Die 4 wichtigsten Wirkstoffe im Detail
1. Salicylsäure (BHA), der Porenwächter
Salicylsäure ist fettlöslich. Damit ist sie einzigartig, denn im Gegensatz zu wasserbasierten Säuren kann sie in die Poren eindringen, eingelagerten Talg lösen und die fehlerhafte Verhornung aufbrechen, aus der Mitesser entstehen. Klinische Studien zeigen, dass 2 % Salicylsäure die Anzahl entzündlicher und nichtentzündlicher Hautveränderungen signifikant reduziert. Salicylsäure hat damit eine Wirkung gegen Akne.
Täglicher Sonnenschutz ist unerlässlich, wenn Du Salicylsäure verwendest, da sie die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen kann.
Wofür ist Salicylsäure ideal? Salicylsäure wirkt gegen Mitesser (Komedonen), verstopfte Poren und fettige Haut.
Wie wird Salicylsäure angewendet? Am besten abends auf die feuchte Haut auftragen und 1–2-mal wöchentlich einschleichen.
2. Niacinamid, der Stabilisierer
Niacinamid (Vitamin B3) ist der vielseitigste und verträglichste Wirkstoff gegen Akne. Es reguliert die Talgproduktion, stärkt die Hautbarriere, hemmt Entzündungen und reduziert Pickelmale. In klinischen Studien wurde belegt, dass 5 % Niacinamid nach 12 Wochen feine Linien, Poren und Pigmentungleichmäßigkeiten verbesserte.
Die optimale Niacinamid-Konzentration liegt bei 2–5 % – dahin geht die Empfehlung. Ab 10 % steigt das Reizrisiko durch Niacinamid. Daher wurden Studien auch fast ausnahmslos mit bis zu 5 % durchgeführt.
Wofür ist Niacinamid ideal? Niacinamid eignet sich für alle Hauttypen, auch empfindliche und reizbare Haut. Es kann zur Talgregulierung verwendet werden und ist gut mit anderen Wirkstoffen kombinierbar.
Wie wird Niacinamid angewendet? Niacinamid kann morgens und abends verwendet werden, ist allgemein sehr gut verträglich und mit fast allem kombinierbar.
3. Retinol vs. Tretinoin – der wichtigste Unterschied, den kaum jemand erklärt
Hier entsteht wohl am meisten Verwirrung. Retinoid ist ein Oberbegriff für Vitamin-A-Derivate, zu denen unter anderem Retinol, Adapalen und Tretinoin gehören. Eine Frage aber bleibt: Retinol oder Tretinoin bei Akne?
Retinol ist in der Drogerie rezeptfrei erhältlich. Es wird nach der Hautaufnahme erst in mehreren Schritten in die aktive Form Retinsäure umgewandelt. Es ist somit wirksam, aber deutlich schwächer und langsamer als verschreibungspflichtige Retinoide.
Wofür ist Retinol ideal? Retinol ist gut für Einsteiger:innen mit empfindlicher und zu leichter Akne neigender Haut sowie als Anti-Aging-Mittel.
Adapalen/Tretinoin sind meist verschreibungspflichtig. Sie binden direkt an die Retinoidrezeptoren in der Haut. Adapalen erwies sich in Studien im Vergleich zu topischen Antibiotika bei entzündlicher Akne als wirksamer. Tretinoin gilt als Goldstandard für Akne und Hauterneuerung. Es ist für moderate bis schwere Akne deutlich effektiver als rezeptfreies Retinol.
Zusammenfassend ist Retinol aus der Drogerie ein guter Einstieg. Für behandlungsbedürftige Akne führt der Weg allerdings meist über eine ärztliche Verschreibung.
Wie werden Retinoide angewendet? Da sie die Haut lichtempfindlich machen, sollten sie abends verwendet werden. Morgens solltest Du Sonnenschutz auftragen. Retinoide sollten langsam eingeschlichen werden, also zunächst einmal in der Woche, später kannst Du die Anwendungshäufigkeit steigern.
4. Azelainsäure, der Allrounder für empfindliche Haut
Azelainsäure wirkt entzündungshemmend sowie antibakteriell gegen C. acnes und reduziert Pickelmale. Der große Vorteil ist, dass sie auch für empfindliche Haut, bei Rosacea und in der Schwangerschaft geeignet ist. Azelainsäure ist somit eine wichtige Alternative, wenn Retinoide nicht in Frage kommen.
Azelainsäure ist in Konzentrationen von 10–15 % frei verkäuflich, während höhere Konzentrationen von 15–20 % verschreibungspflichtig sind – ein Unterschied, der klinisch gut belegt ist.
Wofür ist Azelainsäure ideal? Azelainsäure wirkt gegen entzündliche Akne, Pickelmale, empfindliche Haut und Rosacea.
Wie wird Azelainsäure angewendet? Azelainsäure kann morgens und/oder abends aufgetragen werden und ist gut mit Niacinamid kombinierbar.