Akne

Inhaltsverzeichnis

Wie lassen sich Aknenarben behandeln?

In vielen Fällen bleiben nach der Abheilung von Akne keine langfristigen Folgen für das Hautbild zurück. War die Akne jedoch stark ausgeprägt, kann sie in vielen Fällen auch mit einer starken Narbenbildung einhergehen. Die Narben wirken sich auf das Hautbild aus und können eine enorme psychische Belastung darstellen.

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Wie entstehen Narben bei Akne?

Ob und in welchem Ausmaß Narben entstehen, hängt von der Art der Akne-Erkrankung, dem Hauttyp und dem Alter der Betroffenen ab. Bei älteren Akne-Patienten ist die natürliche Regenerationsfähigkeit der Haut bereits eingeschränkt und die Narbenbildung wird dadurch begünstigt. Auslöser der Narbenbildung ist immer eine Verletzung der mittleren Hautschicht (Dermis auch Lederhaut genannt), in der sich unter anderem die Talg- und Schweißdrüsen sowie Nerven und Muskelzellen befinden. Ist die Dermis beschädigt, wird ein faserreiches Ersatzgewebe gebildet und die Narbe stellt den Endzustand der Wundheilung dar. In den meisten Fällen sind falsch ausgewählte Behandlungsmethoden oder das selbstständige Ausdrücken oder Berühren (und dadurch mehr Bakterienbesiedlung) für die Narbenbildung verantwortlich. 

Das Ersatzgewebe unterscheidet sich vom restlichen Hautbild, da es die meisten physiologischen bzw. natürlichen Hautfunktionen (z. B. Haarwachstum) verliert. Zusätzlich gehen die Melanozyten (Pigmentzellen) der Haut verloren, wodurch die Narben wesentlich heller sind als die umliegende Haut (die dunklen “Narben” oder Pickelmale werden weiter unten erklärt). Da sowohl die Durchblutung als auch die Neubildung elastischer Fasern stark eingeschränkt ist, kommt es zu den typischen Verhärtungen. „Totes” Gewebe sind die Narben aber trotzdem nicht: Es kommt zu ständigen Umbauprozessen, die auch als „Narbenreifung” bezeichnet werden. Bis die Narbe ihren endgültigen Zustand erreicht hat, können deshalb Monate oder sogar Jahre vergehen. 

An welchen Körperstellen entstehen Aknenarben?

Grundsätzlich können Aknenarben überall am Körper und im Gesicht entstehen – hauptsächlich betroffen sind meistens aber das Kinn, die Wangen und der Rücken. 

Narben dürfen aber nicht mit Pickelmalen verwechselt werden. Dabei handelt es sich um eine rot-bräunliche Hyperpigmentierungen, die nach den entzündlichen Pickeln zurückbleiben. Sie verblassen mit der Zeit von selbst und sollten vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. 

Unterschiedliche Narben-Typen 

Atrophe Narben entstehen durch Langzeitentzündungen, die unter anderem durch das anhaltende Drücken an Pickeln zustande kommen. Sollte die Wunde nicht richtig verheilen und zu wenig neues Bindegewebe gebildet werden, entstehen sichtbare Vertiefungen (Atrophien).

Im Gegensatz dazu wölbt sich die Haut bei hypertrophen Narben (sogenannten Keloidnarben) nach außen. Hier wird zu viel Ersatzgewebe gebildet und es kommt zu Wülsten (Hypertrophien- also überschießende Gewebsbildung) über der umliegenden Haut. Diese Narbenart tritt hauptsächlich am Dekolleté und den Schultern auf und kann starkes Jucken und Schmerzen verursachen. Die Neigung zu einer verstärkten Keloidbildung kann auch genetisch bedingt sein und tritt häufiger bei dunkelen Hauttypen auf

Behandlung: Wie kann ich Aknenarben  behandeln?

Die Problematik der Narbenbehandlung: Sowohl atrophe als auch hypertrophe Narben lassen sich nicht restlos entfernen. In vielen Fällen lassen sie sich aber stark abmildern und auf ein Stadium reduzieren, in dem sie wesentlich weniger sichtbar sind. Einfach und schnell entfernen lassen sich die Narben jedoch nie.

Grundsätzlich sind die Möglichkeiten und Erfolgsaussichten einer Behandlung immer stark vom Typ, der Größe und der Form der Narbe abhängig. Auch die Körperstelle spielt eine wichtige Rolle, da nicht jede Behandlungsmethode für Narben im Gesicht geeignet ist. 

Eigenständige Behandlung mit Cremes und Peelings

Grundsätzlich gehört die Narbenbehandlung immer in die Hände eines Spezialisten. Nichtsdestotrotz gibt es einige Mittel für den Hausgebrauch, die die professionelle Behandlung unterstützen können. Hierzu gehören unter anderem Narbensalben, Cremes und Gels, die die Durchblutung des Gewebes anregen und die Haut an den betroffenen Stellen weicher und ebener werden lassen. Alternativ können Fruchtsäure-Peelings für den Eigengebrauch (max. Konzentration 12 %) helfen.

Auch wenn Du gerne jedes erdenkliche Mittel ausprobieren würdest, um die Narben loszubekommen: Es ist wichtig, Hausmittel wie Honig oder Zitrone nicht auf gut Glück zu testen, sondern jedes Mittel vorab mit einem Dermatologen abzusprechen. Das gilt auch für sämtliche Veränderungen oder Nebenwirkungen während einer abgesprochenen Behandlung: Sollte es beispielsweise zu starken Rötungen im Gesicht kommen, ist eine professionelle Einschätzung wichtig.

Professionelle Behandlungsmöglichkeiten

Manche der nachfolgenden Methoden können auch von Kosmetikern anstatt von Dermatologen durchgeführt werden. Dennoch sollte die Einschätzung des Dermatologen nicht ausgelassen werden, da eine falsch ausgewählte Behandlungsmethode schnell zu unnötigen Schmerzen und sogar zu einer verstärkten Narbenbildung führen kann. Die Kosmetiker arbeiten oft eng mit den Dermatologen zusammen.

Da viele der Behandlungsmethoden auch umliegende Hautbereiche schädigen können, muss die Haut vor zusätzlichen Problemen geschützt werden. Kommt es zu schmerzhaften Rötungen, sollte auf fettige Cremes, dickschichtiges Make-up und direkte UV-Einstrahlung verzichtet werden. Gleichzeitig besteht während der Behandlungszeit ein größeres Risiko für bakterielle Infektionen, weshalb sorgfältige Hygiene besonders wichtig ist. 

Fruchtsäuren ,chemische Peelings und Retinoide – Kollagenaufbau 

Bei atrophen Narben können Peelings mit Fruchtsäuren, Salicylsäure dabei helfen, ein ebenmäßigeres Hautbild zu erzeugen. Der wertvollste Wirkstoff für Narbenreduktion ist jedoch Tretinoin, hier wird der  Kollagenaufbau am stärksten angeregt und neues Gewebe gebildet werden kann. Ein weiterer positiver Effekt: die erhöhte Kollagenproduktion glättet auch feine Fältchen. Diese Methoden eignen sich insbesondere bei Aknenarben.
Während Fruchtsäuren für den Privatgebrauch nur in niedriger Konzentration erhältlich sind, kann die Behandlung unter dermatologischer Aufsicht mit Konzentrationen von bis zu 70 % durchgeführt werden. So können auch tieferliegende Hautschichten effektiv erreicht werden. Da Fruchtsäure zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen kann, sollte Sonnenschutz verwendet werden. Wir empfehlen grundsätzlich einen Sonnenschutz mit mindestens Faktor 30 und besser noch 50 zu verwenden. Man sollte die Behandlung zudem vor allem im Herbst / Winter durchführen und in den Sommermonaten pausieren.

Mikrodermabrasion – Schonendes Abtragen äußerer Hautschichten

Dermabrasionen dürfen nur von Dermatologen durchgeführt werden. Dabei werden mithilfe von Kristallen gezielt die äußeren Hautschichten abgetragen: Das Problem: Die Behandlung ist kann schmerzhaft sein, und kann sogar mit lokaler Betäubung durchgeführt werden. Der Nachteil: sie kann über mehrere Wochen Rötungen zurücklassen. Die Mikrodermabrasion stellt die sanftere und weitestgehend schmerzfreie Variante der Behandlung dar und kann bei medizinischen Kosmetikerinnen / Kosmetikern durchgeführt werden. Deshalb kommt sie bei der Narbenbehandlung auch wesentlich häufiger zum Einsatz als die Dermabrasion, hat jedoch einen niedrigeren Wirkungsgrad.

Microneedling – Besseres Hautbild durch Dermaroller-Behandlung

Bei dieser Behandlung kommt ein sogenannter Dermaroller zum Einsatz. Dieses Gerät verfügt über eine Vielzahl winziger Nadeln, die in die Haut stechen und so eine Wundheilung anregen. Da der Körper als Reaktion unter anderem Elastin, Kollagen und Hyaluronsäure produziert, kann diese Behandlungsmethode für ein besseres und frischeres Hautbild an den betroffenen Stellen sorgen. Die Dermarollerbehandlung sollte ausschließlich beim Dermatologen oder Kosmetologen durchgeführt werden, da die Roller für den Hausgebrauch nicht steril (sie können also sogar die Ausbreitung von Bakterien begünstigen)  genug sind und zusätzlich nicht über die nötige Nadellänge verfügen.

Lasertherapie – Erneuerung der betroffenen Hautstellen

Bei dieser Art der Behandlung wird die Haut durch das Lasern gezielt verletzt, um den natürlichen Heilungsprozess des Körpers anzusteuern und für eine Erneuerung der betroffenen Hautstellen zu sorgen. Die Kollagenproduktion während der Heilung führt zu einer Straffung der Haut. In vielen Fällen kommen dafür sogenannte CO2- oder Fraxel-Laser zum Einsatz. Ein schnelles „Weglasern” der Narben sollte man aber auf keinen Fall erwarten: Die Behandlungen bestehen oft aus mehreren Sitzungen und sind mit hohen Kosten verbunden.

Kryotherapie – Kältebehandlung bei großen Narben 

Bei hypertrophen Narben kann eine Behandlung mit flüssigem Stickstoff in Kombination mit Kortison sinnvoll sein. Nachdem das betroffene Gewebe mit Kälte behandelt wurde, wird Kortison in die Narbe eingespritzt. Diese Art der Behandlung eignet sich nur für sehr große Narben. Durch das Kortison kann es jedoch auch zu einer Atrophie der Umgebungshaut kommen, sodass diese eingesunken wirkt. 

Narbenrevision – Hautanpassung durch Operation

In einigen Fällen können Narben operativ entfernt werden. Nachdem die Haut an den betroffenen Stellen wieder vernäht wurde, besteht aber bei Menschen, die grundsätzlich zu Keloidnarben neigen, ein hohes Risiko einer erneuten Keloidbildung.

Welche Kosten entstehen bei einer professionellen Narbenbehandlung?

Wer Aknenarben „loswerden” will, muss zwei Dinge im Kopf behalten: Zum einen lassen sich mit Hausmitteln nur geringe Erfolge erzielen und zum anderen kann eine professionelle Behandlung mit hohen Kosten verbunden sein. Da sich die einzelnen Behandlungsarten stark voneinander unterscheiden und auch immer Art und Größe der Narbe eine entscheidende Rolle spielen, lassen sich keine allgemeingültigen Behandlungskosten nennen. Die Kosten pro Sitzung können je nach Methode aber zwischen 100 € (Microneedling) und 400 bis 1.500 € (Laserbehandlung) liegen.

Aknenarben können mit Hilfe von der oben aufgeführten Wirkstoffe und Ansätze teilweise reduziert werden. 

Wie kann ich Aknenarben vorbeugen?

Besonders bei schweren Ausprägungen (z. B. Akne conglobata) der gewöhnlichen Akne (Akne vulgaris) ist es manchmal nicht möglich, die Narbenbildung zu verhindern. Wer jedoch nicht selbst Pickeln und Mitessern ausdrückt und bereits bei den ersten Anzeichen einer Vernarbung die Einschätzung eines Dermatologen einholt und eine frühzeitige Behandlung mit dem richtigen Wirkstoff bekommt, minimiert das Risiko deutlich.

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