Was das Narbenrisiko erhöht und was Du vermeiden solltest
Nicht jede Akne hinterlässt Narben, bestimmte Faktoren können das Risiko allerdings durchaus erheblich erhöhen. Die gute Nachricht: Viele davon lassen sich aktiv beeinflussen. Diese fünf Faktoren solltest Du kennen – und im Blick behalten.
Pickel ausdrücken
Der klassische Fehler und einer mit Folgen. Wer drückt, verteilt Bakterien und Entzündung in tiefere Hautschichten und benachbarte Follikel. Das Ergebnis ist häufig eine tiefere, weitreichendere Entzündungsreaktion und damit ein deutlich höheres Narbenrisiko. Besonders gefährlich ist das bei tiefen, zystischen Pickeln, die ohnehin schon nah an der Dermis liegen.
Behandlungsverzögerung
Je länger eine entzündliche Läsion unbehandelt bleibt, desto größer das Risiko für dauerhaften Kollagenschaden. Früh einzugreifen ist hier nicht nur sinnvoll, es ist exponentiell effektiver als abzuwarten.
Schwere und Tiefe der Akne
Knotenakne und Zysten, auch Akne conglobata, hinterlassen häufiger Narben als oberflächliche Mitesser, die sogenannten Komedonen. Das ist keine Frage des Versagens, sondern der Biologie. Wer unter schwerer Akne leidet, hat desto mehr Grund, frühzeitig medizinisch aktiv zu werden.
Sonne ohne Lichtschutzfaktor (LSF)
UV-Strahlung ist einer der meist unterschätzten Faktoren bei der Entstehung und Verschlimmerung von Pickelmalen. Sie beschleunigt die Verdunkelung der entzündungsbedingten Hyperpigmentierung (Post-Inflammatory Hyperpigmentation PIH) erheblich und kann bestehende Entzündungen zusätzlich reizen. Wer aktive Akne ungeschützt der Sonne aussetzt, verlängert sichtbare Pickelmale nicht selten um Monate, manchmal sogar deutlich länger. Täglicher Licht- und Sonnenschutz ist deshalb kein optionales Extra, sondern ein fester Bestandteil jeder Akne-Routine. Achte dabei auf einen LSF von mindestens 30, besser noch 50. Der LSF, international auch als SPF (Sun Protection Factor) bekannt, gibt an, wie stark ein Produkt vor UV-Strahlung schützt.
Genetische Disposition
Manche Menschen sind von Natur aus anfälliger für Narben als andere. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der individuellen Reaktion der Talgdrüsen auf Androgene, also auf Hormone, die die Talgproduktion und Entzündungsneigung der Haut maßgeblich steuern. Die Forschung zeigt, dass eine erhöhte Androgenempfindlichkeit der Talgdrüsen die Entstehung und Schwere von Akneläsionen direkt beeinflusst (Zouboulis CC, Clin Dermatol, 2004) Dies rechtfertigt jedoch keine Passivität. Es ist vielmehr ein Argument dafür, noch eher und konsequenter zu handeln.