht meist durch ein Zusammenspiel aus hormonellen Veränderungen, Stress und äußeren Einflüssen – und verhält sich oft ganz anders als die Akne aus der Pubertät. Unser dermatologisches Team erklärt, was wirklich dahintersteckt. Falls du dich fragst, warum ausgerechnet jetzt Pickel am Kinn oder Unterkiefer auftauchen, könnte die Antwort tiefer liegen als du denkst.

Nutzerfrage an unser Ärzteteam

Liebe Formel Skin-Experten, 

Ich bin 32 und fühle mich zurückversetzt in meine Teenager-Zeit - nur dass ich jetzt keine Teenagerin mehr bin. Seit etwa 8 Monaten kämpfe ich mit entzündeten Pickeln am Kinn und Unterkiefer. Das Verrückte: Ich hatte als Jugendliche NIE Akne. 

Meine Hautärztin meinte “hormonell bedingt” und verschrieb mir eine Creme, die nicht hilft. Ich habe vor 2 Jahren die Pille abgesetzt - kann das wirklich noch der Grund sein? Warum gerade jetzt? Meine Ernährung ist gleich, meine Routine sogar besser als früher. 

Es ist nicht nur frustrierend - es ist peinlich. In Meetings versteckte ich mein Kinn. Bin ich nicht zu alt für so etwas?

Verzweifelt,

Zu alt für Pickel

Antwort unserer Dermatologin

Liebe Zu alt für Pickel, 

Du bist definitiv nicht zu alt für Pickel und bist mit diesem Problem absolut nicht allein. In unserer dermatologischen Praxis lesen wir Nachrichten wie deine sehr häufig. Viele beginnen mit dem Gedanken: “Ich dachte, das Thema Akne hätte ich längst hinter mir.”

30-40 % aller Erwachsenen zwischen 25 und 45 Jahren entwickeln Akne. Frauen sind dabei 3 bis 4 Mal häufiger betroffen. Besonders verwirrend und emotional belastend ist deine Situation, weil du in der Pubertät nie Akne hattest. Dermatologisch nennen wir das Akne mit spätem Beginn (late-onset acne). Sie betrifft etwa 25 % aller Erwachsenenakne-Fälle. Die gute Nachricht ist, dass sie fast nie grundlos entsteht. Es gibt meist eine klare Ursache und einen Weg, sie gezielt zu behandeln. 

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Erwachsenenakne vs. Pubertätsakne: Die wichtigsten Unterschiede

Erwachsenenakne ist keine “Teenagerakne, die zu spät kommt”, sondern eine eigenständige Erkrankung. Sie entsteht aus anderen Ursachen, zeigt sich an anderen Hautarealen und verhält sich oft deutlich hartnäckiger. 

Es gibt zwei Typen von Erwachsenenakne: 

1. Persistierende Akne (~ 75 %)

Beginnt in der Pubertät und bleibt, oft in veränderter Form, bis ins Erwachsenenalter. Auslöser für Schübe sind häufig Stress, Hormone oder ungeeignete Hautpflege. 

2. Akne mit spätem Beginn (~ 25 %)

Tritt erstmals nach dem 25. Lebensjahr auf, oft völlig unerwartet. Hormonelle Umstellungen oder Stress spielen hier häufig eine zentrale Rolle. 

Gerade wenn du früher nie unter Akne gelitten hast, fühlt sich diese Form besonders unfair an. Medizinisch ist sie jedoch gut erklärbar und gezielt behandelbar. 

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Die 6 häufigsten Ursachen von Erwachsenenakne

Erwachsenenakne entsteht fast nie durch einen einzelnen Auslöser. In den meisten Fällen kommen mehrere Faktoren zusammen. Allen voran Hormone, Stress, Ernährung und äußere Einflüsse. Genau diese Kombination macht Akne im Erwachsenenalter oft so hartnäckig. 

Hormonelle Schwankungen - der Hauptverdächtige

Hormonelle Veränderungen sind der häufigste Grund für Akne im Erwachsenenalter. Entscheidend sind dabei nicht zu viele Hormone, sondern ein Ungleichgewicht. Androgene (männliche Hormone wie Testosteron) stimulieren die Talgproduktion und die Verhornung der Poren. Gerät das Gleichgewicht aus der Balance, entstehen verstopfte Poren und Entzündungen. 

Häufige hormonelle Auslöser:

Absetzen der Pille: 

Der Körper muss die eigene Hormonproduktion wieder hochfahren. Etwa 50 % der Frauen entwickeln eine Post-Pill-Akne. Dieser Prozess kann 6 bis 24 Monate dauern. 

Menstruationszyklus:

Rund 70 % der Frauen mit Erwachsenenakne berichten über eine Verschlechterung vor der Periode. In der zweiten Zyklushälfte sinkt Östrogen, Progesteron steigt und die Talgproduktion nimmt zu. 

Schwangerschaft und Stillzeit:

Schwangerschaft und Stillzeit sind für Frauen eine hormonelle Achterbahnfahrt, bei der etwa jede zweite Schwangere Akne entwickelt. 

Perimenopause und Wechseljahre:

Sinkendes Östrogen bei gleichbleibenden Androgenen führt zu einem relativen Überschuss. Akne mit 40 oder 50 ist medizinisch keine Seltenheit. 

PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom): 

Bis zu 30 % der Frauen mit Erwachsenenakne haben ein unerkanntes PCOS. Typisch sind erhöhte Androgene, Akne entlang der Kieferlinie sowie Begleitsymptome wie Zyklusstörungen oder Haarausfall.

Chronischer Stress

Stress wirkt nicht nur im Kopf. Das Stresshormon Cortisol steigert direkt die Talgproduktion, schwächt die Hautbarriere und fördert Entzündungen. Viele Betroffene berichten, dass ihre Akne in Phasen hoher Belastung, wie etwa bei Jobwechseln, Beziehungskrisen oder dauerhaftem Schlafmangel, begonnen hat. 

Besonders problematisch ist der Teufelskreis: 

Anhaltender Stress erhöht die Ausschüttung von Cortisol. Dieses Stresshormon regt die Talgproduktion an, schwächt die Hautbarriere und fördert Entzündungen. Akne entsteht oder verschlimmert sich. Die sichtbaren Hautveränderungen wiederum verursachen emotionalen Stress, Unsicherheit und Frustration, was die Cortisolproduktion weiter antreibt. 

Mehrere Studien zeigen deutlich, dass sich Akne gerade in belastenden Lebensphasen, wie etwa bei beruflichem Druck, Schlafmangel oder emotionalem Stress, messbar verschlechtert. 

Ernährung

Die Rolle der Ernährung bei Akne wurde lange unterschätzt. Heute wissen wir, dass sie kein alleiniger Auslöser für Akne ist, kann sie aber deutlich beeinflussen. 

Was die Forschung zeigt: 

Hoher glykämischer Index: 

Zucker, Weißbrot und stark verarbeitete Kohlenhydrate verursachen Insulinspitzen. Diese fördern die Androgenproduktion und somit auch die Talgproduktion. Studien zeigen, dass eine Low-GI-Ernährung die Anzahl entzündlicher Läsionen um bis zu 50 % reduzieren kann. 

Milchprodukte: 

Besonders fettarme Milch steht in Zusammenhang mit einem höheren Akne-Risiko. Meta-Analysen zeigen eine klare Korrelation, auch wenn nicht jede Person gleich reagiert. 

Was hilft: 

Unterstützend wirken vor allem Omega-3-Fettsäuren, da sie entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und die Haut beruhigen können. Auch eine antioxidantienreiche Ernährung hilft, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren. Zusätzlich spielt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von etwa 2-3 Litern täglich eine wichtige Rolle, um die Haut von innen zu unterstützen und ihre Barrierefunktion zu stärken. 

Falsche oder übertriebene Hautpflege

Viele Erwachsene mit Akne machen einen ähnlichen Fehler: Sie versuchen, das Problem wegzupflegen. Zu viel, zu häufig oder die falschen Produkte können die Hautbarriere schädigen und Akne langfristig verschlimmern. 

Häufige Pflegefehler: 

  • Komedogene Inhaltsstoffe in Make-up oder Sonnencreme mit porenverstopfenden Inhaltsstoffen.

  • Over-Cleansing: Zu häufiges Waschen (mehr als zweimal täglich reinigen) zerstört die Hautbarriere. 

  • Zu viele aktive Wirkstoffe gleichzeitig (z.B. AHA, BHA, Retinol) überfordern die Haut.

  • Zu reichhaltige Anti-Aging-Produkte verschließen die Poren okklusiv.

Rauchen

Die Studienlage ist hier eindeutig. Raucherinnen und Raucher haben ein bis zu vierfach erhöhtes Risiko, Akne zu entwickeln.

Nikotin verändert die Zusammensetzung des Talgs, erhöht oxidativen Stress und verschlechtert die Wundheilung. 

Medikamente und mechanische Faktoren

Auch äußere Einflüsse spielen eine Rolle. Oft ohne, dass man sie direkt mit Akne in Verbindung bringt. 

Akne-verursachende Medikamente: 

  • Kortikosteroide

  • Bestimmte Antidepressiva und Antiepileptika

  • Hochdosierte B-Vitamine

  • Whey-Protein

  • Hormonelle Kontrazeptiva (je nach Gestagen)

Mechanische Akne: 

  • Häufiger Kontakt vom Handy im Gesicht

  • Druck durch die eine Schlafposition auf einer Seite 

  • Unbewusstes Berühren des Gesichts

Diese Faktoren allein lösen selten Akne aus, können aber bestehende Unreinheiten deutlich verschlechtern. 

Was du jetzt tun kannst: 4 konkrete Schritte

Erwachsenenakne braucht kein Chaos, sondern Struktur. Mit diesen vier klaren Schritten bekommst du wieder Kontrolle über deine Haut. 

Schritt 1: Trigger reduzieren und Haut entlasten (4 Wochen)

Starte mit einem bewussten Reset. Reduziere teilweise Zucker, Weißmehl und Milchprodukte, da sie Entzündungen und hormonelle Prozesse fördern können. Parallel ist Stressmanagement entscheidend: Schon 10 Minuten Pause täglich, Atemübungen oder ein kurzer Spaziergang können messbar helfen. Achte außerdem auf ausreichend Schlaf (7-9 Stunden). 

Auch deine Hautpflege darf jetzt einfacher werden: Nutze nur einen milden Cleanser, eine leichte Feuchtigkeitspflege und täglich Sonnenschutz. Verzichte für zwei Wochen auf aktive Wirkstoffe und setze auf nicht-komedogene Produkte. Kleine Hygienefaktoren wie ein regelmäßiges Wechseln der Kissenbezüge unterstützen zusätzlich. 

Schritt 2: Beobachten und Dokumentieren (4-6 Wochen)

Mache regelmäßig (am besten täglich) Fotos bei gleicher Beleuchtung und tracke Zyklus, Stresslevel, Ernährung und neue Produkte. So erkennst du nach einigen Wochen Muster, wie etwa zyklusabhängige Schübe oder Stress als klaren Trigger. Dieses Wissen ist Gold wert für die nächsten Schritte. 

Schritt 3: Gezielte Wirkstoffe einsetzen (ab Woche 4-6)

Ab Woche 4-6 kannst du gezielt topisch behandeln. Bewährte Wirkstoffe bei Erwachsenenakne sind Retinoide (z.B. Adapalen oder Tretinoin), Azelainsäure (10-20 %), Benzoylperoxid (2,5-5 %) und Niacinamid (5-10 %). Wichtig ist, dass nicht alles gleichzeitig gestartet werden sollte. Schleiche die Produkte langsam ein und gib deiner Haut Zeit. Geduld ist Teil der Therapie. 

Schritt 4: Dermatologische Unterstützung

Wenn sich nach 6-8 Wochen keine deutliche Besserung zeigt, schmerzhafte Entzündungen bestehen oder Narben drohen, solltest du dir professionelle Hilfe holen. Dermatolog:innen können gezielt behandeln, hormonelle Ursachen abklären und stärkere Therapien einsetzen, wenn nötig. 

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Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Hartnäckige Pickel entstehen selten durch einen einzigen Faktor. Oft spielen eine gestörte Hautbarriere, hormonelle Schwankungen, falsche Produkte oder aggressive Behandlungen eine Rolle. Standardlösungen aus der Drogerie greifen hier zu kurz.

  • Du bekommst eine individuelle Diagnose durch erfahrene Dermatolog:innen per Online-Konsultation.
  • Auf Basis deiner Hautbedürfnisse wird eine maßgeschneiderte Formel erstellt, die bei Bedarf kontinuierlich angepasst wird. So werden nicht nur Pickel behandelt, sondern auch die Hautbarriere repariert und zukünftige Entzündungen verhindert.
  • Bei schweren Fällen erfolgt eine professionelle Begleitung inklusive Empfehlungen für orale Medikamente oder Spezialist:innen.

FAQ

  • Ist Erwachsenenakne heilbar?

    Ja, in den meisten Fällen ist Erwachsenenakne gut behandelbar. 

    Mit der richtigen Kombination aus Lifestyle-Anpassungen, passender Hautpflege und, wenn nötig, medizinischer Therapie lässt sich Akne deutlich kontrollieren oder vollständig beruhigen. Wichtig ist Geduld. Eine Hauterneuerung braucht Zeit. Realistisch sind 3-6 Monate, bis sich stabile Ergebnisse zeigen.

  • Warum bekomme ich plötzlich Akne mit 30+, obwohl ich nie Teenageranke hatte?

    Das passiert häufiger als gedacht.

    Diese Form nennt sich Akne mit spätem Beginn (late-onset acne) und betrifft etwa 25 % aller Erwachsenenakne-Fälle. Häufige Auslöser sind hormonelle Veränderungen (z.B. nach Absetzen der Pille, Schwangerschaft oder Perimenopause), chronischer Stress, Ernährung oder bestimmte Medikamente.

  • Ist meine Akne hormonell bedingt?

    Bestimmte Anzeichen sprechen für eine hormonell bedingte Akne. 

    Hinweise sind Akne an Kinn, Unterkiefer oder Hals, eine Verschlechterung vor der Periode sowie Begleitsymptome wie Zyklusstörungen oder Haarausfall. Klarheit bringt ein Bluttest, z.B. auf Androgene, DHEA-S, Testosteron und SHBG, idealerweise ärztlich begleitet.

  • Sollte ich Milchprodukte weglassen?

    Es ist individuell unterschiedlich, ob du Milchprodukte weglassen solltest. 

    Meta-Analysen zeigen einen Zusammenhang zwischen Milchprodukten, besonders fettarmer Milch, und Akne. Sinnvoll ist eine 4-6-wöchige Eliminationsphase, um zu beobachten, ob sich deine Haut verbessert. 

  • Kann Stress wirklich Akne verursachen?

    Ja, Stress kann eindeutig Akne verursachen. 

    Chronischer Stress erhöht das Hormon Cortisol, was die Talgproduktion ankurbelt, Entzündungen fördert und die Hautbarriere schwächt. Stressmanagement ist deshalb ein wichtiger Bestandteil jeder Aknebehandlung. 

  • Wann sollte ich zum Arzt?

    Du solltest einen Dermatologen oder eine Dermatologin konsultieren, wenn Akne mehr als nur ein kosmetisches Problem wird. 

    Zum Arzt solltest du gehen bei schmerzhafter oder schwerer Akne, beginnender Narbenbildung, fehlender Besserung nach 2-3 Monaten, Verdacht auf PCOS oder wenn die Akne dich psychisch stark belastet. 

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