Akne

Inhaltsverzeichnis

Welche Medikamente helfen gegen Akne?

Sowohl die verschiedenen Ausprägungen der herkömmlichen Akne vulgaris als auch andere Akne-Formen erfordern u. a. eine medizinische Behandlung, die individuell an die Art und das Ausmaß der Akne angepasst ist. Als unterstützende Maßnahmen gehören darüber hinaus eine Ernährung (Vermeidung von Lebensmitteln, die Akne fördern), gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel, die die Akneentstehung reduzieren, und Stressreduktion zu einem ganzheitlichen Ansatz.

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Bei der professionellen Behandlung spielen das Hautbild, das Alter und die Lebensumstände der Patienten eine entscheidende Rolle. Neben verschiedenen Formen der Lichttherapie kommen bei der Aknebehandlung deshalb hauptsächlich Medikamente zum Einsatz, die die Akne bekämpfen, indem sie einen oder mehrere der folgenden Effekte hervorrufen:

  • Verminderung der Talgproduktion
  • Vorbeugung von Entzündungen
  • Linderung bestehender Entzündungen
  • Reduktion von Verhornungen
  • Bekämpfung von Aknebakterien (Propionibacterium acnes P.acnes)

Es wird zwischen einer topischen (äußerlichen) und systemischen (innerlichen) Therapie unterschieden. Ein Großteil der leichten und mittelschweren Ausprägungen von Akne können mit Medikamenten in Form von Cremes, Gels und Lotionen behandelt werden. Sollte die topische Behandlung keine ausreichende Wirkung zeigen, wird bei schwerer Akne eine systemische Behandlung mit Medikamenten in Tabletten- oder Kapselform ergänzt. 

Vor- und Nachteile verschiedener Wirkstoffe und Medikamente  gegen Akne

Ein „bestes” Medikament oder den einen “wirksamsten Wirkstoff” gegen Akne gibt es nicht: Jedes Medikament hat einen anderen Wirkmechanismus und kann mit unterschiedlichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein. Zusätzlich stellt eine medizinische Aknebehandlung einen Prozess dar, der mehrere Monate oder Jahre in Anspruch nehmen kann, auch wenn die ersten Ergebnisse oft schnell sichtbar werden. Die Behandlung und auch die verwendeten Medikamente müssen während dieser Zeit immer wieder an das aktuelle Stadium und das Hautbild angepasst werden. Regelmäßige Absprachen mit einem Dermatologen helfen Dir dabei, immer auf die richtigen Medikamente zu setzen. 

Antibiotika – Hemmung von Entzündungen durch Bakterien-Bekämpfung

Im Fokus einer Behandlung mit Antibiotika stehen die Abtötung von Bakterien und die damit verbundene Vorbeugung und Hemmung von Entzündungen. Bei topischer Behandlung (als Creme) kommen vor allem Clindamycin, Tetracycline und in Ausnahmefällen Erythromycin zum Einsatz. Clindamycin hat sich besonders bewährt, da es die Aknebakterien (Propionibacterium acnes) sehr wirksam bekämpft und so besonders bei entzündlichen Akne-Formen sehr schnell wirksam ist. Bei einer topischen Therapie müssen Antibiotika immer in Kombination mit Benzoylperoxid, Azelainsäure oder Retinoiden angewandt werden, da sich der Körper andernfalls an die Wirkstoffe gewöhnt und die Wirkung mit der Zeit nachlässt. Für die systemische Therapie (als Pille zum Einnehmen) werden Minocyclin und alternativ Doxycyclin verwendet. Im Gegensatz zu vielen anderen Antibiotika hat Minocyclin den Vorteil, dass es die Wirkung der Anti-Baby-Pille nicht abschwächt.

Die möglichen Nebenwirkungen einer Antibiotika-Therapie hängen davon ab, ob die Wirkstoffe in Form von Cremes oder Gelen auf die Haut aufgetragen oder als Tabletten eingenommen werden. Bei einer äußeren Anwendung kann es besonders zu Beginn der Behandlung verstärkt zu Rötungen und Hautirritationen kommen, bis die Haut sich an den Wirkstoff gewöhnt hat. Bei innerer Anwendung sind die Nebenwirkungen deutlich schwerwiegender und unterscheiden sich deutlich von Medikament zu Medikament. Bitte wäge hier immer ab, ob eine Behandlung mit Pillen wirklich notwendig ist oder ggf. eine sanftere Methode möglich ist. 

Retinoide – Effektive Aknebekämpfung mit Vitamin-A-Derivaten

Retinoide sind Vitamin-A-Derviate und stellen eine der effektivsten Behandlungsmethoden bei Akne dar, da sie mehrere Wirkmechanismen in sich vereinen. Retinoide wie Tretinoin, Adapalen, Isotretinoin und wirken wie folgt:

  • antiinflammatorisch (entzündungshemmend)
  • komedolytisch (Mitesser auflösend)
  • antikomedogen (Poren öffnend)
  • Falten reduzierend und vorbeugend, indem sie die Neubildung der Hautzellen (Keratinozyten) stimulieren

Dermatologen setzen in den meisten Fällen auf eine Behandlung mit Tretinoin in Creme-Form, da es die Talgproduktion vermindert und durch die Anregung der Kollagen- und Elastinbildung zur Verjüngung der Haut beiträgt. Der Wirkstoff ist erwiesenermaßen hochgradig wirksam, seit Jahrzehnten in der Benutzung und dadurch erprobt. 

Retinoide können sowohl zur topischen (als Creme) als auch zur systemischen Therapie genutzt werden. Bei äußerlicher Anwendung helfen sie zusätzlich dabei, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und feine Falten zu reduzieren (durch die oben genannte Kollagen Produktion). Eine systemische Behandlung (in Pillenform) erzielt meist die schnellsten Ergebnisse, hat jedoch oftmals eine vorübergehende Erhöhung der Leberwerte und des Muskelenzyms Keratinkinase zur Folge. Typische Nebenwirkungen sind zudem trockene Augen, Lippen und Mundschleimhäute.

Isotretinoin in Pillenform zur Behandlung schwerer Akne

Schwere Akne wird in den meisten Fällen systemisch mit Isotretinoin behandelt, da es die Talgdrüsen (Hautfettdrüsen) verkleinert, die Talgproduktion vermindert und Verhornungsstörungen beseitigt. Gleichzeitig wirkt es Entzündungsreaktionen und der Ansiedlung von Bakterien entgegen. Das Problem: Isotretinoin ist mit einer Reihe von Risiken und möglichen Nebenwirkungen verbunden, weshalb die Behandlung nicht für jeden Betroffenen geeignet bzw. zugelassen ist. So z. B. darf diese Form von Behandlung nicht in den folgenden Fällen durchgeführt werden.::

  • Bei schwangeren und stillenden Frauen
  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Tetracyclinen aufgrund von Wechselwirkungen
  • Bei zeitgleicher Lichttherapie, da eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bestehen könnte
  • Bei schweren Lebererkrankungen um eine zusätzliche Belastung der Leber zu vermeiden

Vor einer Isotretinoin-Behandlung bedarf es eines ärztlichen Rates. Falls du noch keine anderen  Behandlungsmethoden ausprobiert hast, raten wir zunächst zu weniger aggressiven Behandlungen mit ganzheitlichem Ansatz. 

Benzoylperoxid – Langzeitbehandlung mit geringen Nebenwirkungen

Benzoylperoxid (BPO) kommt bei der topischen Behandlung leichter und mittelschwerer Akne zum Einsatz. Es reduziert Verhornungsstörungen und bekämpft durch seine antimikrobielle (gegen Mikroorganismen / Bakterien gerichtete) Wirkung die Aknebakterien (Propionibacterium acnes). Je nach Ausprägung der Akne kommen Cremes und Gels mit einer BPO-Konzentration zwischen 2.5 und 10 % zum Einsatz. Die volle Wirksamkeit wird meistens schon bei niedriger Konzentration erreicht. Ein großer Pluspunkt: Benzoylperoxid hat keinen Gewöhnungseffekt. Deshalb kann es über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden, ohne dass die Wirkung nachlässt. 

Einen weiteren Vorteil stellen die geringen Nebenwirkungen dar: Auch wenn es innerhalb der ersten Tage und Wochen zu Rötungen, Schuppungen und generell trockener Haut kommen kann, gewöhnt sich der Körper im Normalfall innerhalb weniger Wochen an den Wirkstoff. Darüber hinaus hat Benzoylperoxid eine bleichende Wirkung auf Textilien. Für die Haut ist dieser Effekt unbedenklich, jedoch schränkt es den Alltagsnutzen etwas ein. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass BPO das hauteigene Vitamin E auflöst. Aus diesem Grund raten wir BPO immer nur punktuell auf die betroffenen Hautpartien aufzutragen und nicht flächendeckend auf dem Gesicht zu nutzen.

Azelainsäure – Schonende Therapie für empfindliche Haut

Azelainsäure wird oft zu Beginn einer topischen Therapie bei Akne oder Rosacea verwendet da es sanft zur Haut ist und insgesamt das Hautbild verbessert und die Poren verfeinert. Bei einer gewöhnlichen Konzentration ab 15 % wirkt der Wirkstoff entzündungshemmend, antibakteriell und antikomedogen (Poren öffnend). 

Zwar kann es innerhalb des ersten Monats vereinzelt zu Nebenwirkungen wie einem leichten Brennen oder Jucken direkt nach der Anwendung kommen, in der Regel bleiben diese aber aus. Grundsätzlich wird Azelainsäure in der Medizin verwendet, weil sie von Menschen mit empfindlicher Haut gut vertragen wird und sich deshalb auch für eine Langzeit- und Erhaltungstherapie eignet. Darüber hinaus kann es teilweise auch in der Schwangerschaft verwendet werden.

Salicylsäure – Natürliche Haut-Regeneration durch Abschuppung

Salicylsäure kann dabei helfen, Mitesser aufzulösen und wirkt bei höherer Konzentration Verhornungsstörungen entgegen. Deshalb wird sie oft bei leichter Akne in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt. Im Vergleich zu Fruchtsäuren dringt Salicylsäure tiefer in die Haut ein und sorgt so für eine effektivere „Abschuppung” abgestorbener Hautzellen, was wiederum die natürliche Erneuerung der Haut anregt. Nebenwirkungen sind zwar generell selten, je nach Konzentration kann es aber zu trockener Haut, Reizungen oder Rötungen kommen, vor allem zum Beginn der Behandlung. Diesen Prozess nennt man “Skin Purging”.

Fixkombinationen – Bessere Wirkung durch Kombination

Viele der genannten Medikamente sind am wirksamsten, wenn sie direkt kombiniert angewendet werden. Zu den wichtigsten Fixkombinationen der Aknebehandlung gehören: 

  • Benzoylperxoid & Clindamycin (Duac)
  • Tretinoin & Clindamycin (Acnatac)
  • Adapalen & Benzoylperoxid (Epiduo / Epiduo forte)

Bitte beachte, dass die Konzentrationen von den oben aufgeführten Mitteln hoch ist und deswegen aggressiv für Deine Haut sein kann. Entsprechend häufig können Nebenwirkungen wie Schuppungen, Rötungen, Reizungen und Trockenheit auftreten. Wir empfehlen Dir, die Konzentration der Wirkstoffe durch einen Dermatologen auf Dich anpassen zu lassen und mit unterstützenden Wirkstoffen wie Niacinamid zu vermischen. 

Der Dermatologe kann darüber hinaus auch weitere Wirkstoffkombinationen erstellen, wie z.B. Azelainsäure und Tretinoin, was ggf. besser für Dich besser geeignet sein kann. 

Hormonpräparate – Anti-Baby-Pillen gegen den Akne-Auslöser

Sollten Frauen mit stark ausgeprägter Akne ohnehin verhüten wollen, können bestimmte Anti-Baby-Pillen genutzt werden, um den Auslöser hormonell bedingter Akne einzudämmen. Die Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) wirken durch weibliche Geschlechtshormone (z. B. Gestagene) den Akne-verursachenden männlichen Geschlechtshormonen (Androgene) entgegen. Dabei kommt vorrangig das Gestagen Cyproteronacetat zum Einsatz. Bitte nutze diese Methode nur, wenn Du ohnehin mit der Pille verhüten möchtest oder bereits verhütest. Du solltest zudem immer offen mit Deinem behandelten Frauenarzt/ärztin besprechen, ob es noch andere hormonelle Ursachen gibt, die die Akne begünstigen.

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