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Akne: Darf ich Mitesser und Pickel ausdrücken?

“Akne – ausdrücken oder nicht?” ist eine der Fragen, über die man immer wieder in Akne-Foren und -Blogs stolpert. Auch wenn es noch so viele Video-Anleitungen auf Youtube & Co. gibt, solltest Du im wahrsten Sinne des Wortes die Finger davon lassen. Hier erfährst Du, welche Risiken mit dem Ausdrücken von Mitessern und Pickeln einhergehen und was Du stattdessen tun solltest, um der Akne entgegenzuwirken.

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Wie entstehen Mitesser und Pickel?

Egal ob Mann oder Frau und ob im Kindesalter, während der Pubertät oder mit weit über 30 Jahren – Mitesser, Pickel und andere Symptome der gewöhnlichen Akne (Akne vulgaris) entstehen meistens durch hormonelle Schwankungen. Ein Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) verstärkt die Verhornung der Haut und lässt gleichzeitig die Produktion von Talg (Hautfett) ansteigen. Beide Faktoren in Kombination führen dazu, dass sich der Talg in Form von Mitessern (Komedonen) unter der Haut sammelt. Dabei wird zwischen unterirdischen geschlossenen und offenen Mitessern an der Hautoberfläche unterschieden. Besonders bei offenen Mitessern besteht das Risiko, dass von außen zusätzliche Bakterien eindringen und es zu Entzündungen kommt. Diese Entzündungsreaktionen zeigen sich in Form von Pickeln, Papeln und anderen Akensymptomen.

Darf ich Mitesser und Pickel ausdrücken?

Egal ob mit den Fingern, einer Nadel oder einer Pinzette – wir raten Dir davon ab, in irgendeiner Form an den Mitessern und Pickeln herumzudrücken (medizinisch: manipulieren). Dafür gibt es verschiedene Gründe: Du weißt nie genau, ob Deine Finger oder ein Hilfsmittel vollständig steril sind. Deshalb ist jeder Ausdrück-Versuch mit einem hohen Infektionsrisiko verbunden und Du trägst mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Bakterien in die Mitesser. Die Folge: Die Entzündungen verschlimmern sich und das Risiko einer Narbenbildung steigt deutlich an. In seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass Entzündungen aus dem Stirn- und Nasenbereich (Nasennebenhöhlen) aufsteigen und eine Hornhautentzündung verursachen. Bei geschlossenen Mitessern drückst Du den Talg in das umliegende Gewebe, wodurch sich auch hier schnell schmerzhafte unterirdische Entzündungen ergeben können. 

Ein weiteres Problem: Oft ist nicht genau erkennbar, ob es sich um einen oberflächlichen Mitesser oder um ein frühes Stadium einer tiefer liegenden Papel handelt. Auch hier ist bei falschem Umgang ein hohes Risiko für schwerwiegende Entzündungen gegeben.

Zusammenfassung – Risiken beim Ausdrücken von Pickeln:

  • Infektionsrisiko durch nicht-sterile Hilfsmittel
  • Verschlimmerung der Entzündungen durch zusätzliche Bakterien
  • Mögliche Narbenbildung
  • Schwierige Unterscheidung zwischen verschiedenen Symptomen

Aknebehandlung: Wie werde ich die Mitesser und Pickel los?

Auch wenn sie häufig mehr Geduld erfordern, gibt es bessere und vor allem gesündere Wege, um Mitesser und Pickel loszuwerden. Im besten Fall gehst Du mit einem ganzheitlichen Ansatz an die Behandlung der Akne heran. Das bedeutet, dass Du zusätzlich zu einer dermatologischen Aknetherapie und der richtigen Hautpflege auch Deinen Lebensstil und Deine Ernährung so anpasst, dass eine nachhaltige Verbesserung der Symptome erreicht werden kann.

Reinigung und Pflege der Haut

Frei verkäufliche Wasch- und Pflegemittel sind zwar weniger effektiv als verschreibungspflichtige Akne-Medikamente; sie können aber trotzdem einen wichtigen Teil zu einer effektiven Behandlung beitragen. Bei der täglichen (Gesichts-)Wäsche solltest Du darauf achten, dass Du nur Produkte verwendest, die folgende Eigenschaften aufweisen: 

  • Dermatologisch geprüfte Inhaltsstoffe (z. B. Aloe Vera, Ceramide, Bisabolol aus Kamille)
  • Verzicht auf komedogene (Poren verstopfende) Inhaltsstoffe (z. B. Kokosöl, Olivenöl, Acetylated Lanolin Alcohol, Isopropyl Myristate, Oleth-3)
  • Niedriger pH-Wert
  • Verzicht auf schädliche Alkohole (z. B. Ethyl Alcohol, Methanol, Propyl Alcohol)
  • Keine Duftstoffe

Damit die Pflegemittel den Mitessern und Pickeln auch tatsächlich entgegenwirken, sollten sie komedolytische (Mitesser auflösende) Wirkstoffe wie Benzoylperoxid (BPO) oder Salicylsäure enthalten. Bei der Auswahl lässt Du Dir am besten von einem Dermatologen helfen. Nach der Reinigung tupfst Du die Hautstellen mit einem frischen Handtuch ab und verwendest am besten eine nicht fettende und nicht komedogene Feuchtigkeitscreme. 

Dermatologische Behandlung mit Cremes oder Tabletten 

Abhängig vom jeweiligen Schweregrad gibt es heutzutage für jede Akneform Behandlungsmethoden, die Symptomen wie Mitesser, Pickeln oder Papeln effektiv entgegenwirken können. Die meisten Ausprägungen lassen sich dabei mit Cremes und Gels mit (verschreibungspflichtigen) Wirkstoffen wie Benzoylperoxid (BPO), Azelainsäure, Antibiotika (z. B. Clindamycin) oder Retinoiden erfolgreich behandeln. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Wirkstoffe der Creme regelmäßig an das Stadium der Akne angepasst werden. Sollte die Behandlung mit Cremes bei schwerer Akne keine ausreichende Wirkung zeigen, kann ergänzend mit Antibiotika-Tabletten oder dem Retinoid Isotretinoin behandelt werden. Da bei einer Therapie mit Tabletten jedoch immer stärkere Nebenwirkungen auftreten können, raten wir dazu, immer zuerst den Behandlungsweg mit Cremes zu versuchen. 

Anpassung des Lebensstils und der Ernährung

Unabhängig von den hormonellen Ursachen der meisten Akneformen gibt es einige andere Auslöser und verstärkende Faktoren. So ist es unter anderem ratsam, Zigaretten abzuschwören, ausreichend Sport zu treiben und möglichst auf fetthaltige Kosmetika zu verzichten. 

Entscheidend kann oftmals auch eine angepasste Ernährung sein. Studien haben mehrfach gezeigt, dass insbesondere Halbfettmilchprodukte und Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index (z. B. Limonaden, Weißbrot, Cornflakes) ein Problem darstellen können. Der Grund dafür: Da es sich bei diesen Lebensmitteln um kurzkettige Kohlenhydrate handelt, treiben sie den Blutzuckerspiegel schnell nach oben. Dieser hat direkten Einfluss auf die Talgproduktion und fördert deshalb auch die Akne. 

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