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Frag einen Dermatologen: Antibiotika oder Creme bei Akne: Was ist leitliniengerecht?

Frag einen Dermatologen
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Dr. Sarah Bechstein

Mitbegründerin von FORMEL SKIN

In diesem Artikel

  • Nutzerfrage an unser Ärzteteam
  • Antwort unserer Dermatologin
  • Deine Vorteile mit FORMEL SKIN:
  • Warum Antibiotika bei Akne eingesetzt werden
  • Reicht eine Creme aus, oder braucht es zusätzlich Antibiotika?
  • Das Resistenzproblem bei Akne
  • Was passiert nach den drei Monaten?
  • Wann reicht eine Creme und wann nicht?
  • Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Nutzerfrage an unser Ärzteteam

Liebe Formel Skin-Experten, 

mein Hautarzt hat mir Doxycyclin für drei Monate verschrieben, gleichzeitig soll ich abends Adapalen-Creme nutzen. Brauche ich wirklich beides? Antibiotika klingen für mich nach schwerer Erkrankung, nicht nach Pickeln. Und was passiert nach den drei Monaten?

Skeptisch mit Rezept,

Sofia

Antwort unserer Dermatologin

Liebe Sofia, 

Akne kann frustrierend sein – vor allem dann, wenn plötzlich Antibiotika ins Spiel kommen. Genau das beschäftigt auch Sofia, die sich fragt, warum sie wegen ihrer Pickel gleich Doxycyclin einnehmen soll und zusätzlich noch eine Adapalen-Creme bekommt. Die kurze Antwort: Ihr Hautarzt behandelt nach aktuellen medizinischen Leitlinien.

Denn moderne Aknetherapie setzt heute fast nie nur auf ein einzelnes Medikament. Stattdessen wird die Behandlung gezielt kombiniert, um Entzündungen schneller zu beruhigen, Rückfälle zu verhindern und gleichzeitig das Risiko für Antibiotikaresistenzen zu reduzieren.

Wichtig zu wissen: Antibiotika werden bei Akne nicht eingesetzt, weil Akne eine klassische Infektion ist. Sie helfen vor allem gegen die entzündliche Komponente der Erkrankung. Trotzdem gelten klare Regeln: Antibiotika nur zeitlich begrenzt, niemals allein und immer kombiniert mit einer passenden topischen Therapie.

 

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Deine Vorteile mit FORMEL SKIN:

  • Individuelles Behandlungs- & Pflegeset gegen Akne, hormonelle Pickel und unreine Haut
  • Wirkstoffe auf Dich und Deine Haut zugeschnitten
  • Persönlicher Kontakt zu Deiner/m Ärzt:in
  • Mit dem Code SKINCODE2X40 erhältst Du 40 % Rabatt auf die ersten beiden Behandlungsmonate – wenn Du nicht überzeugt bist, bekommst Du von uns Dein Geld zurück.

Warum Antibiotika bei Akne eingesetzt werden

Akne entsteht nicht einfach durch „unreine Haut“. Hinter der Erkrankung steckt ein komplexes Zusammenspiel aus erhöhter Talgproduktion, Verhornungsstörungen und Entzündungen in den Poren. Zusätzlich spielt das Hautbakterium Cutibacterium acnes eine Rolle, das Entzündungsreaktionen verstärken kann.

Genau hier setzen Antibiotika an. Sie wirken nicht nur antibakteriell, sondern auch entzündungshemmend. Deshalb werden bestimmte Antibiotika übrigens auch bei anderen entzündlichen Hauterkrankungen wie Rosazea eingesetzt.

Bei entzündlicher Akne kommen vor allem orale Tetracycline zum Einsatz. Dazu gehören:

  • Doxycyclin

  • Lymecyclin

  • Minocyclin

Doxycyclin gilt dabei meist als Erstwahl. Topische Antibiotika wie Clindamycin oder Erythromycin existieren ebenfalls, werden heute aber nur noch in festen Kombinationen eingesetzt.

Empfohlen werden Antibiotika vor allem bei mittelschwerer entzündlicher Akne mit Papeln und Pusteln – insbesondere dann, wenn größere Hautareale wie Rücken oder Brust betroffen sind.

Mehr dazu findest Du auch unter:

Reicht eine Creme aus, oder braucht es zusätzlich Antibiotika?

Ob eine topische Therapie allein ausreicht oder zusätzlich Antibiotika nötig sind, hängt vor allem vom Schweregrad der Akne ab.

Bei leichter bis mittelschwerer Akne empfehlen die aktuellen europäischen S3-Leitlinien häufig zunächst eine rein topische Behandlung. Besonders etabliert ist die Kombination aus Adapalen und Benzoylperoxid (BPO), wie sie beispielsweise in Epiduo® enthalten ist.

Diese Kombination wirkt gleichzeitig gegen verstopfte Poren, Entzündungen und Bakterien, ganz ohne systemische Antibiotika.

Anders sieht es bei stärker entzündlicher Akne aus. Wenn viele entzündete Papeln und Pusteln auftreten oder größere Hautflächen betroffen sind, wird häufig zusätzlich ein orales Antibiotikum wie Doxycyclin eingesetzt. Die empfohlene Dauer liegt dabei normalerweise bei maximal drei Monaten.

Wichtig ist: Topische Antibiotika allein gelten heute nicht mehr als leitliniengerechte Therapie. Der Grund dafür ist das zunehmende Resistenzproblem.

Deshalb werden Clindamycin oder Erythromycin nur noch in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie BPO oder Retinoiden eingesetzt.

Auch Geduld ist wichtig: Doxycyclin wirkt nicht sofort. Viele Patient:innen sehen erste Verbesserungen erst nach zwei bis vier Wochen.

Das Resistenzproblem bei Akne

Antibiotikaresistenzen sind längst nicht mehr nur ein Thema in Krankenhäusern. Auch in der Aknetherapie spielen sie eine immer größere Rolle.

Vor allem Cutibacterium acnes entwickelt zunehmend Resistenzen gegen Wirkstoffe wie Erythromycin und Clindamycin. Einige europäische Studien zeigen inzwischen Resistenzraten von bis zu 50 Prozent.

Das Problem dabei: Die Medikamente wirken dann schlechter oder gar nicht mehr. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass sich resistente Bakterien auch außerhalb der Haut ausbreiten.

Deshalb haben sich die Empfehlungen zur Aknetherapie in den letzten Jahren deutlich verändert.

Die aktuellen Leitlinien und die AKDÄ-Empfehlungen von 2024 betonen klar:

  • Orale Antibiotika sollten maximal drei Monate eingesetzt werden.

  • Sie sollten immer mit Benzoylperoxid (BPO) oder einem topischen Retinoid kombiniert werden.

  • Antibiotika-Monotherapien gelten heute nicht mehr als leitlinienkonform.

  • Topische Antibiotika sollten ausschließlich in Fixkombinationen verwendet werden.

Genau deshalb ist Sofias Behandlung mit Doxycyclin und Adapalen medizinisch sinnvoll. Das Adapalen hilft nicht nur gegen Mitesser und Verhornungen, sondern unterstützt auch dabei, das Resistenzrisiko zu reduzieren.

Was passiert nach den drei Monaten?

Viele Patient:innen glauben, dass die Behandlung nach dem Antibiotikum abgeschlossen ist. Tatsächlich beginnt danach aber die entscheidende Phase der Erhaltungstherapie.

In den meisten Fällen wird Doxycyclin nach etwa drei Monaten abgesetzt. Die topische Therapie, zum Beispiel mit Adapalen oder Adapalen plus BPO, läuft dagegen weiter.

Das hat einen wichtigen Grund: Akne ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Die Entzündung kann also zurückkehren, wenn die langfristige Basistherapie fehlt.

Studien zeigen, dass ohne Erhaltungstherapie bei vielen Betroffenen erneut Akneschübe auftreten. Ein Rückfall bedeutet dabei nicht automatisch, dass die Behandlung „nicht funktioniert“ hat.

Stattdessen wird häufig die topische Therapie angepasst oder intensiviert. Wenn immer wieder Antibiotika nötig werden, sprechen Dermatolog:innen oft über andere Optionen wie Isotretinoin oder hormonelle Therapien.

Mehr Informationen dazu findest Du unter:

Wann reicht eine Creme und wann nicht?

Nicht jede Akne braucht Antibiotika.

Bei leichter Akne mit wenigen entzündlichen Stellen und hauptsächlich Mitessern reicht eine topische Therapie häufig aus. Wirkstoffe wie Adapalen, BPO oder Azelainsäure können hier sehr effektiv sein.

Anders sieht es bei deutlicher Entzündung aus - besonders dann, wenn viele Papeln und Pusteln auftreten oder Rücken und Brust betroffen sind. In diesen Fällen kann eine Kombination aus topischer Therapie und oralem Antibiotikum sinnvoll sein.

Wichtig bleibt jedoch: Antibiotika ohne begleitende Basistherapie werden heute nicht mehr empfohlen.

Sofias Kombination aus Doxycyclin und Adapalen entspricht deshalb genau dem aktuellen wissenschaftlichen Standard.

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Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Hartnäckige Pickel entstehen selten durch einen einzigen Faktor. Oft spielen eine gestörte Hautbarriere, hormonelle Schwankungen, falsche Produkte oder aggressive Behandlungen eine Rolle. Standardlösungen aus der Drogerie greifen hier zu kurz.

  • Du bekommst eine individuelle Diagnose durch erfahrene Dermatolog:innen per Online-Konsultation.
  • Auf Basis deiner Hautbedürfnisse wird eine maßgeschneiderte Formel erstellt, die bei Bedarf kontinuierlich angepasst wird. So werden nicht nur Pickel behandelt, sondern auch die Hautbarriere repariert und zukünftige Entzündungen verhindert.
  • Bei schweren Fällen erfolgt eine professionelle Begleitung inklusive Empfehlungen für orale Medikamente oder Spezialist:innen.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Arbeitskreis Arzneimittel der deutschen Ärzteschaft (AKDÄ). Therapie aktuell Nr. 151: Akne vulgaris. 2024.

  2. Nast A et al. European S3 Guideline for the Treatment of Acne. Update der europäischen S3-Leitlinie zur Aknetherapie.

  3. Walsh TR et al. Antimicrobial Resistance in Acne: Mechanisms, Trends and Clinical Implications. The Lancet Infectious Diseases.

  4. Formel Skin. Doxycyclin bei Akne: Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen. Interne Fachinformation.

FAQs

  • Warum bekomme ich Antibiotika gegen Akne, obwohl ich keine Infektion habe?

  • Kann meine Akne resistent gegen Antibiotika werden?

  • Was passiert, wenn die Akne nach drei Monaten zurückkommt?

  • Sind topische Antibiotika sanfter als orale?

  • Darf ich mit Doxycyclin in die Sonne?

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