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Frag einen Dermatologen: Wie werde ich Aknenarben los?

Frag einen Dermatologen
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Dr. Sarah Bechstein

Mitbegründerin von FORMEL SKIN

In diesem Artikel

Willkommen bei "Frag einen Dermatologen", unserer Serie im FORMEL SKIN-Blog, in der unser dermatologisches Expertenteam eure Fragen rund um Hautpflege beantwortet. Heute geht es um Aknenarben – und was wirklich hinter roten Flecken, braunen Malen und eingesunkenen Stellen steckt.

Warum sieht mein Gesicht immer noch nicht glatt aus, obwohl die Akne endlich weg ist? Die Antwort ist selten einfach: Die meisten vermeintlichen "Narben" sind gar keine echten Narben, sondern Verfärbungen – und die verhalten sich ganz anders als dauerhafte Hautveränderungen. Unser dermatologisches Team erklärt, was wirklich dahintersteckt. Falls du dich fragst, ob deine Pickelmale von selbst verschwinden oder ob du sie behandeln lassen musst, könnte die Antwort tiefer liegen als du denkst.

Nutzerfrage an unser Ärzteteam

Liebe Formel Skin-Experten, 

meine Akne ist endlich besser, aber ich bin trotzdem nicht glücklich, wenn ich in den Spiegel schaue. Mein ganzes Gesicht ist übersät mit roten und braunen Flecken. An manchen Stellen hat die Haut eine merkwürdige Textur, fast wie kleine Dellen oder Wellen.

Ich weiß nicht, was was ist. Sind das „echte“ Narben? Oder Pickelmale, die noch weggehen? Im Internet sehe ich Werbung für Narbencremes, Microneedling, Laser – und ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Mir wurde sogar ein Vitamin-C-Serum empfohlen, aber ich lese auch, dass bestimmte Pickelnarben einfach "permanent" sind.

Wie erkenne ich, was ich habe? Und was hilft wirklich?

Erschöpft,

Akne weg, Spuren nicht

Antwort unserer Dermatologin

Liebe „Akne weg, Spuren nicht“, 

diese Frage höre ich sehr häufig. Es ist verständlicherweise ein emotionales Thema: Du hast so viel gekämpft, bist erfolgreich und jetzt ist doch immer noch etwas zu sehen. Damit bist Du nicht allein. 

Die gute Nachricht zuerst: Die Mehrheit dessen, was wir gerne als „Narben“ bezeichnen, sind gar keine echten Narben. Es sind oftmals Verfärbungen. Und die lassen sich mit der richtigen Strategie deutlich verbessern oder verschwinden sogar ganz. Selbst echte Narben sind heute wesentlich besser behandelbar als noch vor zehn Jahren. 

Sehen wir uns in diesem Artikel an, womit wir es wirklich zu tun haben – und wie Du etwaige Aknenarben behandeln kannst.

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Deine Vorteile mit FORMEL SKIN:

  • Individuelles Behandlungs- & Pflegeset gegen Akne, hormonelle Pickel und unreine Haut
  • Wirkstoffe auf Dich und Deine Haut zugeschnitten
  • Persönlicher Kontakt zu Deiner/m Ärzt:in
  • Mit dem Code SKINCODE2X40 erhältst Du 40 % Rabatt auf die ersten beiden Behandlungsmonate – wenn Du nicht überzeugt bist, bekommst Du von uns Dein Geld zurück.

Was siehst Du wirklich? Pickelmale vs. echte Narben

Falls Du Dich fragst: „Sind Pickelmale echte Narben?“, dann liefern wir Dir hier die Antwort. Was aussieht wie eine Narbe, ist oft eines von vier verschiedenen Dingen, die unterschiedlich behandelt werden. 

Was ist was? Pickelmale vs. Aknenarben

Wie Du siehst, ist der Unterschied zwischen Pickelmal und Narbe hauptsächlich, ob die Hautstruktur insgesamt noch intakt ist oder nicht. Wenn Du z. B. rote Flecken nach Pickeln oder braune Flecken nach Akne beobachtest, handelt es sich glücklicherweise nur um flache Verfärbungen, die mit der Zeit und Sonnencreme verblassen. 

Wenn Du Deine Pickelmale also mit Narbencremes behandelst, kämpfst Du eigentlich mit dem falschen Werkzeug. Nur bei echten Narben wird eine professionelle oder dermatologische Behandlung nötig.

Echte Aknenarben — welche Typen gibt es?

Wir haben schon die wichtigsten Aknenarben-Typen kennengelernt: atrophische Aknenarben und hypertrophe Aknenarben. Atrophische Aknenarben sind eingesunken und stellen mit 80–90 % der Fälle bei weitem die häufigste Form dar. Sie entstehen, wenn die Entzündung tief genug in die Haut eindringt, um Kollagen zu zerstören. 

Die drei Typen atrophischer (eingesunkener) Aknenarben:

  • Icepick-Narben (60–70 %): Nach tiefen Entzündungen wie Zysten und Knoten entstehen oft tiefe, eher schmale und v-förmige Narben wie ein kleines Loch in der Haut, das von einem spitzen Werkzeug stammt. Icepick-Narben sind von allen Narbentypen am schwierigsten zu behandeln, da sie so tief und eng sind. Herkömmliche oberflächliche Behandlungen reichen leider oft nicht aus.

  • Boxcar-Narben (20–30 %): Sie sind breit, flach und u-förmig. Boxcar-Narben treten am häufigsten an den Wangen und am Unterkiefer in Form von runden und ovalen Vertiefungen auf. Sie sprechen gut auf Laser- und Microneedling-Behandlungen an.

  • Rolling Scars (15–25 %): Durch Bindegewebsstränge, die die obere Haut nach unten ziehen, kann es zu breiten, wellenförmigen Vertiefungen ohne scharfe Kanten kommen. Die Haut wirkt dabei eher gewellt. Die Behandlung von Rolling Scars erfolgt mithilfe einer professionellen Subzision, also einem Durchtrennen der Stränge.

Hypertrophe Narben sind deutlich seltener und erfordern spezifische dermatologische Behandlungen. Sie entstehen, wenn der Körper zu viel Kollagen produziert und wirken dadurch im Bereich des ursprünglichen Pickels erhoben. Keloide hingegen wachsen über diese Stelle hinaus und sind häufiger an Kinn, Brust, Rücken und Schultern zu finden.

Was hilft wirklich? Behandlungen nach Stufe

Stufe 1: Rezeptfreie Wirkstoffe

Für PIE (postinflammatorisches Erythrem) und PIH (postinflammatorische Hyperpigmentierung), also Pickelmale als bloße Verfärbungen, ist täglicher Sonnenschutz unerlässlich. Du solltest keine Ausnahme machen, da jede UV-Exposition PIH aktiv nachdunkelt und die natürliche Aufhellung verlangsamt. Obwohl es die wichtigste Begleitmaßnahme ist, um Pickelmale zu behandeln und loszuwerden, wird sie am häufigsten weggelassen. 

In einer Studie verbesserte Azelainsäure in 15-prozentiger Konzentration nachweislich sowohl PIE als auch PIH. Dabei wurden nur minimale Nebenwirkungen beobachtet und die Hautbarriere wurde nicht beeinträchtigt. Azelainsäure ist daher in einer Konzentration von 10–15 % gegen Pickelmale empfehlenswert. Zudem wirkt sie gleichzeitig gegen aktive Akne

Niacinamid ist ein sehr gut verträglicher Wirkstoff, der in einer Konzentration von 4–5 % die Melaninverteilung in der Haut hemmt, Verfärbungen reduziert und z. B. gut mit Azelainsäure kombinierbar ist. 

Mildere, rezeptfreie Retinoide wie Retinol können die Zellregeneration fördern, Entzündungen reduzieren und sowohl aktive Akne als auch ihre Folgeerscheinungen wie PIH verbessern. Beachte jedoch, dass bei Pickelmalen viel Geduld gefragt ist. Sie bessern sich langsamer als die Akne selbst. 

Bei atrophischen Narben mit einer Texturveränderung der Haut reichen rezeptfreie Produkte allein leider nicht zur Behandlung aus. Die oben genannten rezeptfreien Wirkstoffe können zwar die Haut glätten und den Gesamteindruck verbessern, aber keine Kollagendefekte füllen. Hier ist professionelle Unterstützung notwendig. 

Stufe 2: Verschreibungspflichtige Wirkstoffe

Das rezeptpflichtige Retinoid Tretinoin (0,025–0,1 %) ist stärker wirksam als frei verkäufliches Retinol. Für PIH ist dieser Effekt gut belegt. Tretinoin (0,1 %) zeigte in einer 40-wöchigen kontrollierten Studie Verbesserungen der Hyperpigmentierung bereits ab Woche 4. Zusätzlich wirkte es gegen die aktive Akne. 

Höher dosierte Azelainsäure (z. B. 15–20 %) ist meist verschreibungspflichtig und kann bei hartnäckigen Verfärbungen wirksamer sein. Wenn Du unsicher bist, welche Konzentration für Deine Haut sinnvoll ist, kann es helfen, Dich ärztlich beraten zu lassen und die Behandlung individuell abzustimmen. 

Stufe 3: Professionelle dermatologische Behandlungen

Um Aknenarben sinnvoll zu behandeln, ist eine dermatologische Behandlung oft die beste Wahl. 

Der fraktionierte CO2-Laser gilt als Goldstandard für atrophische Narben. In der aktuellen S2k-Leitlinie AWMF wird für atrophe Aknenarben im Wangenbereich ausdrücklich die Lasertherapie mit einem fraktionierten CO2-Laser oder einem 1.540/1.550-nm-Laser empfohlen. Typischerweise sind 1–3 Sitzungen notwendig. Die Kosten fangen bei etwa 400 € pro Behandlung an. 

Sicher hast Du schon von Microneedling gegen Aknenarben gehört. Dabei regen die kontrollierten Mikroverletzungen die Kollagenproduktion an. Es eignet sich insbesondere für Boxcar- und Rolling Scars. Wichtig zu beachten: Es ist nur für vollständig abgeheilte Narben geeignet, da es die Bakterien bei aktiver Akne im Gesicht verteilen kann. Lass Dich hierzu im Zweifelsfall dermatologisch beraten.

Ein Wort zum Schluss: Echte Narbenbehandlung ist hochkomplex und individuell. Da jede Haut anders reagiert, fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Nur in seltenen Fällen lassen sich Aknenarben vollständig loswerden. Mit einer geeigneten Therapie lassen sich aber in der Regel sichtbare Verbesserungen erreichen. 

Was Du selbst tun kannst — und was Du besser lässt

Wenn Du Deine Aknenarben selbst behandeln willst, fragst Du Dich sicher, was hilft. Die erste Maßnahme sollte täglicher Sonnenschutz sein. Außerdem kannst Du langsam Niacinamid und Azelainsäure in Deine Gesichtspflege-Routine integrieren. 

Hab zudem Geduld. Verfärbungen benötigen oft 3–12 Monate, um deutlich zu verblassen. Unser Tipp: Mach Fotos. Fortschritte zeigen sich oft langsam über die Zeit und auf Fotos kannst Du die realen Veränderungen gut beobachten. 

Was Du auf keinen Fall tun solltest, ist Pickel auszudrücken. Je tiefer die Entzündung in die Haut eindringt, desto wahrscheinlicher ist es, dass eine Aknenarbe daraus wird. Auch aggressive physische Peelings auf vernarbter Haut können mehr irritieren als nutzen. Wenn Du Narbencremes nutzt, solltest Du wissen, dass sie zwar die Hautoberfläche verbessern können, aber keine Gewebedefekte reparieren.

Mittlerweile gibt es viele Geräte zum eigenen Microneedling zu Hause. Sie dringen meist für eine echte Wirkung nicht tief genug ein und bieten zu viel Verletzungspotenzial, ohne Sterilitätskontrolle. Suche hierzu am besten eine dermatologische Fachperson auf. 

Wann lohnt sich eine dermatologische Einschätzung?

Du solltest mit Narben zur Dermatologin oder zum Dermatologen gehen, wenn

  • echte Texturveränderungen vorhanden sind (Dellen, Wellen, Grübchen),

  • PIH oder PIE nach 6–9 Monaten mit Sonnenschutz und frei verkäuflichen Wirkstoffen nicht deutlich besser werden,

  • hypertrophe Narben oder Keloide entstehen,

  • die Spuren Dich stark psychisch belasten oder

  • Du Klarheit willst, was Du wirklich hast und was der sinnvollste Schritt ist.

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Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Hartnäckige Pickel entstehen selten durch einen einzigen Faktor. Oft spielen eine gestörte Hautbarriere, hormonelle Schwankungen, falsche Produkte oder aggressive Behandlungen eine Rolle. Standardlösungen aus der Drogerie greifen hier zu kurz.

  • Du bekommst eine individuelle Diagnose durch erfahrene Dermatolog:innen per Online-Konsultation.
  • Auf Basis deiner Hautbedürfnisse wird eine maßgeschneiderte Formel erstellt, die bei Bedarf kontinuierlich angepasst wird. So werden nicht nur Pickel behandelt, sondern auch die Hautbarriere repariert und zukünftige Entzündungen verhindert.
  • Bei schweren Fällen erfolgt eine professionelle Begleitung inklusive Empfehlungen für orale Medikamente oder Spezialist:innen.

Wissenschaftliche Quellen

  • Fabbrocini G et al. „Acne Scars: Pathogenesis, Classification and Treatment.” Dermatology Research and Practice (2010) 

  • Jfri A et al. „Acne Scars: An Update on Management.” Skin Therapy Letter (2022) 

  • Shucheng H et al. „Effects of 15% Azelaic Acid Gel in the Management of Post-Inflammatory Erythema and Post-Inflammatory Hyperpigmentation in Acne Vulgaris.” Dermatology and Therapy (2024) 

  • Callender VD et al. „Effects of Topical Retinoids on Acne and Post-inflammatory Hyperpigmentation in Patients with Skin of Color: A Clinical Review and Implications for Practice” American Journal of Clinical Dermatology (2021) 

  • Auffret N et al. „Acne-induced Post-inflammatory Hyperpigmentation: From Grading to Treatment.” Acta Dermato-Venereologica (2025) 

  • AWMF. „S2k-Leitlinie Lasertherapie der Haut.“ Register-Nr. 013-095 (2021) 

Laubach H-J. „Akne-Narben — Dermatologie trifft Ästhetik.“ MGO Medizin (2026)

FAQ

  • Was ist der Unterschied zwischen Pickelmalen und echten Aknenarben?

    Pickelmale (PIE = rote Flecken, PIH = braune Flecken) sind flache Verfärbungen ohne Texturveränderung. Da die Hautstruktur dabei intakt ist, verschwinden sie mit der Zeit, vor allem mit täglichem Sonnenschutz und unterstützenden Wirkstoffen. 

    Echte Narben verändern die Hautoberfläche in Form von eingesunkenen Dellen, welliger Textur oder erhabenen Stellen. Sie bedürfen einer gezielteren Behandlung. Einer der häufigsten Fehler ist es, Pickelmale mit Narbencreme zu behandeln – dem falschen Produkt für dieses Hautproblem.

  • Gehen Aknenarben von selbst weg?

    PIE (rote Flecken) und PIH (braune Flecken) verblassen in der Regel von selbst. PIE innerhalb weniger Wochen bis Monate, PIH etwas langsamer, oft 6–18 Monate. Atrophische Narben (Dellen, Grübchen) verschwinden hingegen nicht von selbst. Sie können behandelt werden, aber die Hautstruktur regeneriert sich nicht eigenständig. Sonnenschutz kann aktiv verhindern, dass sich PIH verschlechtert, während das Verblassen stattfindet.

  • Wie lange dauert es, bis Pickelmale verschwinden?

    Das ist individuell und hängt von Hautton und Sonnenschutzverhalten ab. PIE (rote Flecken) verblasst bei konsequentem Sonnenschutz und Azelainsäure meist in 3–6 Monaten. PIH (braune Flecken) braucht länger, 6–8 Monate sind realistisch. PIH verbessert sich generell langsamer als die zugrundeliegende Akne selbst. Hab daher Geduld.

  • Welche Creme hilft wirklich gegen Pickelmale?

    Die Kombination aus täglichem Sonnenschutz, Azelainsäure (10–15 %) und Niacinamid (4–5 %) ist dermatologisch gut belegt. Das verschreibungspflichtige Tretinoin ist bei hartnäckiger PIH deutlich wirksamer als frei verkäufliches Retinol. Auch Vitamin C (L-Ascorbinsäure) kann ergänzend helfen, ist aber insgesamt etwas weniger gut nachgewiesen als Azelainsäure und Retinoide.

  • Lohnt sich Microneedling bei Aknenarben?

    Ja, besonders für Boxcar- und Rolling Scars ist Microneedling eine gute Option. Das gilt vor allem in Kombination mit Radiofrequenz und PRP (Eigenbluttherapie). Microneedling darf nur auf abgeheilter Haut angewendet werden. At-home-Microneedling-Geräte aus der Drogerie erreichen nicht die therapeutische Tiefe professioneller Geräte und sollten mit Vorsicht verwendet werden.

  • Wann sollte ich zum Arzt?

    Du solltest einen Dermatologen oder eine Dermatologin konsultieren, wenn Akne mehr als nur ein kosmetisches Problem wird. 

    Zum Arzt solltest du gehen bei schmerzhafter oder schwerer Akne, beginnender Narbenbildung, fehlender Besserung nach 2-3 Monaten, Verdacht auf PCOS oder wenn die Akne dich psychisch stark belastet. 

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