Steroidakne: Die häufigste medikamentöse Akneform
Kortisonpräparate gehören zu den wichtigsten Medikamenten der modernen Medizin. Sie werden bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt, wie etwa bei Asthma, Autoimmunerkrankungen oder schweren Entzündungen. Gleichzeitig können sie eine typische Hautreaktion auslösen: die sogenannte Steroidakne.
Dermatologisch gilt sie als die häufigste Form der Acne medicamentosa. Die gute Nachricht: In vielen Fällen ist sie gut behandelbar, insbesondere wenn sie früh erkannt wird.
Was ist Steroidakne und wer bekommt sie?
Steroidakne entsteht durch die Anwendung von Kortikosteroiden oder hormonähnlichen Substanzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese oral eingenommen, inhaliert oder äußerlich angewendet werden.
Typische Auslöser sind:
Orale Kortikosteroide wie Prednisolon oder Dexamethason
Inhalative Kortikosteroide in der Asthmatherapie
Topische Kortisonpräparate
Anabolika oder hochdosiertes Testosteron
Besonders häufig tritt Steroidakne bei Menschen auf, die anabole Steroide im Bodybuilding verwenden. Studien zeigen, dass etwa 50 % der Anwender:innen Kortikosteroide Pickel entwickeln.
Auch bei medizinisch notwendiger Kortisontherapie kann es zu Kortison-Pickeln kommen. Unsere Dermatolog:innen bei FORMEL SKIN beobachten dabei häufig, dass die Hautreaktion erst einige Wochen nach Beginn der Therapie sichtbar wird.
Wie sieht Steroidakne aus und wie kann ich sie erkennen?
Auf den ersten Blick kann Steroidakne wie gewöhnliche Akne aussehen. Dermatolog:innen erkennen jedoch einige typische Charakteristika und Unterschiede.
Typisch für Steroidakne ist, dass viele Pickel gleichzeitig auftreten und sehr ähnlich aussehen. Dermatolog:innen sprechen deshalb von einer monomorphen Akne.
Nach einigen Monaten können zusätzlich Komedonen oder größere entzündliche Knoten entstehen, besonders im Bereich von Rücken und Schultern.
Was tun bei Steroidakne?
Wenn der Zusammenhang zwischen Medikament und Hautreaktion vermutet wird, sollte zunächst geprüft werden, ob eine Anpassung der Therapie möglich ist. Diese Entscheidung darf jedoch nur gemeinsam mit behandelnden Ärzt:innen getroffen werden. Wenn ein Absetzen oder Wechsel nicht möglich ist, stehen dermatologische Behandlungen zur Verfügung, wie:
Wichtig: Setze ein verschriebenes Medikament niemals eigenmächtig ab. Sprich stattdessen mit Deinen behandelnden Ärzt:innen darüber, ob ein Zusammenhang mit Deinen Hautveränderungen bestehen könnte. Gemeinsam lässt sich prüfen, ob eine Anpassung der Therapie sinnvoll ist. Kann das Steroid reduziert oder abgesetzt werden, bessert sich die Akne häufig innerhalb weniger Wochen von selbst.