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Benzoylperoxid oder Retinol bei Akne: Welcher Wirkstoff wirkt wann besser?

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Benzoylperoxid oder Retinol gegen Pickel? Unsere Dermatolog:innen erklären, welcher Wirkstoff bei welcher Akne wirkt und wie Du sie sicher kombinierst.

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Dr. Sarah Bechstein

Mitbegründerin von FORMEL SKIN

In diesem Artikel

  • Nutzerfrage an unser Ärzteteam
  • Antwort unserer Dermatologin
  • Deine Vorteile mit FORMEL SKIN:
  • Wie Benzoylperoxid wirkt
  • Wie Retinol wirkt 
  • Direkter Vergleich: Benzoylperoxid vs. Retinol
  • Kann ich Benzoylperoxid und Retinol kombinieren?
  • Welcher Wirkstoff für welchen Hauttyp?
  • Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Nutzerfrage an unser Ärzteteam

Liebe Formel Skin-Experten, 

Ich habe seit Jahren Pickel am Kinn und an der Stirn. In der Apotheke habe ich Benzoylperoxid gekauft, eine Freundin schwört auf Retinol. Jetzt liegen beide Tuben im Bad und ich weiß nicht, welches ich nehmen soll, oder ob ich beides kombinieren darf. Beim Hautarzt bekomme ich erst in zwei Monaten einen Termin. Was würdet ihr empfehlen?

Verwirrt im Spiegel,

Lisa

Antwort unserer Dermatologin

Liebe Lisa, 

Du stehst morgens vor dem Spiegel. Die Pickel am Kinn sind noch da, auf der Stirn zeigen sich neue Unreinheiten. Neben dem Waschbecken liegen zwei Produkte, die beide gegen Akne helfen sollen: Benzoylperoxid und Retinol. Die Werbung klingt überzeugend, eine Freundin schwört auf Retinol, in der Apotheke wurde Dir Benzoylperoxid empfohlen. Und bis zum Hautarzttermin sind es noch mehrere Wochen. 

Genau diese Situation kennen viele Menschen mit Akne. Kaum ein Thema sorgt für mehr Verwirrung als die Frage: “Benzoylperoxid oder Retinol - welcher Wirkstoff ist der richtige?”

Beide Wirkstoffe können Pickel verbessern, verfolgen dabei aber auch unterschiedliche Ziele. Benzoylperoxid wirkt vor allem gegen entzündete Pickel und kann vergleichsweise schnell liefern. Retinol unterstützt die Zellerneuerung, hilft bei verstopften Poren und kann das Hautbild langfristig verbessern. Auch die möglichen Nebenwirkungen und die richtige Anwendung unterscheiden sich deutlich. 

Zusätzlich werden frei verkäufliches Retinol und verschreibungspflichtige Retinoide wie Adapalen oder Tretinoin häufig miteinander verwechselt. Dadurch entstehen oft falsche Erwartungen an die Behandlung. 

Damit Du besser einschätzen kannst, welcher Wirkstoff zu Deiner Haut passt, schauen wir uns die Unterschiede anhand aktueller Empfehlungen der europäischen S3-Leitlinie und der AKDÄ genauer an. 

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Deine Vorteile mit FORMEL SKIN:

  • Individuelles Behandlungs- & Pflegeset gegen Akne, hormonelle Pickel und unreine Haut
  • Wirkstoffe auf Dich und Deine Haut zugeschnitten
  • Persönlicher Kontakt zu Deiner/m Ärzt:in
  • Mit dem Code SKINCODE2X40 erhältst Du 40 % Rabatt auf die ersten beiden Behandlungsmonate – wenn Du nicht überzeugt bist, bekommst Du von uns Dein Geld zurück.

Wie Benzoylperoxid wirkt

Benzoylperoxid (BPO) ist ein bewährter Wirkstoff gegen entzündliche Akne. Es reduziert Aknebakterien, wirkt leicht entzündungshemmend und kann Entzündungen in der Haut oft innerhalb weniger Wochen sichtbar verbessern. 

Stell Dir einen entzündeten Pickel wie einen kleinen Hotspot in Deiner Haut vor. Bakterien vermehren sich, das Immunsystem reagiert, und es entstehen Rötungen, Schwellungen und manchmal Schmerzen. Genau hier setzt Benzoylperoxid bei Akne an. 

Der Wirkstoff setzt in der Haut Sauerstoffradikale frei. Diese verändern das lokale Milieu so, dass sich das Bakterium Cutibacterium acnes deutlich schlechter vermehren kann. Da dieses Bakterium eine zentrale Rolle bei entzündlicher Akne spielt, kann BPO Entzündungsprozesse effektiv reduzieren. 

Zusätzlich wirkt Benzoylperoxid leicht keratolytisch und leicht entzündungshemmend. Keratolytisch bedeutet: Abgestorbene Hautzellen werden gelockert, wodurch Poren weniger leicht verstopfen. 

In Deutschland sind vor allem Konzentrationen von 3 %, 5 % und 10 % verfügbar, beispielsweise in Präparaten wie Aknefug® Oxid oder Benzaknen®. 

Typische Eigenschaften von Benzoylperoxid:

  • eine antibakterielle Wirkung gegen Cutibacterium acnes

  • die Reduktion entzündlicher Papeln und Pusteln 

  • ein Wirkungseintritt meist nach 2-4 Wochen

  • keine bekannte Resistenzentwicklung

Gerade deshalb gehört BPO seit Jahrzehnten zu den Standardwirkstoffen in der Aknetherapie. Besonders bei entzündlichen Pickeln, Papeln und Pusteln wird es häufig als erste Behandlungsoption eingesetzt. Wichtig ist, dass Bezoylperoxid oxidativ wirken kann und dadurch Textilien bleichen kann. Weiße Flecken auf Handtüchern, Bettwäsche oder Kleidung sind ein typischer, wenn auch harmloser Nebeneffekt, den viele erst nach den ersten Anwendungen bemerken. 

Trotz dieser Einschränkung bleibt Benzoylperoxid für viele junge Menschen mit entzündlicher Akne ein schneller, gut untersuchter und frei verfügbarer Einstieg in die Behandlung.

Wie Retinol wirkt 

Retinol unterstützt die Zellerneuerung und eignet sich besonders bei Mitessern, verstopften Poren und zur langfristigen Verbesserung des Hautbildes. Im Gegensatz zu Benzoylperoxid wirkt Retinol nicht primär gegen Entzündungen, sondern setzt früher im Entstehungsprozess von Akne an. 

Retinol gehört zur Familie der Vitamin-A-Derivate und fördert die Erneuerung der oberen Hautschichten. Dadurch können Verhornungsstörungen reduziert werden, die häufig zu verstopften Poren und Mitessern führen. Dermatolog:innen sprechen hier von einer komedolytischen Wirkung. Das bedeutet, dass bestehende Mitesser gelöst und die Neubildung von Porenverstopfungen verhindert werden können. 

Ein wichtiger Punkt wird dabei oft übersehen: 

Retinol ist nicht dasselbe wie Retinoid!

Retinol ist die frei verkäufliche kosmetische Form von Vitamin A. Verschreibungspflichtige Retinoide wie Adapalen (Differin®) oder Tretinoin (Cordes Vas®) wirken deutlich stärker und verfügen über eine bessere wissenschaftliche Evidenz für die Behndlung von Akne. 

Im Vergleich zu Benzoylperoxid braucht Retinol etwas mehr Geduld. Erste sichtbare Verbesserungen zeigen sich häufig erst nach 8 bis 12 Wochen regelmäßiger Anwendung. Gerade in den ersten Wochen kann es zu einem sogenannten Skin Purging kommen. Dabei werden bereits vorhandene Mikroverstopfungen schneller an die Hautoberfläche transportiert, sodass die Haut vorübergehend unruhiger wirken kann. 

Retinol eignet sich besoners bei: 

  • Mitessern und verstopften Poren

  • leichter komedonaler Akne

  • Pigmentflecken nach Akne

  • unebenmäßigem Hautbild

  • langfristiger Verbesserung der Hautstruktur

Deshalb gilt Retinol für viele Betroffene als der “Langstreckenläufer” unter den Aknewirkstoffen. Die Ergebnisse brauchen etwas Zeit, können sich langfristig jedoch positiv auf das gesamte Hautbild auswirken. 

Direkter Vergleich: Benzoylperoxid vs. Retinol

Der wichtigste Unterschied zwischen Benzoylperoxid und Retinol liegt in ihrem Behandlungsziel. Während Benzoylperoxid bestehende Entzündungen aktiv bekämpft und häufig bereits nach wenigen Wochen sichtbare Verbesserungen erzielt, setzt Retinol früher im Entstehungsprozess von Akne an. Es hilft dabei, verstopfte Poren zu lösen und deren Neubildung langfristig zu reduzieren. 

Für Dich bedeutet das, wenn vor allem rote, schmerzhafte Pickel, Papeln oder Pusteln im Vordergrund stehen, spricht häufig mehr für Benzoylperoxid. Leidest Du dagegen hauptsächlich unter Mitessern, vergrößerten Poren, unebenmäßiger Haut oder Aknenmalen, kann Retinol die passendere Wahl sein. 

Die Frage lautet deshalb nicht unbedingt: “Welcher Wirkstoff ist besser?”, sondern viel wichtiger ist die Frage: “Welches Hautproblem möchtest Du behandeln?”.

Genau deshalb lassen sich Benzoylperoxid und Retinol nicht direkt gegeneinander ausspielen. Beide Wirkstoffe haben ihren festen Platz in der Aknebehandlung, sie wirken lediglich an unterschiedlichen Stellen der Akneentstehung und eignen sich für unterschiedliche Hautbedürfnisse. 

Kann ich Benzoylperoxid und Retinol kombinieren?

Ja, Du kannst Benzoylperoxid und Retinol kombinieren, allerdings nicht gleichzeitig auf derselben Hautstelle. 

Viele Menschen gehen davon aus, dass mehr Wirkstoffe automatisch bessere Ergebnisse bringen. Bei Benzoylperoxid und Retinol kann genau das jedoch zum Problem werden. Benzoylperoxid wirkt oxidativ, während Retinol gegenüber Oxidation empfindlich ist. Werden beide Produkte direkt übereinander aufgetragen, kann Benzoylperoxid das Retinol teilweise abbauen. Die Folge ist, dass die Wirksamkeit des Retinols abnimmt, während das Risiko für Hautreizungen, Trockenheit und Schuppungen steigt. 

Bewährt haben sich deshalb zwei Anwendungsstrategien: 

Option 1: Morgens und abends

  • Morgens: Benzoylperoxid

  • Abends: Retinol

Option 2: Abwechselnde Anwendung

  • Montag, Mittwoch, Freitag: Benzoylperoxid

  • Dienstag, Donnerstag, Samstag: Retinol

Diese Vorgehensweise wird auch durch klinische Daten unterstützt. Eine Studie zeigte, dass die Kombination aus Benzoylperoxid am Morgen und Retinol am Abend nach zwölf Wochen zu einer Verbesserung der Hautklarheit von bis zu 97 % führen kann. Wichtig ist jedoch ein häufig übersehener Unterschied: Die Kombination aus Adapalen und Benzoylperoxid ist nicht mit der Kombination aus kosmetischem Retinol und Benzoylperoxid gleichzusetzen. 

Die Fixkombination Adapalen + BPO (Epiduo®) ist speziell für die gemeinsame Anwendung entwickelt worden und gilt laut aktueller S3-Leitlinie sowie den Empfehlungen der AKDÄ als Erstlinientherapie bei leichter bis mittelschwerer Acne papulopustulosa. Der Grund ist, dass Adapalen im Gegensatz zu Retinol sowohl gegenüber Benzoylperoxid als auch gegenüber UV-Licht stabil ist. 

Welcher Wirkstoff für welchen Hauttyp?

Ob Benzoylperoxid oder Retinol besser geeignet ist, hängt nicht nur von der Akneform, sondern auch von Deinem Hauttyp und Deinen Hautzielen ab. Während Benzoylperoxid vor allem bei entzündlichen Pickeln punktet, kann Retinol langfristig bei Mitessern, Pigmentflecken und einem ungleichmäßigen Hautbild helfen. 

Fettige Haut mit entzündlichen Pickeln

Wenn Du vor allem unter roten, entzündeten Pickeln leidest, ist Benzoylperoxid (BPO) häufig ein sinnvoller Einstieg. Der Wirkstoff wirkt direkt gegen Entzündungen und kann oft bereits nach wenigen Wochen sichtbare Verbesserungen erzielen. 

Trockene Haut mit Mitessern

Bei trockener oder empfindlicher Haut wird niedrig dosiertes Retinol (0,1-0,3 %) häufig besser vertragen. Es unterstützt die Zellerneuerung und hilft dabei, verstopfte Poren und Mitesser langfristig zu reduzieren. 

Hormonelle Akne am Kinn

Gerade bei hormonell bedingten Unreinheiten am Kinn kann Retinol langfristig sinnvoll sein, da es der Entstehung neuer Porenverstopfungen entgegenwirkt. Einzelne entzündete Pickel lassen sich zusätzlich punktuell mit Benzoylperoxid behandeln. 

Aknenarben und Pigmentflecken

Retinol kann die Hauterneuerung fördern und so zu einem ebenmäßigeren Hautbild beitragen. Besonders bei Pigmentflecken nach Akne oder oberflächlichen Aknenachmalen wird der Wirkstoff häufig eingesetzt. 

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft werden weder Retinol noch andere Vitamin-A-Derivate empfohlen. Auch Benzoylperoxid sollte nur nach individueller ärztlicher Rücksprache angewendet werden. Als gut etablierte Alternative kommt häufig Azelainsäure infrage. 

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Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Hartnäckige Pickel entstehen selten durch einen einzigen Faktor. Oft spielen eine gestörte Hautbarriere, hormonelle Schwankungen, falsche Produkte oder aggressive Behandlungen eine Rolle. Standardlösungen aus der Drogerie greifen hier zu kurz.

  • Du bekommst eine individuelle Diagnose durch erfahrene Dermatolog:innen per Online-Konsultation.
  • Auf Basis deiner Hautbedürfnisse wird eine maßgeschneiderte Formel erstellt, die bei Bedarf kontinuierlich angepasst wird. So werden nicht nur Pickel behandelt, sondern auch die Hautbarriere repariert und zukünftige Entzündungen verhindert.
  • Bei schweren Fällen erfolgt eine professionelle Begleitung inklusive Empfehlungen für orale Medikamente oder Spezialist:innen.

Wissenschaftliche Quellen

  • AKDÄ. “Therapie aktuell 151: Acne vulgaris bei Jugendlichen und Erwachsenen.” 2024.

  • Zaenglein AL et al. “American Academy of Dermatology Guidelines for Acne Management.” 2024.

  • Nast A et al. “European Evidence-Based (S3) Guideline for the Treatment of Acne.”

  • Degitz K et al. “Akne. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG).” 2017.

  • BfArM Fachinformationen Benzoylperoxid.

  • Thiboutot D et al. “Topical Retinoids and Acne Management. Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology.”

FAQs

  • Was ist stärker, Benzoylperoxid oder Retinol?

  • Wie lange darf ich Benzoylperoxid täglich anwenden?

  • Macht Retinol die Haut dünner?

  • Kann ich Retinol bei aktiver Akne anwenden?

  • Welcher Wirkstoff hat weniger Nebenwirkungen?

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