Akne

Inhaltsverzeichnis

Was hilft bei Akne inversa?

Auch wenn der Name es im ersten Moment vermuten lässt, hat die Akne inversa (lat. Hidradenitis suppurativa) nichts mit der gewöhnlichen Akne vulgaris zu tun. Es handelt sich bei Akne inversa um eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, deren körperliche Auswirkungen sich manchmal nur durch eine Operation reduzieren lässt lassen. Hier erfährst Du, wie sich die Akne inversa von herkömmlicher Akne unterscheidet, welche Risikofaktoren bestehen und wie die Krankheit wirksam behandelt werden kann.

Jetzt Testen

Wie unterscheidet sich Akne inversa von gewöhnlicher Akne?

Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen gehören neben dem Krankheitsursprung und der Schwere der Symptome vor allem die betroffenen Körperstellen: Während herkömmliche Akne besonders im Gesicht, auf dem Rücken und auf der Brust vorkommt, sind bei der Akne inversa vor allem die Achseln, der Po, die Leiste und der Genitalbereich bzw. Intimbereich betroffen. Grundsätzlich handelt es sich immer um die Bereiche des Körpers, die stärker behaart sind und große Hautfalten aufweisen. Bei Frauen gehört deshalb auch der Bereich unter der Brust zu den häufigsten Ausbreitungsstellen.

Wer ist von Akne inversa betroffen?

Grundsätzlich kann Akne inversa in jedem Alter auftreten, im Großteil der Fälle sind jedoch junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 30 erstmals betroffen. Die Krankheit tritt zwar bei Frauen statistisch öfter auf, die betroffenen Männer haben aber meistens mit einer größeren Ausbreitung der Symptome zu kämpfen. Ansteckend ist die Akne inversa nicht. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Übergewicht und Akne inversa.

Symptome: Woran erkenne ich eine Akne inversa?

Die Symptome der Akne inversa entstehen durch eine Entzündung der Haarwurzeln und der damit verbundenen Talg- und Schweißdrüsen. Hierbei handelt es sich zumeist um die Stellen, an denen dickere Haare in der Haut verwurzelt sind (Terminalhaarfollikel). Zwar bilden sich durch die Entzündung zunächst nur Mitesser-ähnliche Verdickungen, durch gestauten Talg und Schweiß entstehen jedoch nach kurzer Zeit eitrige Abszesse an den Schweißdrüsen und das umliegende Gewebe wird beschädigt. Sollten die Verdickungen bzw. Schwellungen reißen, können leicht Keime und Bakterien in die Wunde eintreten, wodurch zusätzliche Entzündungen entstehen. Die Symptome treten meistens schubweise auf und nehmen in ihrer Intensität über die Zeit immer weiter zu. 

Stadien und Symptome einer Akne inversa-Erkrankung

Die Akne inversa wird medizinisch in drei sogenannte Hurley-Stadien unterteilt. Während die Symptome im ersten Stadium größtenteils noch ohne bleibende Folgen abheilen, kehren sie im späteren Verlauf immer wieder und gehen in eine chronische Stufe über. 

Stadium I: Einzelne schmerzhafte Knoten und Verdickungen

Stadium II: Fistelgänge unter der Haut und Abszesse die häufig Narben verursachen

Stadium III: Flächiger Befall mit Abszessen, Fistelgängen und Narben. Oft flächige Narbenbildung, die zu Bewegungseinschränkungen führt.

Begleiterkrankungen und psychische Folgen

Die Akne inversa ist eine ganzkörperliche Erkrankung, die das gesamte Abwehrsystem beeinträchtigt. In mehreren Fällen wurde beobachtet, dass unter anderem Begleiterkrankungen wie Arthritis und Morbus Crohn auftreten. 

Zusätzlich dürfen die psychischen Auswirkungen einer solchen Erkrankung nicht unterschätzt werden. Viele der Betroffenen haben neben den körperlichen Schmerzen mit Schlafstörungen, einer verringerten Leistungsfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit und psychischen Belastungen bis hin zu Depressionen zu kämpfen. Zusätzlich zur medizinischen Behandlung ist deshalb manchmal eine psychotherapeutische Begleitung ratsam. In schweren Fällen wird die Erkrankung in Deutschland sozialrechtlich als Behinderung (bis zu Grad der Behinderung 50) anerkannt. 

Ursachen: Wie entsteht Akne inversa?

Experten gehen davon aus, dass zwischen 1 und 4 % der Bevölkerung von Akne inversa betroffen sind. Diese Zahl macht deutlich, dass eine beständige Ursachenforschung notwendig wäre. Da sich viele der Betroffenen aus Scham oder Unsicherheit nicht mit einer professionellen Behandlung auseinandersetzen wollen, fehlen aber bisher die Möglichkeiten dazu. Die Folge: Die Ursachen der Akne inversa konnten bisher nicht vollständig geklärt werden. 

Studien gehen davon aus, dass dieser Akne-Form eine fehlerhafte Steuerung des Immunsystems zugrunde liegt und es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt, zu deren Auslösern hormonellen Faktoren und externe Einflüsse gehören. Umstritten ist hingegen der Aspekt der Vererbbarkeit.

Die hormonellen Faktoren werden aufgrund der verstärkten Ausbreitung bei jungen Erwachsenen nach der Pubertät vermutet. Ähnlich wie bei hormonell bedingter Akne könnten deshalb die Geschlechtshormone einen Einfluss auf die Erkrankung haben.

Risikofaktoren bei Akne inversa

Als Risiko- bzw. Triggerfaktoren werden die externen Einflüsse bezeichnet, die die Krankheit vorantreiben oder die auftretenden Symptome verstärken. Dazu gehören: 

  • Regelmäßiger Tabakkonsum
  • Starkes Übergewicht
  • Häufiges und starkes Schwitzen
  • Stress oder anhaltende psychische Belastung
  • Hautirritationen durch Haarentfernung oder Rasur
  • Reizung durch enge Kleidung
  • Bakterieller Kontakt der betroffenen Stellen (z. B. mit Staphylococcus aureus)

Zwar sind nicht alle der Auswirkungen des persönlichen Lebensstils vollständig erforscht, fest steht jedoch, dass ein erhöhtes Körpergewicht zu stärkerer Schweißbildung führt und damit die Entstehung von Entzündungen begünstigt. Besonderen Einfluss auf die Krankheit haben zudem Zigaretten: Rund 90 % der Betroffenen sind Raucher.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es bei Akne inversa? 

Vollständig geheilt werden kann die Akne inversa nach erstmaligem Ausbrechen leider nicht. Es gibt jedoch verschiedene Medikamente und Therapiemethoden, die die Symptome lindern und das Leben der Betroffenen so weit erleichtern können, dass der Zustand einer Heilung nahe kommt. Die Art der Behandlung richtet sich dabei immer nach dem Stadium der Erkrankung. 

Äußerliche Behandlung mit Antibiotika

Als alleinige Behandlungsmethode (Monotherapie) werden Medikamente in Form von Cremes oder Gels nur bei sehr leichten Ausprägungen des ersten Stadiums genutzt. Dermatologen setzen hier vorwiegend auf das Antibiotikum Clindamycin. In den höheren Krankheitsstadien wird die topische (äußerliche) Therapie meistens ergänzend zur systemischen (inneren) oder operativen Behandlung angewandt.

Innere Behandlung mit Antibiotika oder Biologika

Die systemische (innere) Therapie mit Antibiotika-Tabletten kommt über alle Krankheitsstadien hinweg zum Einsatz. Über einen Zeitraum zwischen 6 und 12 Wochen wird mit einer Kombination aus Clindamycin und Rifampicin behandelt. Sollte eine Clindamycin-Unverträglichkeit vorliegen, kann auf Minocyclin ausgewichen werden. Falls dieser Ansatz keine ausreichende Wirkung zeigt, stehen alternativ Biologika zur Verfügung, die das körpereigene Immunsystem blockieren und damit Entzündungen verhindern. Zugelassen ist bisher das Biologikum Humira (ein TNF alpha Blocker)  mit dem Wirkstoff Adalimumab. In Studien wird zudem Guselkumab (Wirkstoff = Tremfya) getestet. Anders als bei schweren Ausprägungen der gewöhnlichen Akne zeigt eine Behandlung mit Isotretinoin bei Akne inversa keine Wirkung.

Operative Behandlung

Operationen sind vor allem im zweiten und dritten Stadium nötig, um die Symptome der Akne inversa dauerhaft zu lindern. Aber auch im ersten Stadium können OPs eine Alternative darstellen, wenn die anderen Behandlungsansätze keine Wirkung zeigen. Es gibt verschiedene OP-Methoden, bei denen die Wunden verschlossen werden, indem Hautgewebe von anderen Stellen entnommen wird (sogenannte Spalthauttransplantaion). .

Wie kann ich Akne inversa selbst behandeln?

Da es sich bei der Akne inversa um eine schwere Hauterkrankung handelt, muss die Behandlung immer in enger Absprache mit einem Spezialisten erfolgen. Das bedeutet auch, dass Du Dich als Betroffene/r von Hausmitteln, Forums-Tipps oder Globuli-Therapien fernhalten und stattdessen frühestmöglich die professionelle Diagnose eines Dermatologen einholen solltest. Auch Zugsalben, Zinksalben oder Vitamin-Therapien solltest Du niemals ohne vorherige Absprache ausprobieren. Dennoch gibt es einige Aspekte im Alltag, bei denen bereits kleine Veränderungen dabei helfen können, die Symptome zu lindern und die Ausbreitung nicht zu unterstützen.

Richtige Hautpflege und Vermeidung von Reizungen

Zunächst sollten  unnötige Hautreizungen bestmöglich verhindert werden. Das beginnt mit dem Tragen atmungsaktiver Kleidung und erstreckt sich bis zur Rasur. Hier solltest Du auf herkömmliche Nass- oder Trockenrasur verzichten und besser zu einem Haar-Trimmer auf niedrigster Stufe greifen. Alternativ kann auch eine Laser-Epilierung helfen. Zusätzlich solltest Du nicht vergessen, wirklich jedes Deiner Pflegeprodukte auf seine Verträglichkeit mit empfindlicher Haut zu überprüfen. Insbesondere Deos enthalten oftmals Stoffe, die wie Brandherde für die Ausbreitung wirken können. 

Anpassung des Lebensstils

Betroffene, die vollständig auf Nikotin verzichten, können nach circa einem Jahr mit einer deutlichen Besserung der Symptomatik rechnen. Da auch Übergewicht einen maßgeblichen Einfluss auf die Krankheit hat, spielen ausreichende Bewegung und die richtige Ernährung eine wichtige Rolle. 

Ernährung ist zwar weder Auslöser noch Heiler der Krankheit, eine Ernährungsumstellung kann aber zu einer deutlichen Reduktion der Symptome führen. Eine spezielle Diät oder Vergleichbares gibt es jedoch nicht. Betroffene sollten jedoch grundsätzlich größere Mengen Zucker, Kohlenhydrate und tierische Fette vermeiden und sich an den Vorgaben für eine entzündungshemmende Ernährung orientieren. 

Erhalte relevante Inhalte rund ums Thema Akne

PayPalVisaAmerican ExpressMstercardSepa
Unsere ProdukteErfahrungenUnsere ÄrzteFAQSo funktioniert’sInhaltsstoffeHautratgeberKontaktiere unsThemen
PayPalVisaAmerican ExpressMstercardSepa
AGBImpressumDatenschutzerklärung