Behandlungsunterschiede: Pickel vs. Akne
Wenn du herausfinden möchtest, wie ausgeprägt deine Akne wirklich ist, hilft die medizinische Klassifikation. Sie zeigt dir klar, in welchem Bereich du dich befindest und welche Behandlung sinnvoll ist.
Warum die Unterscheidung für die Behandlung wichtig ist
Bei gelegentlichen Pickeln: Schnelle, reaktive Behandlung
Wenn du nur gelegentlich einen Pickel bekommst, reicht ein unkompliziertes Spot-Treatment völlig aus. Rezeptfreie Wirkstoffe wie Benzoylperoxid 2,5 %, Salicylsäure (BHA) 2 % oder auch Teebaumöl wirken gezielt gegen Entzündungen. Hydrokolloid-Patches unterstützen die Heilung zusätzlich. Das Ziel ist, den einzelnen Pickel innerhalb von 3-7 Tagen loszuwerden. Dafür ist eine sanfte, nicht-kostenintensive Basisroutine völlig ausreichend.
Bei Akne: Präventiv, systematisch, langfristig
Bei Akne reicht eine punktuelle Behandlung nicht mehr aus. Hier geht es darum, neue Läsionen zu verhindern, die Haut langfristig zu beruhigen und Entzündungen zu reduzieren. Oft kommen hier verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Retinoide, Azelainsäure, Antibiotika oder hormonelle Behandlungen ins Spiel. Erste sichtbare Erfolge siehst du meist nach 6-12 Wochen, dafür sind sie aber dauerhaft stabiler.
Die Behandlungspyramide
Stufe 1: Gelegentliche Pickel
Wirkstoffe: Salicylsäure (BHA) 2 %, Benzoylperoxid 2,5 % punktuell, Teebaumöl, Hydrokolloid-Patches
Stufe 2: Wiederkehrende Pickel/ Milde Akne
Wirkstoffe: Retinol (rezeptfrei) oder Adapalen (verschreibungspflichtig), Niacinamid 5-10 %, Azelainsäure 10-20 %, Benzoylperoxid 5 %
Stufe 3: Moderate Akne
Wirkstoffe: Tretinoin (verschreibungspflichtig), topische oder orale Antibiotika wie Clindamycin, Doxycyclin oder Minocyclin, hormonelle Therapie (Pille oder Spironolacton bei Frauen)
Stufe 4: Schwere Akne
Wirkstoffe: Isotretinoin (Accutane, Goldstandard bei schwerer Akne), hoch dosierte Antibiotika, Kortison-Injektionen bei einzelnen Zysten, ggf. Lasertherapien für Narben