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Akne inversa – was hilft?

Akne-Arten
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Dr. Sarah Bechstein

Mitbegründerin von FORMEL SKIN

In diesem Artikel

Wer unter Akne Inversa leidet, kennt die typischen Herausforderungen: schmerzhafte Knoten, wiederkehrende Entzündungen und oft einen langen Weg bis zur richtigen Diagnose. Die chronisch-entzündliche Hauterkrankung wird häufig missverstanden und viel zu spät erkannt, dabei kann eine frühe Diagnose den Verlauf entscheidend verbessern.

In diesem Ratgeber erfährst Du, woran Du Akne Inversa erkennst, welche Ursachen und Risikofaktoren eine Rolle spielen und welche Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen.

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Das Wichtige in Kürze:

  • Akne inversa tritt vor allem an den Achseln, am Po, an der Leiste und im Genitalbereich auf, da diese Stellen stärker behaart sind und größere Hautfalten haben.
  • Durch Entzündungen der Haarwurzel an den betroffenen Stellen und damit einhergehende eitrige Abszesse kommt es zu verschiedenen Symptomen und anderen Begleiterkrankungen.
  • Akne inversa kann nach Ausbruch nicht vollständig behandelt werden. Durch Therapien und Medikamente kann das Leben mit der Erkrankung jedoch stark erleichtert werden.
  • Mit dem Code SKINCODE2x40 erhältst Du 40 % Rabatt auf die ersten beiden Behandlungsmonate

Was ist Akne Inversa?

Medizinisch wird Akne Inversa auch Hidradenitis Suppurativa genannt. Der Begriff leitet sich vom lateinischen hidradenitis (Schweißdrüsenentzündung) und suppurativa (eitrig) ab. Diese Bezeichnung ist allerdings etwas irreführend: Heute weiß man, dass die Erkrankung nicht von den Schweißdrüsen ausgeht, sondern eine entzündliche Erkrankung der Haarfollikel ist. Durch eine Kombination aus genetischen, immunologischen und äußeren Faktoren entstehen tiefliegende Entzündungsherde, die sich zu schmerzhaften Knoten, Abszessen und Fistelgängen entwickeln können.

Akne Inversa verläuft chronisch, oft über viele Jahre. Frauen sind geringfügig häufiger betroffen als Männer, erste Symptome zeigen sich meist nach der Pubertät. Obwohl der Name Ähnlichkeiten mit klassischer Akne vermuten lässt, handelt es sich um eine eigenständige Hauterkrankung mit anderen Ursachen, Symptomen und Therapien.

Akne Inversa tritt typischerweise in Bereichen mit Reibung und Feuchtigkeit auf. Häufig betroffen sind:

  • die Achselhöhlen,

  • die Leisten und der Genitalbereich,

  • die Region unter der Brust,

  • der Gesäßbereich sowie

  • die Oberschenkelinnenseiten.

In diesen Arealen entstehen tiefliegende Entzündungen, die sich als schmerzhafte Knoten, Abszesse und später auch als Fistelgänge bemerkbar machen. Typisch ist, dass die Hautveränderungen immer wiederkehren, längere Zeit bestehen bleiben und leider auch häufig Narben hinterlassen.

Wichtig:

Akne Inversa ist nicht ansteckend, nicht durch mangelnde Hygiene verursacht und unterscheidet sich grundlegend von klassischer Akne (Acne vulgaris). Während Akne vulgaris die Talgdrüsen betrifft, entstehen die Entzündungen bei Akne Inversa tiefer in den Haarfollikeln.

Laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft sind in Deutschland rund 830.000 Menschen betroffen, die Dunkelziffer ist vermutlich höher, da viele Patient:nnen erst nach Jahren eine Diagnose erhalten.

Typische Symptome und Diagnose: So erkennst Du Akne Inversa

Die Erkrankung entwickelt sich oft schleichend. Erste Anzeichen werden leicht übersehen oder mit Pickeln verwechselt. Typisch sind:

  • Rötungen und Druckempfindlichkeit in Hautfalten

  • Tiefliegende, schmerzhafte Knoten und Abszesse

  • Austritt übelriechender Flüssigkeit, wenn sich Abszesse öffnen

  • Fistelgänge - tunnelartige Verbindungen unter der Haut

  • Narbenbildung, die mit der Zeit Bewegung einschränken kann

Die Symptome treten häufig in Schüben auf, zwischen denen sich die Haut teilweise beruhigt. Viele Betroffene berichten über eine deutliche Zunahme der Beschwerden bei Stress, Hitze oder hormonellen Schwankungen.

Schweregrade der Akne Inversa: Das Hurley-Stadium

Zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs wird bei Akne Inversa häufig die sogenannte Hurley-Klassifikation verwendet. Sie unterteilt die Erkrankung in drei Stadien, die sich nach Ausdehnung, Häufigkeit und Tiefe der Entzündungen richten. Während im Anfangsstadium meist nur vereinzelte Abszesse auftreten, bilden sich in fortgeschritteneren Stadien komplexe Fistelgänge und großflächige Vernarbungen. Diese Einteilung ist nicht nur für die Beschreibung des Schweregrads wichtig, sondern auch für die Auswahl der passenden Therapie. Daher sollte die Beurteilung immer durch eine erfahrene Dermatologin oder einen Dermatologen erfolgen.

Hurley-Stadium

Stadium I – Einzelne, isolierte Abszesse ohne Fistelgänge oder Narben.

Stadium II – Wiederkehrende Abszesse mit ersten Fistelgängen und begrenzter Narbenbildung, meist auf bestimmte Areale beschränkt.

Stadium III – Ausgedehnte, miteinander verbundene Fistelgänge und entzündliche Knoten mit deutlicher Narbenbildung über größere Hautflächen.

Die Therapie richtet sich stark nach dem jeweiligen Hurley-Stadium - von lokal begrenzten Behandlungen und entzündungshemmenden Medikamenten bis hin zu chirurgischen Eingriffen bei schweren Verläufen. Eine frühzeitige Einordnung kann helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und den Behandlungserfolg langfristig zu verbessern.

Diagnose: Warum sie oft so lange dauert

Die Diagnose von Akne Inversa erfolgt meist klinisch, also durch das Erkennen typischer Hautveränderungen und die Erhebung der Krankengeschichte. Zusätzlich können Ultraschall oder MRT eingesetzt werden, um tiefer liegende Entzündungen und Fistelgänge sichtbar zu machen. Diese ergänzenden Untersuchungen erleichtern eine exakte Stadieneinteilung und helfen, die passende Therapie zu planen.

Problematisch ist jedoch, dass es in Deutschland im Durchschnitt zehn bis zwölf Jahre dauert, bis Akne Inversa korrekt diagnostiziert wird. Das liegt zum einen daran, dass die Erkrankung in ihren frühen Stadien leicht mit gewöhnlicher Akne oder Furunkeln verwechselt wird. Zum anderen ist sie vielen noch immer zu wenig bekannt, was die richtige Einordnung der Symptome zusätzlich erschwert. Hinzu kommt, dass Schamgefühle eine große Rolle spielen: Viele Betroffene zögern, ihre Beschwerden offen anzusprechen und suchen erst spät ärztliche Hilfe, was die Diagnose weiter verzögert.

Eine frühe Diagnose kann den Verlauf entscheidend verbessern, da moderne Therapien das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und Schübe reduzieren können.

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Ursachen und Risikofaktoren bei Akne Inversa verstehen

Die genaue Entstehung von Hidradenitis Suppurativa ist komplex und noch nicht vollständig erforscht. Man weiß heute jedoch, dass es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt; genetische, immunologische, hormonelle und äußere Faktoren spielen hier zusammen.

Wichtige Einflussfaktoren im Überblick

  • Genetik: Rund ein Drittel der Betroffenen hat Angehörige mit Akne Inversa.

  • Immunsystem: Eine Fehlsteuerung führt zu einer überschießenden Entzündungsreaktion.

  • Hormone: Pubertät, Menstruation oder Schwangerschaft können Schübe verstärken.

  • Rauchen: Der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor - verschlechtert Entzündungen und Wundheilung.

  • Übergewicht: Verstärkt Reibung und begünstigt feucht-warmes Milieu.

  • Mechanische Reize: Enge Kleidung, starkes Schwitzen, Rasur.

  • Stress: Psychischer Druck kann den Krankheitsverlauf verschlechtern.

Akne Inversa entsteht nicht durch „falsches Verhalten“. Faktoren wie Rauchen oder Reibung können den Verlauf beeinflussen, sind aber nicht die eigentliche Ursache. Ein sensibler Umgang mit Schuldgefühlen ist daher sehr wichtig - für Betroffene und Behandelnde.

Auch die genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Akne Inversa. Studien zeigen eine familiäre Häufung: So berichtet eine deutschsprachige Übersichtsarbeit in Karger Kompass Dermatologie (2025), dass bei rund 34 % der Betroffenen Verwandte ersten Grades ebenfalls an HS erkrankt sind - ein klarer Hinweis auf eine genetische Prädisposition. Man geht davon aus, dass bestimmte genetische Faktoren die Entzündungsbereitschaft der Haarfollikel beeinflussen und damit die Anfälligkeit für die Erkrankung erhöhen. Diese Veranlagung allein führt zwar nicht zwangsläufig zum Ausbruch, kann aber in Kombination mit weiteren Risikofaktoren den Krankheitsverlauf deutlich begünstigen.

Hormonelle Faktoren spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von Akne Inversa. Viele Betroffene berichten, dass sich die Beschwerden insbesondere während hormoneller Umstellungsphasen verstärken, so etwa in der Pubertät, vor oder während der Menstruation oder während einer Schwangerschaft. Diese hormonellen Veränderungen können die Aktivität der Haarfollikel beeinflussen und Entzündungsprozesse begünstigen, was zu häufigeren oder intensiveren Schüben führen kann. Auch nach Absetzen hormoneller Verhütungsmittel beobachten manche Patient:innen eine Veränderung des Krankheitsverlaufs.

Akne Inversa behandeln: Die besten Strategien für mehr Lebensqualität

Die Behandlung von Akne Inversa erfordert Geduld und einen Plan, der genau zu Dir und Deinem Krankheitsverlauf passt. Eine Heilung im eigentlichen Sinne gibt es bisher nicht, doch mit einer frühzeitigen, konsequenten und individuell abgestimmten Therapie lassen sich Entzündungen, Schmerzen und Rückfälle deutlich reduzieren. So kannst Du den Verlauf der Erkrankung spürbar verbessern und wieder mehr Lebensqualität gewinnen.

Ein zentraler Bestandteil einer erfolgreichen Akne-Inversa-Therapie ist ein individuell abgestimmter Behandlungsplan, der sich an der Schwere der Erkrankung, Deinen Symptomen und Deinen persönlichen Lebensumständen orientiert. Weil Akne Inversa häufig komplex verläuft, ist eine interdisziplinäre Betreuung besonders wirkungsvoll. Oft arbeiten Dermatolog:innen, Chirurg:innen und Psycholog:innen Hand in Hand, um sowohl die körperlichen als auch die psychischen Aspekte gezielt anzugehen. Dieser ganzheitliche Ansatz hilft, Rückfälle zu vermeiden und den Alltag mit der Erkrankung deutlich zu erleichtern.

Der Einfluss von Lebensstil und Hautpflege

Ein gesunder Lebensstil und eine angepasste Hautpflege können den Verlauf der Akne Inversa spürbar positiv beeinflussen. Besonders entscheidend ist der Rauchstopp: Nikotin gilt als der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor. Es verschlechtert die Durchblutung, behindert die Wundheilung und fördert Entzündungen. Viele Betroffene berichten schon wenige Wochen nach dem Rauchverzicht von weniger schmerzhaften Schüben - einige Kliniken führen sogar keine Operationen durch, solange Patient:innen noch rauchen.Auch das Körpergewicht spielt eine wichtige Rolle. Übergewicht führt zu stärkerer Reibung und Druck in Hautfalten, was Entzündungen zusätzlich begünstigt. Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und hochwertigen Fetten kann helfen, das Gewicht langfristig zu stabilisieren und Entzündungsprozesse zu reduzieren. Besonders fettreiche oder stark verarbeitete Lebensmittel stehen im Verdacht, Entzündungen zu fördern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont in ihren Empfehlungen, dass Übergewicht zu den zentralen Risikofaktoren für chronisch-entzündliche Erkrankungen zählt und eine bedarfsgerechte Ernährung wesentlich zur Vorbeugung beiträgt.

Neben Ernährung und Bewegung solltest Du auch auf Stressmanagement achten: Yoga, Meditation oder Entspannungstechniken können helfen, Schübe abzumildern, da Stress nachweislich entzündungsfördernde Prozesse im Körper aktiviert.

Auch Deine tägliche Hautpflege hat einen großen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Verwende milde, pH-neutrale oder antiseptische Reinigungsprodukte, die frei von Duftstoffen und Alkohol sind. Aggressive Peelings, Rasuren und sehr enge Kleidung können die Haut zusätzlich reizen und sollten vermieden werden. Stattdessen sind atmungsaktive Stoffe und sanfte Haarentfernung wie z. B. Trimmen empfehlenswert.

Wenn sich bereits offene Stellen oder Abszesse gebildet haben, ist eine sorgfältige Wundpflege besonders wichtig. Lass Dich dabei am besten von Fachpersonal unterstützen - auf diese Weise können Infektionen verhindert und die Heilung optimal begleitet werden.

Gut zu wissen:

Klinische Studien zeigen, dass Rauchstopp und Gewichtsreduktion zu den wirksamsten nicht-medikamentösen Maßnahmen gehören. Auch eine konsequente Hautpflege und Stressbewältigung tragen dazu bei, die Schubhäufigkeit zu verringern und den Alltag mit Akne Inversa leichter zu machen.

Medikamentöse Therapien: Entzündungen gezielt bekämpfen

Medikamentöse Behandlungen bilden häufig die Grundlage einer wirksamen Therapie bei Akne Inversa. Ziel ist es, akute Entzündungen zu lindern, neue Schübe zu verhindern und das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Welche Medikamente für Dich infrage kommen, hängt vom Schweregrad, von Deinen Symptomen und davon ab, wie Deine Haut bisher auf andere Therapien reagiert hat.

Antibiotika: Erste Wahl bei leichter bis mittlerer Akne Inversa

In leichteren Fällen werden häufig Antibiotika eingesetzt. Sie wirken entzündungshemmend und können das bakterielle Gleichgewicht der Haut verbessern. Je nach Ausprägung kommen sie lokal, also in Form von Lösungen oder Cremes (z. B. Clindamycin), oder systemisch als Tabletten zum Einsatz. Besonders bewährt hat sich die Kombination aus Clindamycin und Rifampicin, die über mehrere Wochen eingenommen wird. Sie kann die Zahl der Entzündungsherde deutlich verringern und die Haut beruhigen.

Biologika: Moderne Wirkstoffe bei schwerer Akne Inversa

Bei mittelschwerer bis schwerer Akne Inversa werden zunehmend Biologika eingesetzt, also moderne, biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in die Entzündungsprozesse des Körpers eingreifen. In Deutschland ist derzeit Adalimumab als einziges Biologikum für Hidradenitis Suppurativa zugelassen. Es blockiert bestimmte Entzündungsbotenstoffe (TNF-α) und kann die Häufigkeit sowie Intensität von Schüben deutlich reduzieren. Weitere Wirkstoffe, darunter Secukinumab und Bimekizumab, befinden sich bereits in klinischen Studien und zeigen ebenfalls vielversprechende Ergebnisse.

Da Biologika das Immunsystem beeinflussen, sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig, um Nebenwirkungen wie ein erhöhtes Infektionsrisiko frühzeitig zu erkennen.

Kortisonpräparate: Hilfe bei akuten Entzündungen

Auch Kortisonpräparate - Corticosteroide - können in akuten Phasen eingesetzt werden. In Form von Injektionen direkt in die entzündeten Areale helfen sie, Schmerzen und Schwellungen schnell zu lindern. Für eine langfristige Therapie sind sie jedoch nicht geeignet, da sie die Hautstruktur auf Dauer schwächen können.

Retinoide und Metformin: Unterstützende Therapieoptionen

Retinoide, also Vitamin-A-Abkömmlinge wie Acitretin, wirken entzündungshemmend, werden bei Akne Inversa aber meist nur ergänzend eingesetzt, da ihre Wirksamkeit im Vergleich zu anderen Akneformen geringer ist. Eine weitere interessante Option ist Metformin, ursprünglich ein Medikament zur Behandlung von Diabetes. Es kann bei Patient:innen mit Übergewicht oder Stoffwechselstörungen helfen, das Gewicht zu regulieren und Entzündungen positiv zu beeinflussen.

Schmerztherapie: Mehr Wohlbefinden im Alltag

Da Schmerzen bei Akne Inversa einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden haben, gehört auch eine individuelle Schmerztherapie zur Behandlung. Je nach Bedarf können Medikamente, lokale Betäubungen, Akupunktur oder Entspannungstechniken ergänzend eingesetzt werden, um den Alltag erträglicher zu machen.

Regelmäßige Kontrolle für nachhaltigen Erfolg

Egal, welche Therapieform gewählt wird - eine engmaschige Betreuung durch Dermatolog:innen ist entscheidend. Jede Behandlung muss regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, da die Reaktion auf Medikamente individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Durch die richtige Kombination aus Medikamenten, Hautpflege und begleitenden Maßnahmen lassen sich Schübe häufig deutlich reduzieren und das Hautbild langfristig stabilisieren.

Operative Behandlungen: Dauerhafte Linderung bei schweren Verläufen

Wenn Medikamente und lokale Therapien nicht mehr ausreichen, können operative Eingriffe oft die wirksamste Lösung sein. Ziel ist es, entzündetes oder vernarbtes Gewebe dauerhaft zu entfernen, um neue Schübe zu verhindern und die Lebensqualität spürbar zu verbessern.

Ein relativ einfacher Eingriff ist die Inzision, also das gezielte Öffnen eines Abszesses. Sie verschafft zwar rasch Erleichterung, behandelt aber nicht die eigentliche Ursache der Erkrankung. Etwas nachhaltiger ist das sogenannte Deroofing: Dabei werden die „Dächer“ von Fistelgängen entfernt, sodass die betroffenen Bereiche offen abheilen können. Diese minimalinvasive Methode ist gewebeschonend, senkt die Rückfallquote deutlich und eignet sich vor allem für oberflächliche Läsionen. Laut der aktuellen S2k-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wird das Deroofing als effektive chirurgische Technik mit vergleichsweise niedriger Rezidivrate von etwa 15 % beschrieben und zählt damit zu den etablierten Verfahren in der Behandlung von Akne Inversa.

Bei schweren oder großflächigen Verläufen kann eine weite Exzision notwendig sein. Dabei wird das entzündete Gewebe vollständig entfernt, um die Entzündungsherde langfristig zu beseitigen. Die Heilung erfolgt häufig sekundär, also von unten nach oben, und kann mehrere Wochen bis Monate dauern. In manchen Fällen ist eine Hauttransplantation erforderlich, um den Heilungsprozess zu unterstützen und die Funktionalität der betroffenen Hautpartien wiederherzustellen.

Als Alternative zur klassischen Operation wird z.T. auch die CO₂-Laserablation eingesetzt. Sie ermöglicht eine präzise Entfernung erkrankten Gewebes mit gleichzeitig geringerer Narbenbildung und verkürzter Heilungszeit. Zusätzlich kann eine Vakuumtherapie - VAC-Therapie - helfen, die Wundheilung zu beschleunigen, indem sie das Gewebe besser durchblutet und die Neubildung von Hautzellen anregt.

Trotz aller Fortschritte gilt: Rückfälle sind möglich, und ihr Risiko hängt stark von der gewählten Operationsmethode, der betroffenen Körperregion und individuellen Faktoren ab. Eine sorgfältige Nachsorge, gute Wundpflege und gegebenenfalls begleitende medizinische Therapie sind daher entscheidend, um langfristig beschwerdefrei zu bleiben.

Physikalische Therapien: Laser- und Lichttherapien 

Neben Medikamenten und chirurgischen Verfahren spielen auch physikalische Therapien eine immer wichtigere Rolle bei der Behandlung von Akne Inversa. Besonders bewährt hat sich die LAight®-Therapie, eine Kombination aus Licht- und Radiofrequenzwellen. Sie kann unabhängig vom Schweregrad eingesetzt werden, wirkt entzündungshemmend, lindert Schmerzen und lässt sich gut mit anderen Behandlungsformen kombinieren.

Auch Lasertherapien kommen zunehmend zum Einsatz. Der langgepulste Nd:YAG-Laser zerstört gezielt Haarfollikel und kann so Entzündungen reduzieren sowie als sekundäre Präventionsmaßnahme dienen, um neue Herde zu vermeiden. Darüber hinaus wird er häufig zur unterstützenden Haarentfernung genutzt, um Reibung und Reizungen in betroffenen Hautarealen zu minimieren. Je nach individueller Situation können auch andere Laserverfahren in Betracht gezogen werden.

Psychologische Bewältigungsstrategien

Ebenso wichtig wie die körperliche Behandlung ist die psychologische Unterstützung. Akne Inversa ist oft mit erheblichen seelischen Belastungen verbunden: Schmerzen, sichtbare Hautveränderungen und wiederkehrende Entzündungen können zu Scham, sozialem Rückzug oder Depressionen führen. Eine psychologische Begleitung hilft, positive Bewältigungsstrategien zu entwickeln, die Lebensqualität zu verbessern und den Umgang mit der chronischen Erkrankung langfristig zu erleichtern.

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Begleiterkrankungen: Mehr als nur eine Hauterkrankung

Akne Inversa betrifft nicht nur die Haut, sondern kann auch mit verschiedenen Begleiterkrankungen einhergehen. Häufig treten Stoffwechselstörungen wie das metabolische Syndrom, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn), rheumatische Erkrankungen, Psoriasis sowie hormonelle Störungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom PCOS auf. Auch kardiovaskuläre Erkrankungen und psychische Belastungen wie Depressionen oder Angststörungen sind überdurchschnittlich häufig. 

Ein strukturierter Alltag, eine gute ärztliche Anbindung und der offene Umgang mit der Erkrankung können dazu beitragen, die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind daher wichtig, um solche Begleiterkrankungen frühzeitig zu erkennen und gezielt mitbehandeln zu können. Ein strukturierter Blick über die Haut hinaus trägt entscheidend zu einer erfolgreichen, ganzheitlichen Therapie bei.

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Zukunft der Akne-Inversa-Therapie: Neue Ansätze und vielversprechende Entwicklungen

Die Forschung zu Akne Inversa entwickelt sich derzeit rasant weiter und gibt vielen Betroffenen berechtigte Hoffnung auf effektivere Behandlungsmöglichkeiten in der Zukunft. Wissenschaftler:innen arbeiten an präziseren Diagnosemethoden, um die Erkrankung früher und zuverlässiger erkennen zu können. Parallel dazu wird das genetische und immunologische Fundament der Krankheit immer besser verstanden – ein wichtiger Schritt, um personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln, die genau auf den individuellen Krankheitsverlauf zugeschnitten sind.

Besonders spannend sind neue Therapieansätze mit innovativen Wirkmechanismen. Dazu gehören unter anderem sogenannte JAK-Inhibitoren, die gezielt in Entzündungsprozesse eingreifen und das Potenzial haben, Schübe deutlich zu reduzieren. Auch nicht-medikamentöse Behandlungsformen werden weiterentwickelt, um die Symptome langfristig besser kontrollieren zu können. Diese Fortschritte wecken die berechtigte Hoffnung, dass Akne Inversa künftig effektiver behandelt oder vielleicht sogar dauerhaft kontrolliert werden kann.

Checkliste: Selbsthilfe bei Akne Inversa

Nichtrauchen

Reibung & Schwitzen reduzieren

Sanfte Reinigung ohne aggressive Zusätze

Stresslevel beobachten

Regelmäßige dermatologische Kontrollen

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FAQ

  • Wie unterscheidet sich Akne inversa von gewöhnlicher Akne?

    Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen gehören neben dem Krankheitsursprung und der Schwere der Symptome vor allem die betroffenen Körperstellen: Während herkömmliche Akne besonders im Gesicht, auf dem Rücken und auf der Brust vorkommt, sind bei der Akne inversa vor allem die Achseln, der Po, die Leiste und der Genitalbereich bzw. Intimbereich betroffen.

  • Anhand welcher Symptome erkenne ich eine Akne inversa?

    Die Symptome der Akne inversa werden medizinisch in 3 sogenannte “Hurley-Stadien” unterteilt: Stadium I: Einzelne schmerzhafte Knoten und Verdickungen. Stadium II: Fistelgänge unter der Haut und Abszesse, die häufig Narben verursachen. Stadium III: Flächiger Befall mit Abszessen, Fistelgängen und Narben. Oft flächige Narbenbildung, die zu Bewegungseinschränkungen führt.

  • Welche Ursachen kann eine Akne inversa haben?

    Die Ursachen der Akne invera konnten bisher nicht vollständig geklärt werden. Studien gehen davon aus, dass dieser Akne-Form eine fehlerhafte Steuerung des Immunsystems zugrunde liegt und es sich um eine multifaktorielle Erkrankung handelt, zu deren Auslösern hormonellen Faktoren und externe Einflüsse gehören. Umstritten ist hingegen der Aspekt der Vererbbarkeit.

  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Akne inversa?

    Äußerlich mit Cremes oder Gelen wird Akne inversa meist nur bei leichten Ausprägungen des ersten Stadiums behandelt. Für die innere Behandlung mit Tabletten kommen unter anderem Antibiotika und Biologika infrage. Häufig lassen sich die Symptome nur durch operative Eingriffe dauerhaft lindern.

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