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Frag einen Dermatologen: Warum verschwindet mein Pickel nicht?

Frag einen Dermatologen
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Dr. Sarah Bechstein

Mitbegründerin von FORMEL SKIN

In diesem Artikel

Willkommen bei "Frag einen Dermatologen", deiner vertrauenswürdigen Anlaufstelle für Informationen rund um eine gesunde Haut. In dieser Serie beantworten unsere Ärzt:innen echte Fragen unserer Community - klar, verständlich und anwendbar.

Bei der heutigen Frage geht es um ein Problem, das viele kennen: "Warum verschwindet mein Pickel einfach nicht?" Manchmal bleibt ein einzelner Pickel wochenlang bestehen, während andere längst abgeheilt sind. Wir erklären dir die 7 häufigsten Gründe für hartnäckige Pickel - von Fehldiagnosen über gestörte Hautbarrieren bis hin zu hormonellen Ursachen - und zeigen dir Schritt für Schritt, wie du ihn endlich loswirst.

Nutzerfrage an unser Ärzteteam

Liebe Formel Skin-Experten, 

ich habe von meiner Dermatologin Ivermectin-Creme gegen meine Rosacea verschrieben bekommen. Ich kenne Ivermectin nur als Entwurmungsmittel für Tiere und habe auch gehört, dass es während Corona kontrovers diskutiert wurde. Jetzt bin ich verunsichert: Warum soll ich ein Parasitenmittel auf mein Gesicht schmieren? Wie funktioniert das überhaupt? Und ist das wirklich sicher für die Anwendung auf meiner empfindlichen Haut?

Verwirrt aber skeptisch, 

Ivermectin-Unsicherheit

Antwort unserer Dermatologin

Liebe Ewig der Gleiche Pickel, 

Ich verstehe so gut, wie frustrierend das sein kann. Du stehst vor dem Spiegel, hoffst auf Besserung, und doch sitzt genau dieser eine hartnäckige Pickel immer noch da, als hätte er beschlossen, dauerhaft Teil deines Gesichts zu werden. Während andere Unreinheiten kommen und gehen, bleibt er und zieht deine Aufmerksamkeit an wie ein rotes Warnsignal. Die Sorge, dass daraus vielleicht eine Narbe entstehen könnte, ist absolut nachvollziehbar. 

Du bist damit nicht allein, und es gibt fast immer eine klare, wissenschaftlich erklärbare Ursache. Ein Pickel, der länger als 2-3 Wochen bleibt, verhält sich nicht mehr wie ein klassischer Pickel. Oft steckt etwas ganz anderes dahinter, wie eine kleine Zyste, ein postentzündliches Erythem, eine Hyperpigmentierung oder eine Veränderung, die nur so aussieht wie ein Pickel. 

Lass uns gemeinsam verstehen, was wirklich passiert und vor allem, wie du ihn endlich loswirst. 

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Wie lange sollte ein Pickel normalerweise bleiben?

Wie lang ein Pickel bleibt, hängt stark davon ab, welcher Pickeltyp es ist. Viele sind überrascht, wie unterschiedlich die Heilungsdauer sein kann und wie schnell man einen Pickel mit einer Post-Pickel-Verfärbung verwechselt. Damit du besser einschätzen kannst, was gerade auf deiner Haut passiert, findest du hier einen klaren Überblick. 

Normale Heilungszeiten je nach Pickeltyp

Mitesser (Komedonen):

  • Offene Mitesser (Blackheads): Können, wenn man sie nicht behandelt, mehrere Wochen bis sogar Monate bestehen bleiben. 

  • Geschlossene Mitesser (Whiteheads): Lösen sich meist innerhalb von 1-2 Wochen.

Oberflächliche entzündliche Pickel: 

  • Papeln (rote, feste Beulen ohne Eiter): Heilen in 3-7 Tagen ab.

  • Pusteln (mit sichtbarem Eiter): Brauchen etwa 5-10 Tage. 

Tief entzündliche Läsionen:

  • Knötchen (Nodules): Halten sich oft 2-4 Wochen. 

  • Zysten: Können 4-8 Wochen bestehen bleiben, manchmal auch länger. 

Die wichtigste Faustregel: 

Wenn ein Pickel länger als 2-3 Wochen sichtbar bleibt und sich weder verkleinert noch beruhigt, solltest du deine Behandlung überdenken oder dermatologische Unterstützung suchen. 

Wichtige Unterscheidung: Pickel vs. Post-Pickel-Spuren

Viele denken, ein Pickel sei immer noch da, obwohl die Entzündung längst verschwunden ist. Was du siehst, ist häufig nicht mehr der Pickel selbst, sondern seine Nachwirkungen, und die können deutlich länger bleiben als die eigentliche Entzündung. 

  • Ein entzündeter Pickel heilt in der Regel innerhalb von 1-3 Wochen ab. 

  • Die rote Verfärbung danach, das sogenannte Post-inflammatory Erythema (PIE), kann jedoch 2-6 Monate sichtbar bleiben. 

  • Dunkle Flecken (Post-inflammatory Hyperpigmentation, PIH) halten sich sogar 3-12 Monate. Echte Narben bleiben ohne Behandlung dauerhaft. 

Wenn also etwas über Wochen oder Monate sichtbar bleibt, ist es meist nicht der Pickel, sondern oft die normale, aber manchmal langwierige Heilungsphase der Haut. Die Verfärbung bleibt, obwohl die Entzündung längst weg ist. 

7 Gründe, warum dein Pickel nicht verschwindet

Ein Pickel, der nicht einfach verschwinden will, kann unglaublich frustrierend sein. Vor allem dann, wenn du schon alles versucht hast und er trotzdem an derselben Stelle bleibt. Die Wahrheit ist, dass manchmal hinter einem Pickel, der nicht abheilt, etwas ganz anderes als ein klassischer Pickel steckt. Manchmal sabotieren unbewusste Gewohnheiten die Heilung, manchmal sind es hormonelle Faktoren oder tiefe Entzündungen.

Damit du endlich Klarheit bekommst, was wirklich dahintersteckt, findest du hier die sieben häufigsten Gründe. Wissenschaftlich fundiert, verständlich erklärt und mit Tipps, wie du wirklich etwas ändern kannst.

1. Es ist gar kein Pickel- Fehldiagnose

Einer der häufigsten Gründe dafür, dass ein Pickel nicht abheilt, ist ganz simpel: Es ist kein Pickel. Viele Hautveränderungen sehen akneähnlich aus, verhalten sich aber völlig anders. Das führt zu falschen Behandlungen und alles wird noch hartnäckiger. 

Epidermoidzyste:

  • Tief unter der Haut, fest, leicht beweglich

  • Kann über Monate oder Jahre bestehen

  • Gefüllt mit Keratin (eine weißliche, dicke Substanz)

  • Behandlung: Nur eine kleine chirurgische Entfernung bringt dauerhaft Ruhe

Milie (Grießkorn):

  • Kleine, harte, weiße Knötchen, oft um die Augen

  • Entstehen durch Keratin, das unter der Haut eingeschlossen wird

  • Behandlung: Professionelle Entfernung durch Dermatolog:innen

Periorale Dermatitis

  • Rote, kleine Beulen rund um Mund, Nase oder Kinn

  • Sieht aus wie Akne, ist aber eine irritative Entzündung

  • Wird durch zu viel Pflege, okklusive Produkte oder Kortison verschlimmert

  • Behandlung: Minimalistische Routine, eventuell antibiotische Therapie

Rosazea-Papeln:

  • Rote, entzündliche Knötchen ohne Eiter

  • Häufig begleitet von flächiger Gesichtsrötung

  • Behandlung: Rosazea-spezifische Pflege wie Azelainsäure oder Metronidazol

Molluscum contagiosum:

  • Kleine, glänzende, perlmuttartige Beulen mit einer zentralen Delle

  • Viral, ansteckend

  • Behandlung: Entfernung durch Dermatolog:innen

Basalzellkarzinom (selten, aber wichtig):

  • Sieht anfangs wie ein Pickel aus, der einfach nicht heilt

  • Blutet manchmal, wächst langsam

  • Häufiger bei Menschen über 40

  • Behandlung: Sofort zur Dermatologin/ zum Dermatologen

2. Du manipulierst ihn zu oft (selbst unbewusst)

Viele unterschätzen, wie oft sie ihr Gesicht völlig unbewusst berühren. Doch genau dieses ständige Nachfühlen kann verhindern, dass ein Pickel abheilt. 

Das Problem: 

  • Bakterien gelangen immer wieder auf die Haut.

  • Durch die Berührungen wird die Entzündung jedes Mal neu aktiviert.

  • Die Hautbarriere kann sich nicht regenerieren.

  • Die Heilung verzögert sich um Tage bis Wochen.

Häufige Auslöser, die du nicht bemerkst:

  • Du drückst dein Handy ständig an dieselbe Gesichtsstelle.

  • Deine Schlafposition führt dazu, dass dein Gesicht immer wieder über denselben Punkt reibt.

  • Du stützt deinen Kopf beim Arbeiten oder Lernen mit der Hand oder fasst dir unbewusst ins Gesicht.

  • Du checkst, ob der Pickel noch da ist.

3. Die falsche Behandlung verschlimmert das Problem

Viele wollen einen hartnäckigen Pickel wegbehandeln, doch manchmal macht genau das alles schlimmer. 

Zu aggressive Wirkstoffe: 

  • Zu viel Benzoylperoxid, zu viel Salicylsäure oder zu hohe Retinoid-Dosierungen auf einen Spot.

  • Das Ergebnis: Eine zerstörte Hautbarriere, brennende Haut oder eine verlängerte Entzündung. Die Entzündung wird chronisch, statt besser.

Okklusives Abdecken:

  • Zu viele Schichten aus Concealer

  • Okklusive Patches über mehrere Tage

  • Feuchtigkeit staut sich und Bakterien vermehren sich

Widersprüchliche Wirkstoffe: 

  • Benzoylperoxid und Retinoide gleichzeitig auf dieselbe Stelle

  • Kombination von AHA, BHA und Retinoiden

  • Zu viele aktive Wirkstoffe überfordern die Haut

Zu häufiges Wechseln der Routine: 

Jede Woche taucht auf TikTok ein neues “Wundermittel” auf, das man am liebsten sofort testen möchte. Doch wenn du deine Routine ständig wechselst, hat deine Haut keine Chance, überhaupt auf ein Produkt zu reagieren. Sie braucht 4-6 Wochen, um zu zeigen, ob ein Wirkstoff wirkt. Jeder schnelle Wechsel sorgt nur für mehr Chaos und verlängert Entzündungen. Der wahre Schlüssel ist deshalb Kontinuität. Eine einfache Routine, weniger Stress und genug Zeit, damit deine Haut in Ruhe heilen kann. 

4. Es ist eine tiefe zystische Akne

Zystische Akne ist eine der hartnäckigsten Formen und fühlt sich ganz anders an als ein klassischer oberflächlicher Pickel. 

Typische Merkmale:

  • Sitzt tief in der Dermis und ist extrem schmerzhaft

  • Keine sichtbare Öffnung

  • Fühlt sich wie ein harter Knoten an

  • Kann 6-8 Wochen oder länger bleiben

Warum sie so hartnäckig sind:

Tiefe, zystische Pickel sind besonders hartnäckig, weil die Entzündung weit unter der Hautoberfläche sitzt. Topische Produkte wie Cremes oder Gels erreichen diese Bereiche oft kaum, sodass die Entzündung einfach weiterbesteht. Gleichzeitig braucht dein Immunsystem mehrere Wochen, um die tief sitzende Entzündung effektiv abzubauen. Genau deshalb können solche Pickel so schmerzhaft und langwierig sein. 

Was wirklich hilft: 

Die effektivsten Lösungen setzen direkt an der Ursache an. Kortison-Injektionen beim Dermatologen können die Entzündung oft schon innerhalb von 24 bis 48 Stunden deutlich reduzieren. Bei wiederkehrenden Zysten können orale Antibiotika oder Isotretinoin helfen. Ganz wichtig ist, die Pickel niemals selbst auszudrücken! Das Risiko von Narbenbildung, Infektionen und der Ausbreitung der Entzündung ist sonst extrem hoch. Geduld, die richtige medizinische Behandlung und konsequente Pflege sind der Schlüssel, um die Zyste erfolgreich loszuwerden. 

5. Es ist keine Entzündung mehr, sondern Post-Inflammatory Erythema (PIE) oder Hyperpigmentation (PIH)

Viele denken, ihr Pickel ist noch da, doch in Wahrheit ist die Entzündung längst weg. Was bleibt, sind die Spuren. 

PIE (rote Flecken): 

  • Der Pickel ist längst weg, aber die Rötung bleibt

  • Entstehen durch beschädigte Blutgefäße unter der Haut

  • Können 2-6 Monate sichtbar bleiben und betreffen meist hellere Hauttypen

PIH (dunkle Flecken):

  • Ursachen: überschüssiges Melanin nach einer Entzündung

  • Betrifft häufiger dunklere Hauttypen

  • Hält 3-12 Monate an

  • Wird durch Sonne deutlich verschlimmert

Warum es aussieht wie ein Pickel: 

Auch wenn die Entzündung längst abgeklungen ist, kann die Haut noch Spuren davontragen. Die betroffene Stelle ist oft leicht erhaben, fühlt sich rau oder uneben an und die Textur ist noch nicht vollständig abgeflacht. Das lässt die Haut für dich weiterhin wie einen Pickel aussehen, obwohl es eigentlich nur die Nachwirkung der Entzündung ist. 

Behandlungsmöglichkeiten:

Bei Post-Inflammatory Erythema (PIE) helfen Wirkstoffe wie Azelainsäure oder Niacinamid, die Rötungen mildern und die Haut beruhigen. Auch Laserbehandlungen können gezielt die kleinen Blutgefäße behandeln, die für die Rötung verantwortlich sind. 

Bei Post-Inflammatory Hyperpigmentation (PIH) sind Vitamin C, Retinoide und ein konsequenter Sonnenschutz entscheidend. Sie fördern die Zellerneuerung, reduzieren überschüssiges Melanin und verhindern, dass sich die Pigmentierung weiter verstärkt. 

6. Hormonelle Faktoren halten die Entzündung aufrecht

Viele Pickel, die immer wieder an denselben Stellen auftauchen, vor allem im Bereich Kinn und Kieferlinie, haben hormonelle Ursachen. Typisch ist, dass sie zwar teilweise abheilen, aber mit dem nächsten Zyklus wieder aufflammen. 

Hintergrund können PCOS oder ein hormonelles Ungleichgewicht sein. Dabei führen erhöhte Androgene zu einer verstärkten Talgproduktion und fördern chronische Entzündungen genau in diesen Bereichen. 

Was hilft, ist eine gezielte hormonelle Behandlung, zum Beispiel mit Spironolacton oder der Antibabypille. Sie kann die hormonellen Schwankungen ausgleichen und die wiederkehrenden Pickel reduzieren. Zusätzlich kann eine zyklusorientierte Hautpflege sinnvoll sein, um die Haut gezielt zu unterstützen, wenn hormonell bedingte Entzündungen drohen.

7. Geschwächte Hautbarriere und chronische Entzündung

Wenn deine Hautbarriere geschwächt ist, gerät die Haut in einen permanenten Mikro-Stresszustand. Das bedeutet, dass Pickel nicht heilen, weil die Grundlage für die Regeneration fehlt. Häufig entsteht so ein Teufelskreis: Aggressive Behandlung → geschwächte Barriere → noch mehr Entzündungen → hartnäckiger Pickel bleibt bestehen.

Anzeichen einer gestörten Hautbarriere: 

  • Die Haut ist gleichzeitig trocken und ölig. 

  • Brennen oder Spannungsgefühl bei der Produktanwendung.

  • Rötungen, die sich ausbreiten.

  • Neue Pickel entstehen rund um den alten. 

Dieser Kreislauf lässt sich nur durchbrechen, wenn die Barriere wieder aufgebaut wird. Erst dann kann auch der eine, hartnäckige Pickel endlich abheilen und die Haut beginnt, sich langfristig zu stabilisieren.

Was du NICHT tun solltest - die größten Fehler

Wenn es um Pickel geht, gilt weniger ist mehr. Viele machen unbewusste Fehler, die die Heilung verzögern oder die Entzündung verschlimmern können. Hier sind die größten Stolperfallen und wie du sie vermeiden kannst. 

Fehler 1: Pickel ausdrücken oder daran herumdrücken

Auch wenn es schwerfällt, das Drücken verschiebt die Entzündung nur tiefer in die Haut, verteilt Bakterien und erhöht das Narbenrisiko enorm. Statt Wochen auf Heilung zu warten, verschlimmerst du die Situation nur. 

Fehler 2: Zu viele Produkte gleichzeitig anwenden

“Mehr hilft mehr” gilt hier leider nicht. Wenn du zu viele aktive Wirkstoffe kombinierst, überforderst du deine Hautbarriere und provozierst zusätzliche Entzündungen. 

Fehler 3: Jeden Tag ein neues “Wundermittel” probieren

Die Haut braucht mindestens 4-6 Wochen, um auf eine Behandlung zu reagieren. Ein ständiges Wechseln irritiert die Haut nur noch mehr und macht es schwer, die Ursache wirklich zu erkennen. 

Fehler 4: Aggressive Peelings auf entzündeter Haut

Mechanische oder chemische Peelings verschlimmern aktive Pickel massiv. Warte, bis die Entzündung vollständig abgeklungen ist, bevor du anfängst, wieder zu peelen. 

Fehler 5: Sonnenschutz weglassen

Die Sonne trocknet deinen Pickel nicht aus, im Gegenteil. UV-Strahlen verschlimmern Entzündungen und lassen PIH deutlich dunkler und hartnäckiger werden. Daher solltest du immer ein Produkt mit mindestens LSF 30 verwenden. 

Fehler 6: Zu lange warten, bevor du Hilfe suchst

Wenn ein Pickel länger als 3-4 Wochen nicht abheilt, hol dir professionelle Unterstützung. Chronische Entzündungen erhöhen das Risiko für Narben. 

So behandelst du einen hartnäckigen Pickel richtig

Ein Pickel, der einfach nicht abheilen will, kann super frustrierend sein, aber mit der richtigen Strategie bekommst du endlich Klarheit und Kontrolle. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie du wirklich herausfindest, was dahintersteckt, und wie du deine Haut gezielt unterstützt. 

Schritt 1: Identifiziere, was du wirklich hast

Bevor du irgendetwas behandelst, solltest du deine Haut genau beobachten. Stell dir folgende Fragen: 

  • Ist die Stelle erhaben oder flach? (Erhaben = aktive Entzündung, flach = Post-Pickel-Spur)

  • Ist es schmerzhaft? Schmerz deutet fast immer auf eine aktuelle Entzündung hin.

  • Gibt es eine sichtbare “Öffnung”? Wenn nicht, könnte es eine Zyste oder eine tieferliegende Läsion sein.

  • Wurde es schon mal besser und dann wieder schlimmer? Das spricht für eine Reizung oder für hormonelle Ursachen. 

  • Vergrößert sich die Stelle oder wandert sie? Dies ist ein Warnsignal und sollte unbedingt beobachtet werden. 

Mach unbedingt Fotos! Dokumentiere täglich zur gleichen Tageszeit und nutze die gleiche Beleuchtung. Vergleiche die Fotos nach 7-10 Tagen. So erkennst du Veränderungen und interpretierst deine Haut nicht nach Gefühl. 

Schritt 2: Vereinfache deine Routine radikal

Eine überforderte Haut kann nicht heilen. Halte daher deine Routine für zwei Wochen super minimalistisch. 

Morgens: 

  • Sanfter, pH-neutraler Cleanser

  • Beruhigendes Serum (z.B. Niacinamid, Panthenol, Centella)

  • Leichte, nicht-komedogene Feuchtigkeitscreme

  • LSF 30-50 (mineralisch oft besser verträglich)

Abends: 

  • Sanfter Cleanser

  • Beruhigendes Serum

  • Feuchtigkeitscreme

Pausieren solltest du vorübergehend: 

  • Alle Säuren (AHA, BHA)

  • Retinoide (außer der Arzt sagt was anderes)

  • Mechanische Peelings

  • Aggressive Spot-Treatments

  • Parfümierte Produkte

Schritt 3: Starte die gezielte Spot-Behandlung (nach 1-2 Wochen)

Nachdem sich deine Haut etwas beruhigt hat, kannst du jetzt mit einer wirklich wirksamen, aber immer noch sanften Spot-Behandlung starten. Wichtig dabei ist, dass du konsequent und geduldig bleibst, denn echte Hautverbesserung braucht Zeit. 

Wenn es ein aktiver, entzündeter Pickel ist: 

  • Benzoylperoxid 2,5 % oder Azelainsäure 10-20 % einmalig punktuell auftragen. Es wirkt antibakteriell, entzündungshemmend und verkürzt die Heilungszeit. 

  • Hydrokolloid-Patch über Nacht (max. 8 Stunden). Zieht Feuchtigkeit aus dem Pickel und beruhigt Schwellungen. 

  • Mindestens 2 Wochen konsequent anwenden. Erst dann kannst du realistisch beurteilen, ob die Behandlung wirkt. 

Wenn es PIE/PIH (Rötung oder dunkler Fleck) ist: 

  • Niacinamid 5-10 % täglich stärkt die Hautbarriere und reduziert sichtbare Rötungen.

  • Vitamin-C-Serum morgens hellt Pigmentierungen auf und schützt zusätzlich vor freien Radikalen. 

  • Azelainsäure abends ist die perfekte Ergänzung gegen Rötungen, Pigmentflecken und leichte Entzündungen. 

  • Ein konsequenter Sonnenschutz ist hier das A und O! Ohne SPF wird jeder Fleck dunkler, mit SPF können Verfärbungen überhaupt erst abheilen. 

  • Geduld, denn eine deutliche Verbesserung dauert 2-6 Monate. Post-Inflammatory Marks sind hartnäckig, aber behandelbar. 

Wenn es eine Zyste ist: 

  • Topische Produkte reichen hier meist nicht aus. Zysten liegen tief in der Haut und reagieren kaum auf klassische Spot-Produkte. 

  • Warme Kompressen zur Linderung, 10 Minuten, 1-2x täglich, um Druck und Schmerz leicht zu reduzieren. 

  • Auf keinen Fall drücken! Zysten können sich dadurch massiv verschlimmern oder vernarben. 

  • Termin beim Dermatologen für eine Kortisoninjektion vereinbaren für eine schnelle, gezielte Lösung. Oft zeigt sich eine deutliche Verbesserung innerhalb von 24-48 Stunden. 

Schritt 4: Optimiere deinen Lifestyle

Auch die besten Produkte wirken nur halb so gut, wenn dein Alltag ständig neue Entzündungen triggert. Mit ein paar simplen, aber effektiven Gewohnheiten kannst du deine Haut von innen heraus unterstützen. 

  • Nicht ins Gesicht fassen und das Handy desinfizieren reduziert Bakterien, Schmutz und neue Entzündungen. 

  • Kissenbezug 2x pro Woche wechseln entfernt Talg, Schweiß und Produktreste, die Breakouts verstärken können. 

  • Eine entzündungshemmende Ernährung mit weniger Zucker und Milchprodukten, mehr Omega-3-Fettsäuren (Fisch, Leinsamen, Walnüsse) und ausreichend Wasser trinken. 

  • Schlaf- und Stressmanagement mit 7-9 Stunden Schlaf unterstützen die Heilung. Außerdem helfen Meditation, Yoga oder moderate Bewegung. Weniger Stress bedeutet weniger Cortisol und weniger Entzündungen. 

Schritt 5: Tracking und Anpassen (4-6 Wochen)

Jetzt geht es darum, zu prüfen, ob deine Behandlung wirklich wirkt, denn nur so kannst du rechtzeitig nachsteuern. 

Worauf du achten solltest: 

  • Wird der Pickel sichtbar kleiner?

  • Wird die Rötung heller oder weniger intensiv?

  • Lässt der Schmerz nach?

  • Entstehen neue Pickel in der Umgebung (Warnsignal)?

Wenn du nach etwa vier Wochen merkst, dass der Pickel kleiner wird, die Rötung nachlässt oder der Schmerz geringer wird, ist das ein gutes Zeichen. Bleibt einfach dran, Kontinuität ist hier der wichtigste Erfolgsfaktor. 

Verändert sich jedoch gar nichts, solltest du einen Termin bei deiner Dermatologin oder deinem Dermatologen machen. Dann braucht es möglicherweise eine gezieltere, medizinische Behandlung. 

Wenn es sich deutlich verschlechtert, also stärker schmerzt, sich zu einer Zyste entwickelt oder die Rötung sich ausbreitet, lass es sofort professionell abklären. Dies sind Warnsignale, die du nicht ignorieren solltest. 

Deine personalisierte Hautpflege

Mit Deinem individuellen Hautpflegeset von FORMEL SKIN wollen wir Dir eine vollständige Routine gegen unreine Haut, Pickel & Co. bieten. Deshalb erhältst Du von uns drei Produkte mit den Wirkstoffen, die perfekt zu Deiner Haut passen:

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    Reinigungsgel

    Unser schäumendes Reinigungsgel klärt verstopfte Poren, entfernt Unreinheiten und bereitet Deine Haut ideal auf die Wirkstoffe vor.

    • Salicylsäure, Panthenol, Aloe Vera
    • entzündungshemmend, verfeinernd, feuchtigkeitsspendend
    • frei von Sulfaten, Parabenen & Paraffin
    • frei von Tierversuchen
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    Deine Formel

    Die Wirkstoff-Formel ist personalisiert und wird regelmäßig entsprechend Deiner sich verändernden Hautbedürfnisse angepasst.

    • medizinisch wirksame, aktive Inhaltsstoffe
    • präzise auf Deine Hautbedürfnisse abgestimmt
    • verschreibungspflichtig
    • stetig an Deinen Behandlungsfortschritt angepasst
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    Leichte Pflege

    Unsere Feuchtigkeitscreme pflegt Deine Haut, stärkt ihre natürliche Barriere und trägt zu einem gesünderen, gleichmäßigeren Teint bei.

    • Ceramide, Panthenol, Squalan, Niacinamide, Bisabolol, Tocopherol
    • leichte, parfümfreie Textur, die beruhigt
    • frei von Sulfaten, Parabenen & Paraffin
    • frei von Tierversuchen

Professionelle Behandlungen beim Dermatologen

Manchmal reicht die beste Routine einfach nicht aus und genau hier kommt eine professionelle dermatologische Behandlung ins Spiel. Wenn ein Pickel nicht abheilt, sich immer wieder entzündet oder besonders tief sitzt, kann dir eine Expertin oder ein Experte deutlich schneller helfen. 

Kortison-Injektionen (intralesionale Corticosteroid-Injektion)

  • Für: Tiefe, zystische Pickel

  • Wirkung: Entzündung geht meist innerhalb von 24-48 Stunden zurück

  • Kosten: ca. 30-60 € pro Behandlung

  • Nebenwirkungen: Sehr selten kann eine kleine, vorübergehende Delle entstehen, insgesamt aber eine schnelle und wirksame Lösung. 

Professionelle Extraktion

  • Für: Hartnäckige Mitesser und Milien

  • Methode: Sterile Entfernung mit Spezialwerkzeug

  • Wichtig: Nicht selbst ausdrücken! Das Risiko für Narben und Entzündungen ist viel zu hoch. 

Chemische Peelings

  • Für: Post-Inflammatory Marks und leichte Akne

  • Wirkstoffe: Salicylsäure, Glykolsäure oder TCA

  • Ablauf: Meist 4-6 Sitzungen alle 2-4 Wochen für sichtbare Ergebnisse

Laser- und Lichttherapien

  • Für PIE: Gepulster Farbstofflaser (PDL), IPL

  • Für IPH: Fraktionierte Laser

  • Für aktive Akne: Blaulicht-Therapie zur Reduktion von Bakterien und Entzündungen

Verschreibungspflichtige Medikamente

  • Topisch: Tretinoin, Clindamycin, hoch dosierte Azelainsäure (15-20 %)

  • Oral: Antibiotika (z.B. Doxycyclin), Spironolacton bei hormoneller Akne, Isotretinoin bei schwerer, therapieresistenter Akne

Eine professionelle Hilfe kann dir oft Monate an Frust ersparen, besonders dann, wenn nichts anderes wirklich anschlägt. 

Wann du unbedingt zum Arzt solltest - wichtige Red Flags

Auch wenn die meisten Pickel harmlos sind, gibt es klare Warnsignale, bei denen du nicht länger warten solltest. Dein Körper versucht dir damit zu sagen, dass du dir Unterstützung holen solltest, und genau das solltest du dann auch tun. 

Warnsignal 1: Keine Besserung nach 4 Wochen konsequenter Behandlung

Trotz konsequenter Behandlung bleibt der Pickel unverändert oder wächst sogar weiter. Rundherum entstehen neue Pickel, ein Zeichen für eine anhaltende Entzündung oder falsche Behandlung. 

Warnsignal 2: Starke Schmerzen

Der Pickel pocht, pulsiert oder ist extrem druckempfindlich. Der Schmerz strahlt sogar aus, das spricht für eine tiefere Infektion.

Warnsignal 3: Begleitsymptome

Fieber, Müdigkeit oder geschwollene Lymphknoten sind ein sofortiges Alarmzeichen und können bedeuten, dass die Entzündung nicht nur lokal bleibt. 

Warnsignal 4: Ungewöhnliches Erscheinungsbild

Der Pickel blutet ohne Grund, ist fast schwarz verfärbt oder hat unregelmäßige Ränder. Wenn er kontinuierlich wächst, muss das ärztlich abgeklärt werden, auch um seltene, aber ernste Ursachen auszuschließen. 

Warnsignal 5: Erste Narbenbildung

Du siehst eingesunkene Stellen oder wulstige Knoten (Keloide). Je früher man hier eingreift, desto besser lässt sich eine dauerhafte Narbe verhindern. 

Warnsignal 6: Einseitige, plötzlich schwere Akne

Nur eine Gesichtshälfte ist betroffen, ohne dass du vorher Akne hattest. Das kann auf hormonelle Störungen oder andere Erkrankungen hinweisen. 

Warnsignal 7: Psychische Belastung

Wenn du dich zurückziehst, ständig in den Spiegel schaust oder dich abgeschlagen fühlst, ist Unterstützung, auch emotional, wichtig. 

Narbenprävention - So verhinderst du bleibende Schäden

Um Aknenarben effektiv zu vermeiden, gilt es früh einzugreifen und sanft zu bleiben. Je länger ein Pickel chronisch entzündet ist, desto höher ist das Narbenrisiko. Nach 3-4 Wochen ohne Besserung solltest du professionelle Hilfe einholen. Niemals ausdrücken oder kratzen, auch wenn er fast reif wirkt. Der kurzfristige Vorteil lohnt dem langfristigen Risiko nicht. Sonnenschutz ist Pflicht. UV-Strahlung verschlimmert Verfärbungen massiv, also solltest du täglich LSF 30-50 auftragen. Eine sanfte, konsequente Behandlung schützt die Hautbarriere und bekämpft die Entzündung, bevor bleibende Schäden entstehen. Bei ersten Narbenzeichen solltest du sofort reagieren. Prävention wirkt immer besser als eine nachträgliche Korrektur. 

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Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Hartnäckige Pickel entstehen selten durch einen einzigen Faktor. Oft spielen eine gestörte Hautbarriere, hormonelle Schwankungen, falsche Produkte oder aggressive Behandlungen eine Rolle. Standardlösungen aus der Drogerie greifen hier zu kurz.

  • Du bekommst eine individuelle Diagnose durch erfahrene Dermatolog:innen per Online-Konsultation.
  • Auf Basis deiner Hautbedürfnisse wird eine maßgeschneiderte Formel erstellt, die bei Bedarf kontinuierlich angepasst wird. So werden nicht nur Pickel behandelt, sondern auch die Hautbarriere repariert und zukünftige Entzündungen verhindert.
  • Bei schweren Fällen erfolgt eine professionelle Begleitung inklusive Empfehlungen für orale Medikamente oder Spezialist:innen.

FAQs

  • Wie lange ist es normal, dass ein Pickel bleibt?

    Ein normaler Pickel heilt in der Regel innerhalb von 1-3 Wochen ab. 

    Oberflächliche Pickel wie Pusteln verschwinden oft schon nach 5-10 Tagen, während tiefere entzündliche Läsionen wie Knötchen 2-4 Wochen benötigen. Wenn ein Pickel länger als 3-4 Wochen sichtbar bleibt oder sich verschlimmert, ist es ratsam, die Hautpflege-Routine zu überdenken oder einen Dermatologen aufzusuchen, um die Ursachen abklären zu lassen.

  • Kann ein Pickel monatelang bleiben?

    Aktiv entzündete Pickel sollten nicht monatelang bestehen.

    Wenn du über Monate hinweg einen Pickel sichtbar hast, handelt es sich häufig nicht mehr um den Pickel selbst, sondern um Nachwirkungen der Entzündung. Postentzündliche Rötungen (PIE) oder dunkle Flecken (PIH) können wie Pickel aussehen, sind aber eigentlich Heilungsspuren. Zysten hingegen können tief unter der Haut bestehen bleiben und mehrere Wochen bis Monate brauchen, sprechen aber schlecht auf normale Produkte an und erfordern oft professionelle Behandlung. 

  • Was ist der Unterschied zwischen einem Pickel und einer Zyste?

    Pickel sind oberflächlich, Zysten tief. 

    Ein Pickel ist eine entzündete Stelle mit sichtbarer Öffnung, die innerhalb von 1-3 Wochen abheilt. Zysten liegen tief unter der Haut, fühlen sich wie harte, schmerzhafte Knoten an und können 6-8 Wochen oder länger bestehen bleiben. Sie sprechen kaum auf topische Produkte an. Bei Zysten ist professionelle Hilfe wie Kortison-Injektionen oder orale Behandlung oft notwendig.

  • Sollte ich einen Pickel ausdrücken, der nicht weggeht?

    Niemals selbst ausdrücken!

    Ein hartnäckiger Pickel ist oft tief oder zystisch. Drücken verschlimmert die Entzündung, verteilt Bakterien tiefer in der Haut und erhöht das Risiko für Narben drastisch. Die sichere Alternative ist eine professionelle Behandlung, wie etwa Kortison-Injektionen bei Dermatolog:innen, die den Pickel schnell und effektiv reduzieren können.

  • Warum wird mein Pickel immer wieder rot?

    Rötungen entstehen durch wiederkehrende Entzündungen oder Heilungsprozesse. 

    Mehrere Faktoren können die Rötung erklären: 

    • Wiederholtes Berühren oder Manipulieren des Pickels.

    • Zyklisch hormonell bedingte Entzündungen, besonders an Kinn und Kieferlinie.

    • Zu aggressive Produkte, die die Hautbarriere reizen.

    • Postentzündliche Erytheme (PIE), bei denen die Rötung nach der Entzündung noch Monate bestehen bleibt.

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