
Was hilft wirklich? Behandlungen nach Stufe
Stufe 1: Rezeptfreie Wirkstoffe
Für PIE (postinflammatorisches Erythrem) und PIH (postinflammatorische Hyperpigmentierung), also Pickelmale als bloße Verfärbungen, ist täglicher Sonnenschutz unerlässlich. Du solltest keine Ausnahme machen, da jede UV-Exposition PIH aktiv nachdunkelt und die natürliche Aufhellung verlangsamt. Obwohl es die wichtigste Begleitmaßnahme ist, um Pickelmale zu behandeln und loszuwerden, wird sie am häufigsten weggelassen.
In einer Studie verbesserte Azelainsäure in 15-prozentiger Konzentration nachweislich sowohl PIE als auch PIH. Dabei wurden nur minimale Nebenwirkungen beobachtet und die Hautbarriere wurde nicht beeinträchtigt. Azelainsäure ist daher in einer Konzentration von 10–15 % gegen Pickelmale empfehlenswert. Zudem wirkt sie gleichzeitig gegen aktive Akne.
Niacinamid ist ein sehr gut verträglicher Wirkstoff, der in einer Konzentration von 4–5 % die Melaninverteilung in der Haut hemmt, Verfärbungen reduziert und z. B. gut mit Azelainsäure kombinierbar ist.
Mildere, rezeptfreie Retinoide wie Retinol können die Zellregeneration fördern, Entzündungen reduzieren und sowohl aktive Akne als auch ihre Folgeerscheinungen wie PIH verbessern. Beachte jedoch, dass bei Pickelmalen viel Geduld gefragt ist. Sie bessern sich langsamer als die Akne selbst.
Bei atrophischen Narben mit einer Texturveränderung der Haut reichen rezeptfreie Produkte allein leider nicht zur Behandlung aus. Die oben genannten rezeptfreien Wirkstoffe können zwar die Haut glätten und den Gesamteindruck verbessern, aber keine Kollagendefekte füllen. Hier ist professionelle Unterstützung notwendig.
Stufe 2: Verschreibungspflichtige Wirkstoffe
Das rezeptpflichtige Retinoid Tretinoin (0,025–0,1 %) ist stärker wirksam als frei verkäufliches Retinol. Für PIH ist dieser Effekt gut belegt. Tretinoin (0,1 %) zeigte in einer 40-wöchigen kontrollierten Studie Verbesserungen der Hyperpigmentierung bereits ab Woche 4. Zusätzlich wirkte es gegen die aktive Akne.
Höher dosierte Azelainsäure (z. B. 15–20 %) ist meist verschreibungspflichtig und kann bei hartnäckigen Verfärbungen wirksamer sein. Wenn Du unsicher bist, welche Konzentration für Deine Haut sinnvoll ist, kann es helfen, Dich ärztlich beraten zu lassen und die Behandlung individuell abzustimmen.
Stufe 3: Professionelle dermatologische Behandlungen
Um Aknenarben sinnvoll zu behandeln, ist eine dermatologische Behandlung oft die beste Wahl.
Der fraktionierte CO2-Laser gilt als Goldstandard für atrophische Narben. In der aktuellen S2k-Leitlinie AWMF wird für atrophe Aknenarben im Wangenbereich ausdrücklich die Lasertherapie mit einem fraktionierten CO2-Laser oder einem 1.540/1.550-nm-Laser empfohlen. Typischerweise sind 1–3 Sitzungen notwendig. Die Kosten fangen bei etwa 400 € pro Behandlung an.
Sicher hast Du schon von Microneedling gegen Aknenarben gehört. Dabei regen die kontrollierten Mikroverletzungen die Kollagenproduktion an. Es eignet sich insbesondere für Boxcar- und Rolling Scars. Wichtig zu beachten: Es ist nur für vollständig abgeheilte Narben geeignet, da es die Bakterien bei aktiver Akne im Gesicht verteilen kann. Lass Dich hierzu im Zweifelsfall dermatologisch beraten.
Ein Wort zum Schluss: Echte Narbenbehandlung ist hochkomplex und individuell. Da jede Haut anders reagiert, fallen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Nur in seltenen Fällen lassen sich Aknenarben vollständig loswerden. Mit einer geeigneten Therapie lassen sich aber in der Regel sichtbare Verbesserungen erreichen.