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Frag einen Dermatologen: Warum tun Pickel weh?

Frag einen Dermatologen
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Dr. Sarah Bechstein

Mitbegründerin von FORMEL SKIN

In diesem Artikel

Willkommen bei "Frag einen Dermatologen", deiner vertrauenswürdigen Anlaufstelle für Informationen rund um eine gesunde Haut. In dieser Serie beantworten unsere Ärzt:innen echte Fragen unserer Community - klar, verständlich und anwendbar.

Bei der heutigen Frage geht es um ein Problem, das viele kennen: "Warum tun Pickel manchmal so extrem weh?" Während manche Unreinheiten kaum spürbar sind, können andere so schmerzen, dass sie den Schlaf stören und jeden Gesichtsausdruck zur Qual machen. Wir erklären dir, warum tiefe Pickel so intensiv pochen, wann Schmerzen ein Warnsignal sind und was du sofort tun kannst, um Linderung zu finden.

Nutzerfrage an unser Ärzteteam

Liebe Formel Skin-Experten, 

ich habe gerade einen Pickel auf meiner Wange, der so wehtut, dass ich nachts nicht auf dieser Seite schlafen kann. Wenn ich mein Gesicht wasche oder auch nur leicht berühre, zucke ich vor Schmerz zusammen. Es fühlt sich an, als hätte ich eine dicke, pochende Beule unter der Haut, und der Schmerz strahlt sogar bis zum Ohr aus. 

Das habe ich noch nie erlebt! Meine anderen Pickel tun vielleicht ein bisschen weh, wenn ich sie berühre, aber dieser hier ist auf einem ganz anderen Level. Ich traue mich kaum, Make-up aufzutragen oder mein Gesicht zu waschen, weil es so schmerzhaft ist. 

Ist das normal? Warum tut dieser Pickel SO weh? Sollte ich mir Sorgen machen, dass es eine Infektion ist? Und gibt es irgendetwas, das ich tun kann, um die Schmerzen zu lindern, während er abheilt?

Verzweifelt und schmerzgeplagt,

Schlaflos wegen Pickel

Antwort unserer Dermatologin

Liebe Schlaflos wegen Pickel, 

Ich weiß, wie schmerzend so ein einzelner, tief sitzender Pickel sein kann. Vor allem dann, wenn er pulsiert, ausstrahlt und dir den Schlaf raubt. Was du schilderst, klingt nach einem tiefliegenden, entzündlichen Pickel oder einer Zyste. Diese Art von Akne ist so schmerzhaft, weil die Entzündung direkt in der Dermis liegt, also dort, wo besonders viele empfindliche Nervenenden verlaufen. 

Dadurch baut sich Druck im Gewebe auf, der die Nerven reizt und das typische Pochen auslöst. Medizinisch ist dieses Schmerzlevel also gut erklärbar, aber das heißt nicht, dass du es aushalten musst. 

Es ist wichtig, solche tiefen Entzündungen früh zu beruhigen, um Schmerzen zu reduzieren und Narben zu vermeiden. Mit der richtigen Soforthilfe kannst du den Druck reduzieren, die Entzündung beruhigen und die Heilung unterstützen. Lass uns verstehen, warum der Schmerz entsteht und was jetzt wirklich hilft. 

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Warum tun Pickel überhaupt weh? Die Wissenschaft dahinter

Warum Pickel Schmerzen verursachen und warum es sich manchmal anfühlt, als würde ein kleiner Puls unter deiner Haut schlagen, lässt sich ziemlich klar erklären. Es ist ein typischer Entzündungsprozess, welcher bei jeder entzündlichen Akne-Läsion ähnlich abläuft. 

Der Entzündungsprozess in deiner Haut

Phase 1: Die verstopfte Pore

Der Entzündungsprozess in deiner Haut beginnt schon lange, bevor du überhaupt Schmerzen spürst. In der ersten Phase sammelt sich eine Mischung aus Talg, abgestorbenen Hautzellen und Bakterien in einer Pore. Das kleine Rohr setzt sich immer weiter zu, der Druck auf umliegendes Gewebe nimmt zu und deine Haut beginnt zu spannen. Schmerz ist hier noch kein Thema, aber du merkst, dass sich etwas anbahnt. 

Phase 2: Bakterienwachstum

In der zweiten Phase vermehrt sich Cutibacterium acnes (C. acnes) in diesem stickigen Milieu. Die Bakterien produzieren entzündungsfördernde Stoffe, die dein Immunsystem alarmieren. Für deinen Körper sieht das Ganze jetzt nach einer Bedrohung aus und das Immunsystem bereitet sich auf Gegenwehr vor. 

Phase 3: Immunreaktion = Schmerz

Die dritte Phase ist der Moment, in dem du den Schmerz das erste Mal richtig spüren kannst. Weiße Blutkörperchen strömen in die betroffene Stelle, um die Bakterien zu bekämpfen. Dabei werden Entzündungsmediatoren wie Prostaglandine, Zytokine und Histamin freigesetzt. Blutgefäße erweitern sich, das Gewebe schwillt an und die gereizten Nervenenden melden sich deutlich mit Schmerzen. 

Phase 4: Druck und Schwellung

In der vierten Phase erreicht der Schmerz seinen Höhepunkt. Das Gewebe schwillt an und besonders in der Dermis, einer Hautschicht mit vielen Nervenenden, ist kaum Platz für die Schwellung. Der Druck steigt weiter und du spürst dieses typische, pochende Gefühl, das tiefe Pickel so unangenehm macht.

Warum tun manche Pickel mehr weh als andere?

Nicht jeder Pickel fühlt sich gleich an. Manche sind kaum spürbar, andere pulsieren so stark, dass du sie bei jeder Bewegung bemerkst. Wie weh ein Pickel tut, hängt davon ab, wie tief die Entzündung in deiner Haut sitzt. Die folgende Schmerzskala zeigt dir, was in welcher Stufe passiert und warum du manchmal mehr leidest als sonst. 

Die Schmerzskala der Akne

Nicht jeder Pickel schmerzt gleich stark, und genau das sagt viel über die Art der Entzündung aus. Die Intensität der Schmerzen hilft dabei, einzuschätzen, wie tief die Akne sitzt, wie stark die Entzündungsreaktion ist und ob eine professionelle Behandlung sinnvoll ist. Die Schmerztabelle zeigt dir, welche Akneformen kaum spürbar sind und bei welchen Läsionen Schmerzen ein klares Warnsignal sind. 

Pickelschmerzen Vergleichstabelle

Warum tiefe Pickel besonders wehtun

Tiefe Pickel fühlen sich oft viel schmerzhafter an als normale Unreinheiten, und das hat klare, körperliche Gründe. Damit du verstehst, was in deiner Haut passiert, schauen wir uns an, warum diese Art von Pickeln so besonders wehtut. 

  1. Mehr Nervenenden in der Dermis

Tiefe Pickel sitzen in der Dermis, wo viele Schmerzrezeptoren verlaufen. Während oberflächliche Pickel in der Epidermis kaum Nerven berühren, trifft eine tiefe Entzündung direkt auf dieses dichte Nervennetz. Aus diesem Grund fühlt sich jeder Druck sofort stärker an. 

2. Weniger Platz zum Expandieren

In der Epidermis kann eine Schwellung leichter nach außen ausweichen. In der Dermis ist kaum Platz, sodass die Entzündung eingekapselt bleibt. Der zunehmende Druck auf das Gewebe und die Nerven führt zu dem typischen, pulsierenden Schmerz.

2. Größere Entzündungsreaktion

Tiefere Läsionen verursachen mehr Gewebeschaden und damit eine stärkere Immunreaktion. Es werden mehr Entzündungsmediatoren freigesetzt, die die Schmerzrezeptoren besonders intensiv aktivieren. 

3. Längere Dauer

Oberflächliche Pickel heilen meist in 3-7 Tagen, tiefe Zysten brauchen dagegen oft 4-8 Wochen, manchmal sogar länger. Je länger die Entzündung besteht, desto länger halten auch der Druck, das Pochen und der Schmerz an.

Wann Pickelschmerzen ein Warnsignal sind

Nicht jeder schmerzhafte Pickel ist automatisch gefährlich, aber manche Symptome solltest du wirklich ernst nehmen. Dein Körper sendet dir klare Signale, ob es sich um einen normalen Entzündungsprozess handelt oder ob Pickel zu einem medizinischen Problem werden. Hier erfährst du, wie du den Unterschied erkennst. 

Normal vs. Problematisch

Nicht jeder schmerzhafte Pickel ist automatisch ein Grund zur Sorge. Entscheidend ist, wie sich die Beschwerden entwickeln und ob dein Körper Warnsignale sendet, die über eine normale Entzündungsreaktion hinausgehen. 

Normal - kein Grund zur Sorge

Wenn du einen schmerzhaften Pickel hast, der sich ganz typisch verhält, ist das in den allermeisten Fällen völlig harmlos. Dein Körper zeigt dir recht zuverlässig, wann alles im normalen Rahmen bleibt. Unbedenkliche Anzeichen sind zum Beispiel: 

  • Der Schmerz bleibt klar auf den Pickel begrenzt und breitet sich nicht weiter aus

  • Nach 2-3 Tagen wirst du merken, dass die Beschwerden deutlich nachlassen

  • Die betroffene Stelle ist rot, aber nicht heiß oder stark geschwollen

  • Es bilden sich keine roten Streifen, die vom Pickel wegführen

  • Dein Allgemeinzustand ist stabil, kein Fieber, keine Müdigkeit, kein Krankheitsgefühl

Solche Pickel sind typische Entzündungen der Haut und heilen meist von allein ab. Was sie brauchen, ist etwas Geduld, eine sanfte Hautpflege und Ruhe, mehr nicht. 

Warnsignal - Wann professionelle Hilfe nötig ist

Manchmal zeigt dir ein Pickel sehr deutlich, dass etwas nicht stimmt. Wenn eines der folgenden Symptome auftritt, solltest du lieber früher als später ärztlichen Rat einholen, denn sie können darauf hinweisen, dass die Entzündung tiefer oder ernster ist, als es zunächst aussieht. 

  1. Zunehmende Schmerzen nach 3+ Tagen

Wenn der Schmerz nicht abnimmt, sondern über mehrere Tage stärker wird, kann das bedeuten, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet oder sich ein tieferes Infektionsgeschehen entwickelt. 

2. Ausstrahlende Schmerzen

Breitet sich der Schmerz über den Pickel hinaus aus und schmerzt plötzlich eine ganze Gesichtshälfte, kann eine Cellulitis, eine ernst zu nehmende Hautentzündung, dahinterstecken. 

3. Rote Streifen vom Pickel wegführend

Rote Streifen, die vom Pickel wegführen, können ein Hinweis auf eine Lymphangitis sein, also eine Entzündung der Lymphgefäße. Hier musst du sofort ärztliche Hilfe aufsuchen, da sich die Infektion im Körper ausbreiten kann. 

4. Fieber oder starkes Unwohlsein

Fieber über 38°C, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost oder deutliche Müdigkeit zeigen, dass dein Immunsystem stark belastet ist. Dies kann auf eine systemische Infektion hindeuten. 

5. Schwellung des ganzen Gesichtsbereichs

Wenn nicht nur der Pickel, sondern ganze Regionen wie die Wange, die Stirn oder das Auge anschwellen, ist das ein ernstes Warnsignal. Besonders gefährlich ist eine Schwellung im sensiblen “Danger Triangle”, dem Bereich zwischen Augen und Mund. 

6. Pickel im “Danger Triangle” mit starken Schmerzen

Der Bereich zwischen den Augenbrauen und Mundwinkeln verbindet sich über Venen direkt mit wichtigen Strukturen im Gehirn. Infektionen sind hier selten, können sich aber auf das Gehirn ausbreiten und müssen daher unbedingt abgeklärt werden. 

7. Pochende, pulsierende Schmerzen im Takt des Herzschlags

Ein pulsierender Schmerz, der synchron mit dem Herzschlag ist, kann auf einen Abszess hinweisen, der medizinisch behandelt oder durch eine chirurgische Drainage geöffnet werden muss. 

Soforthilfe: Was du gegen schmerzhafte Pickel tun kannst

Wenn ein Pickel so schmerzt, dass du ihn ständig spürst, willst du vor allem eins: schnelle Linderung. Die gute Nachricht ist, dass es einfache Maßnahmen gibt, die du sofort zu Hause anwenden kannst, um den Druck, die Schwellung und den Schmerz spürbar zu reduzieren. 

Was du sofort tun kannst (zu Hause)

1. Kühlen (erste 48 Stunden)

Greif als Erstes zum Kühlpack. Wickle es in ein dünnes, sauberes Tuch und lege es 10 Minuten auf den Pickel, lege danach 10 Minuten eine Pause ein. Wiederhole das 3-4 Mal täglich. 

Die Kälte zieht die Schwellung zusammen, beruhigt die Haut und betäubt die überreizten Nervenenden. Besonders bei tiefen, pulsierenden Pickeln bringt das schnell Erleichterung. 

2. Warme Kompresse (nach 48 Stunden)

Sobald der erste Akutschmerz nachlässt, hilft Wärme. Ein in warmes (nicht heißes!) Wasser getränktes Tuch für 10-15 Minuten, zwei- bis dreimal täglich auf die Pickel zu legen, fördert die Durchblutung. Das kann den Heilungsprozess beschleunigen und macht es für die Haut leichter, den Entzündungsherd abzubauen. 

3. Hydrokolloid-Patch über Nacht 

Diese kleinen Helfer sind perfekt für oberflächliche Pickel. Sie ziehen Flüssigkeit heraus, reduzieren den mechanischen Druck und schützen die Stelle vor unbewussten Berührungen im Schlaf. Für tiefe Zysten sind sie weniger geeignet, weil sie dort schlicht nicht weit genug herunterkommen.

4.  Rezeptfreie Schmerzmittel

Wenn der Schmerz richtig einschränkt, kann Ibuprofen (200-400 mg) helfen. Es wirkt sowohl entzündungshemmend als auch schmerzlindernd, ideal bei akuten Akne-Schmerzen. Lies die Packungsbeilage und nimm es nur, wenn du es gut verträgst. Wichtig ist, dass du Aspirin niemals direkt auf den Pickel gibst, das reizt die Haut nur zusätzlich. 

5. Kopf erhöht schlafen

Leg abends einfach ein Kissen extra unter den Kopf. So gelangt weniger Blut in die entzündete Region, was nächtliches Pochen und Schwellungen deutlich reduzieren kann. 

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Was du vermeiden solltest

Bei schmerzhaften Pickeln gibt es einige Dinge, die du unbedingt vermeiden solltest, um Schmerzen, Entzündungen und das Risiko für Narben zu reduzieren. Schon kleine falsche Handgriffe, wie Drücken oder ständiges Berühren, können die Entzündung verschlimmern und die Heilung verzögern. Vermeide daher Folgendes: 

Niemals ausdrücken oder daran herumdrücken

Tiefe, schmerzhafte Pickel solltest du auf keinen Fall ausdrücken oder daran herumdrücken. Sie haben keine natürliche Öffnung, durch die sich der Eiter kontrolliert entleeren könnte. Ein Drücken verschlimmert die Entzündung oft noch mehr, verstärkt den Schmerz und kann das Risiko für bleibende Narben deutlich erhöhen. 

Keine aggressiven Produkte

Auch aggressive Produkte wie Benzoylperoxid oder Salicylsäure solltest du bei akut entzündeten Pickeln vermeiden. Die ohnehin gereizte Haut reagiert darauf schnell mit Rötungen, Brennen oder noch stärkerem Schmerz. Warte lieber ab, bis die akute Entzündung abgeklungen ist, bevor du gezielt zu solchen Wirkstoffen greifst. 

Nicht ständig anfassen

Ebenso wichtig ist, die Hände vom Gesicht fernzuhalten. Jede Berührung aktiviert die Nervenenden erneut und kann den Schmerz verstärken. Gleichzeitig können Bakterien von den Händen die Entzündung verschlimmern oder eine neue Infektion auslösen. Je weniger du den Pickel berührst, desto schneller kann sich die Haut erholen und desto geringer ist das Risiko für Folgeschäden. 

Professionelle Behandlungen für schmerzhafte Akne

Wenn deine Pickelschmerzen sehr stark sind oder über mehrere Tage nicht nachlassen, kann ein Besuch beim Dermatologen sinnvoll sein. Vor allem bei Schmerzen von 7 oder mehr auf der Schmerzskala, mehreren tiefen Pickeln gleichzeitig oder wiederkehrenden schmerzhaften Zysten lohnt sich professionelle Hilfe. 

Kortison-Injektion (Intralesionale Injektion)

Diese Behandlung reduziert die Entzündung innerhalb von 24-48 Stunden. Oft spürst du schon nach wenigen Stunden eine deutliche Linderung. Die Kortison-Injektion eignet sich besonders für tiefe, zystische Pickel und ist die häufigste Akutmaßnahme bei sehr schmerzhaften Läsionen. Die Kosten belaufen sich auf ca. 30-60 € pro Injektion. 

Professionelle Drainage bei Abszessen

Abgekapselte, eitergefüllte Pickel können unter sterilen Bedingungen fachgerecht entlastet werden. Die Drainage reduziert den Druck sofort und lindert den Schmerz, sollte aber niemals selbst versucht werden. 

Verschreibungspflichtige orale Antibiotika

Bei multiplen entzündlichen Läsionen helfen orale Antibiotika, die bakterielle Komponente zu reduzieren. Die Wirkung setzt meist innerhalb von 5-7 Tagen ein, begleitet von einer spürbaren Schmerzreduktion. 

Isotretinoin (Accutane)

Für chronische, schwer schmerzhafte, wiederkehrende Akne kann Isotretinoin langfristig Abhilfe schaffen. Es reduziert die Talgproduktion drastisch, verhindert zukünftige schmerzhafte Ausbrüche und bietet eine nachhaltige Lösung. 

Unser Tipp: Warte nicht, bis der Schmerz unerträglich wird. Eine professionelle Behandlung kann nicht nur akute Beschwerden lindern, sondern auch langfristige Narbenbildung verhindern. 

Langfristige Prävention schmerzhafter Pickel

Damit schmerzhafte Pickel seltener auftreten, lohnt es sich, langfristig vorbeugend zu handeln. Eine wirksame Strategie kombiniert Hautpflege, medizinische Optionen und Lifestyle-Anpassungen. 

Retinoide in deine Routine integrieren

Produkte mit Tretinoin, Adapalen oder Retinol verhindern, dass Poren verstopfen, bevor Entzündungen entstehen. Die sind Retinoide. Sie mindern den Schweregrad von Breakouts und benötigen 3-6 Monate, bis ihre volle Wirkung sichtbar ist. 

Entzündungshemmende Wirkstoffe nutzen

Niacinamid (5-10 %) und Azelainsäure (10-20 %) helfen, die Entzündungsneigung deiner Haut zu reduzieren. Sie wirken sanft, unterstützen die Hautbarriere und beugen neuen schmerzhaften Pickeln vor. 

Nur nicht-komedogene Produkte verwenden

Alles, von Sonnencreme bis Make-up, sollte die Poren nicht zusätzlich belasten. So verhinderst du neue Verstopfungen und unnötige Entzündungen. 

Bei hormoneller Komponente medizinische Optionen prüfen

Frauen können bei Bedarf Spironolacton oder eine Pille mit antiandrogener Wirkung einsetzen, um hormonell bedingte tiefe Akne deutlich zu reduzieren. 

Stress und Schlaf managen

Stress steigert Cortisol und fördert Entzündungen, Schlafmangel senkt die Schmerzschwelle. Sorge für 7-9 Stunden Schlaf pro Nacht und integriere Entspannungsphasen in deinen Alltag. 

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Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Hartnäckige Pickel entstehen selten durch einen einzigen Faktor. Oft spielen eine gestörte Hautbarriere, hormonelle Schwankungen, falsche Produkte oder aggressive Behandlungen eine Rolle. Standardlösungen aus der Drogerie greifen hier zu kurz.

  • Du bekommst eine individuelle Diagnose durch erfahrene Dermatolog:innen per Online-Konsultation.
  • Auf Basis deiner Hautbedürfnisse wird eine maßgeschneiderte Formel erstellt, die bei Bedarf kontinuierlich angepasst wird. So werden nicht nur Pickel behandelt, sondern auch die Hautbarriere repariert und zukünftige Entzündungen verhindert.
  • Bei schweren Fällen erfolgt eine professionelle Begleitung inklusive Empfehlungen für orale Medikamente oder Spezialist:innen.

Wissenschaftliche Quellen

  • Zaenglein, A.L., et al. “Guidelines of Care for the Management of Acne Vulgaris.” Journal

of the American Academy of Dermatology. (2016)

  • Dréno, B., et al. “The role of inflammation in acne: clinical implications.” American Journal

of Clinical Dermatology. (2015)

  • Bhate, K. and Williams, H.C. “Epidemiology of acne vulgaris.” British Journal of

Dermatology. (2013)

  • Tanghetti, E.A. “The role of inflammation in the pathology of acne.” The Journal of Clinical

and Aesthetic Dermatology. (2013)

  • Del Rosso, J.Q. and Kim, G.K. “Optimization of use of oral antibiotics in acne vulgaris.”

Dermatologic Clinics. (2009)

FAQs

  • Ist es normal, dass Pickel weh tun?

    Ja, Schmerzen bei entzündeten Pickeln sind völlig normal. Bei oberflächlichen Pickeln spürst du meist nur ein leichtes Ziehen oder Druckgefühl (2-3/10), während tiefe Zysten auch spontan stark pochen können (7-9/10). 

    Ein gewisser Schmerz gehört zum Heilungsprozess, aber wenn er extrem stark wird, länger anhält oder sich über das Gesicht ausbreitet, solltest du ärztlichen Rat einholen.

  • Wie kann ich schmerzhafte Pickel schnell loswerden?

    Die schnellste Linderung bietet eine Kortison-Injektion bei deinem Dermatologen oder deiner Dermatologin. Die Entzündung geht oft innerhalb von 24-48 Stunden zurück. Zuhause helfen Kühlen in den ersten 48 Stunden, rezeptfreies Ibuprofen, Hydrokolloid-Patches und ein konsequentes Nicht-Berühren. 

    Tiefe, schmerzhafte Pickel sprechen meist besser auf professionelle Behandlung an, während Hausmittel Schmerzen kurzfristig reduzieren können. 

  • Sollte ich einen sehr schmerzhaften Pickel ausdrücken?

    Nein! Tiefe Pickel liegen in der Dermis und haben keine natürliche Öffnung. Drücken verschlimmert die Entzündung, verstärkt die Schmerzen und erhöht das Narbenrisiko. 

    Lass die Finger weg und setze auf professionelle Hilfe, um langfristige Schäden zu vermeiden.

  • Warum tun Pickel am Kinn besonders weh?

    Das Kinn ist ein häufiger Bereich für hormonell bedingte Akne. Die Haut ist dicker, die Talgdrüsen sitzen tiefer und Entzündungen treffen auf mehr Nervenenden. Deshalb sind Pickel hier oft tiefer und schmerzhafter. 

    Anatomie und Hormone machen Kinn-Pickel besonders intensiv. 

  • Kann ein Pickel so weh tun, dass es ein Notfall ist?

    In seltenen Fällen kann ein Pickel gefährlich werden. Alarmzeichen sind rote Streifen, die vom Pickel weggehen, Fieber über 38 °C, starke Gesichtsschwellungen, Pickel im sogenannten “Danger Triangle” oder ein Schmerz, der Schlaf und Essen verhindert. 

    Bei diesen Symptomen solltest du sofort ärztliche Hilfe aufsuchen. 

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