Wie entsteht ein Pickel? Der wissenschaftliche Prozess
Auch wenn Pickel oft plötzlich wirken, ihr tatsächlicher Entstehungsprozess läuft leise und versteckt im Hintergrund ab. Vier biologische Faktoren spielen dabei immer zusammen: eine gestörte Abschuppung der Haut, zu viel Talg, eingeschlossene Bakterien und eine Immunreaktion. Erst wenn alle vier Schritte durchlaufen sind, landet der Pickel als roter, druckempfindlicher Punkt auf deiner Haut. Genau deshalb ist es so wichtig, zu verstehen, was in den Wochen davor passiert ist. Denn nur so kannst du langfristig vorbeugen, Auslöser erkennen und deine Hautbarriere stärken. Lass uns die einzelnen Phasen einmal klar und verständlich durchgehen.
Phase 1: Übermäßige Hautzellproduktion (Woche 1-2)
In der ersten Phase läuft alles noch völlig unsichtbar ab. Die Haut beginnt, abgestorbene Zellen weniger effizient abzustoßen. Gleichzeitig wachsen die Zellen im Follikel schnell und bilden rasend Nachschub. Als Ergebnis füllt sich die Pore langsam mit einer Mischung aus alten und neuen Zellen. Noch ist kein Pickel zu sehen und du spürst nichts, aber die Grundlage für Komedonen wird bereits gelegt. Genau hier beginnt der gesamte Akneprozess, auch wenn du zunächst davon noch nichts bemerkst.
Phase 2: Talgproduktion und Verstopfung (Woche 2-4)
Jetzt kommt Talg ins Spiel. Und zwar so viel, dass die Pore diesen nicht mehr abtransportieren kann. Der eingeschlossene Sebum-Stau sorgt dafür, dass sich offene und geschlossene Mitesser bilden. Sie heißen Blackheads, wenn die Pore offen bleibt, und Whiteheads, wenn sie komplett verschlossen ist. Viele spüren in dieser Phase die ersten kleinen Unterlagerungen, die fest, aber noch nicht schmerzhaft sind. Optisch ist das oft der Moment, an dem man denkt: “Oh, da kommt was…”. Und es stimmt, denn der Pickel ist in Arbeit.
Phase 3: Bakterienwachstum (Woche 3-6)
Die verstopfte Pore bietet jetzt das perfekte Zuhause für Cutibacterium acnes. Diese Bakterien sind ganz normal auf der Haut, doch eingeschlossen in einer warmen, fettreichen und sauerstoffarmen Umgebung können sie sich ideal vermehren. Sie bauen Fettsäuren ab, produzieren Stoffe, die das Immunsystem alarmieren, und verstärken so die lokale Reizung. An diesem Punkt ist die Entzündung praktisch vorprogrammiert.
Phase 4: Entzündungsreaktion (Woche 4-8)
Jetzt wird alles sichtbar. Das Immunsystem greift ein, sendet Abwehrzellen in die Pore und löst die typische Entzündungsreaktion aus: Rötungen, Schwellungen, Wärme und Schmerzen. Papeln, Pusteln, Knoten oder Zysten entstehen, je nachdem, wie tief die Pore sitzt und wie stark die Entzündung verläuft. Erst jetzt erscheint der Pickel im Spiegel, obwohl er wochenlang bereits unter der Haut vorbereitet wurde.
Die verschiedenen Akneläsionen im Überblick
Wenn du verstehst, welche Art Pickel du vor dir hast und in welcher Phase er entstanden ist, kannst du viel früher reagieren und deine Haut gezielt unterstützen, bevor er überhaupt etwas sichtbarer wird. So wird die Vorbeugung plötzlich deutlich einfacher.
Nicht-entzündliche Akneläsionen:
Dazu zählen oft offene und geschlossene Mitesser. Sie entstehen, wenn Talg und abgestorbene Hautzellen eine Pore verstopfen, ohne dass eine Entzündung beteiligt ist. Blackheads wirken dunkel, weil der Talg an der Luft oxidiert, während Whiteheads als kleine, helle Erhebungen unter der Haut bleiben. Sie sind oft der erste Hinweis darauf, dass die Haut in ihrem Gleichgewicht gestört ist.
Entzündliche Akneläsionen:
Papeln sind rote, feste Knötchen, die druckempfindlich sein können. Pusteln enthalten zusätzlich Eiter und sehen weißlich oder gelb aus. Noch tiefer sitzende Knötchen und Zysten sind größer, oft schmerzhafter, brauchen länger, um abzuheilen, und können manchmal Narben hinterlassen.