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Abbildung periorale Dermatitis

Skincare-Routine bei perioraler Dermatitis: Der Schritt-für-Schritt-Guide

Skincare
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Dr. Sarah Bechstein

Mitbegründerin von FORMEL SKIN

In diesem Artikel

Bei perioraler Dermatitis ist Hautpflege oft Teil des Problems, nicht der Lösung. Zu viele Produkte, zu viele aktive Wirkstoffe und zu viele Schichten haben die Haut erst in diesen Zustand gebracht. Es kommt zu Rötungen und Entzündungen rund um Mund und Nase, die oft auch schmerzen. 

Die richtige Routine bei perioraler Dermatitis ist nicht mehr, sondern weniger. Weniger Produkte, weniger Wirkstoffe, weniger Reize – dafür die richtigen. In diesem Guide zeigen wir Dir eine geeignete Skincare-Routine bei perioraler Dermatitis, damit Du verstehst, welche Hautpflege die richtige ist und welche Produkte sicher sind.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die 3 Phasen der Routine: Die Pflege teilt sich strikt auf in Phase 1 (Akutphase) mit radikaler Nulltherapie (nur kühles Wasser, keine Pflege/Make-up, evtl. Schwarztee-Kompressen), Phase 2 (Aufbauphase) mit dem schrittweisen Einführen milder Barriere-Pflege (Ceramide, Squalan) und Phase 3 (Erhaltungsphase), in der nach vollständiger Abheilung vorsichtig wieder Wirkstoffe getestet werden dürfen.
  • Sichere vs. triggernde Inhaltsstoffe: Erlaubt sind beruhigende, leichte Stoffe wie Ceramide, Hyaluronsäure, Glycerin und Niacinamid (max. 5 %). Absolut meiden musst Du Kortison, Duftstoffe/Parfum, Alkohol, schwere Öle (Vaseline, Kokosöl) sowie starke Wirkstoffe wie Retinol, Vitamin C und Peelingsäuren (AHA/BHA).
  • Umgang mit Sonne und Make-up: UV-Schutz ist Pflicht, da Sonne Entzündungen triggert – hier darf ausschließlich mineralischer Sonnenschutz (Zinkoxid/Titandioxid) genutzt werden. Auf Make-up sollte in der Akutphase komplett verzichtet werden; als Ausnahme ist reines Mineral-Puder ohne Silikone erlaubt.
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Zuerst: Die Trigger-Checkliste

Wenn Du periorale Dermatitis hast, ist die erste Frage wahrscheinlich, was Du noch benutzen darfst und was Du besser weglassen solltest. Tatsächlich gibt es einige Trigger, die periorale Dermatitis hervorrufen oder begünstigen können. 

Häufig werden topische (äußerlich aufgetragene) oder inhalative Kortikosteroide als mögliche Auslöser perioraler Dermatitis genannt. Es handelt sich dabei um Steroidhormone, die stark entzündungshemmend sind. Sie kommen daher in vielen Cremes, Salben, Lotionen oder Gelen vor. Weitere diskutierte Trigger sind Duftstoffe, kosmetische Produkte und fluoridhaltige Zahnpasten. 

Hier findest Du eine vollständige Trigger-Liste:

  • Kortikosteroide (auch Hydrocortison) 

  • Parfüm und Duftstoffe in Pflege, Reinigern oder Haushaltsprodukten

  • Fluoridhaltige oder stark minzige Zahnpaste

  • Schwere, okkulsive Produkte wie Vaseline oder Kokosöl

  • Starke aktive Wirkstoffe wie Vitamin C, AHA/BHA-Peelings oder Retinol

  • Alkohol in Tonern

  • Physikalische Peeling-Produkte (Scrubs)

Viele Menschen mit perioraler Dermatitis verwenden mehrere aktive Wirkstoffe gleichzeitig. Obwohl sie grundsätzlich sehr hilfreich sein können, können sie die Haut um den Mund reizen, wenn sie zu häufig eingesetzt oder übereinander geschichtet werden.

Aus diesem Grund wird bei perioraler Dermatitis zuerst zur sogenannten Nulltherapie geraten. Das ist eine Skincare-Pause, bei der weder Pflegeprodukte noch Reinigung, Parfüm oder Make-up verwendet werden. 

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Unsere erfahrenen Ärzt:innen analysieren Deine Haut, bestimmen die Ursache Deiner Hautunreinheiten und stellen eine personalisierte Behandlung mit individuellen Wirkstoffen für Dich zusammen. Während der gesamten Behandlung stehst Du im engen Austausch mit unseren Ärzt:innen und die Wirkstoffe können regelmäßig an die Fortschritte Deiner Haut angepasst werden.

Die drei Phasen der Routine bei perioraler Dermatitis

Phase 1: Akutphase/Nulltherapie-Phase (Flare aktiv)

Wenn Du gerade stark unter einer unbehandelten perioralen Dermatitis leidest, ist das erste Ziel, die Entzündung nicht weiter zu provozieren und die Barriere nicht weiter zu schädigen. 

  • Reinigung: Verwende nur kühles Wasser und tupfe Dein Gesicht nur sanft ab. Auch wenn es schwerfällt: Verwende erst einmal keine Reiniger, bis die Haut wieder beruhigt ist. Eine gründliche Reinigung des Gesichts ohne aggressive Produkte hat sich bewährt. Mikrofasertücher können Dir dabei helfen, Salbenrückstände zu entfernen. Falls dann noch eine zusätzliche Reinigung nötig ist, kannst Du ganz sparsam ein Syndet einsetzen. 

  • Feuchtigkeitspflege: Lasse sie weg oder verwende sie nur minimal, wenn okklusive oder triggernde Inhaltsstoffe enthalten sind. Wenn es unbedingt nötig ist, ist eine einzige, sehr einfache, duftstofffreie Formulierung ohne viele Inhaltsstoffe ratsam.

  • Make-up: In der Akutphase der perioralen Dermatitis solltest Du Make-up besser weglassen. Du kannst alternativ auf mineralisches Make-up ohne Konservierungsmittel umsteigen.

  • Medizinische Behandlung: Die eigentliche Behandlung in dieser Phase ist ein topisches Antibiotikum (z. B. Erythromycin oder Metronidazol) nach ärztlicher Verordnung. 

  • Schwarztee-Kompressen: Sie haben sich zur Beruhigung gereizter Haut bewährt – einfach, entzündungshemmend und ohne Trigger-Risiko.

  • Sonnenschutz: Um die Haut in dieser empfindlichen Phase zu schützen, solltest Du die Sonne meiden. Falls das nicht möglich ist, ist ein mineralischer Sonnenschutz mit Zinkoxid verträglicher als chemische Sonnenschutzfilter.  

Phase 2: Aufbauphase (Entzündung klingt ab, Haut stabilisiert sich)

Du stellst fest, dass sich Deine periorale Dermatitis mit der Nulltherapie gebessert hat? Perfekt, dann ist Deine Haut bereit für Phase 2, in der die Hautbarriere schrittweise aufgebaut wird, ohne neue Trigger zu setzen.

  • Reinigung: Du kannst sehr sanftes, duftstofffreies Syndet oder Mizellenwasser ohne Alkohol nutzen. Schäumende Reiniger solltest du noch meiden, da Schaum stärker als nötig entfettet. 

  • Feuchtigkeitspflege: Führe nun wieder eine Feuchtigkeitspflege ein, um die Hautschutzbarriere mit hautähnlichen Inhaltsstoffen wie Ceramiden und Squalan zu stärken. Gehe dabei langsame und schrittweise vor. Integriere nacheinander Feuchtigkeitspflege, Wirkstoffe und Peelings in Deine Routine. 

  • Sichere Inhaltsstoffe: In dieser Phase können einige Inhaltsstoffe wieder sicher sein, darunter Ceramide, Hyaluronsäure, Glycerin, Squalan und Niacinamid. Sie sind allgemein gut verträglich und stärken sowie beruhigen die Hautschutzbarriere. 

  • Triggernde Wirkstoffe: Mit einigen Wirkstoffen solltest Du noch bis zur nächsten Phase warten, da sie in der Aufbauphase noch triggernd sein können: Retinoide, AHA/BHA, Vitamin C und Benzoylperoxid

  • Sonnenschutz: Du solltest weiterhin mineralische Sonnencremes bevorzugen, die leicht und nicht komedogen formuliert sind. 

Phase 3: Erhaltungsphase (kein aktiver Flare, Haut stabil)

Du hast es geschafft und Deine Haut hat sich erholt. Jetzt ist es wichtig, die Haut langfristig stabil zu halten, Rückfälle zu verhindern und Deine Routine vorsichtig zu erweitern. 

  • Reinigung: Sanftes Syndet oder Mizellenwasser sind weiterhin empfehlenswert. Die Routine kann jetzt etwas ausgebaut werden. Produkte ohne Sodium Lauryl Sulfate sollten trotzdem noch die Regel bleiben. 

  • Feuchtigkeitspflege: Verwende eine Formulierung, die auf Ceramid basiert. Niacinamid kann zur Unterstützung der Hautschutzbarriere und als schwach entzündungshemmende Komponente zum Einsatz kommen.

  • Aktive Wirkstoffe vorsichtig einführen: Retinoide, exfolierende Stoffe und starke Säuren solltest Du erst wieder einführen, wenn die periorale Dermatitis seit mindestens zwei bis drei Wochen abgeklungen ist. Führe jeden neuen Wirkstoff einzeln ein, nie mehrere gleichzeitig. Wenn Du einen Rückfall hast, kehre in Phase 2 zurück.

  • Make-up: Du solltest mineralisches Make-up bevorzugen. Verwende keine starken Primer und keine dichten Foundations über den betroffenen Stellen.

  • Sonnenschutz: Nutze täglich mineralischen oder gemischten Sonnenschutz. 

Medizinische Behandlung: Wenn bei Dir eine aktive Behandlung der perioralen Dermatitis mit Erythromycin oder Metronidazol abgeschlossen ist, solltest Du Deine Haut weiterhin kontrollieren lassen. Bei FORMEL SKIN erhältst Du kontinuierliche Unterstützung und ärztliche Expertise.

Sonnenschutz bei perioraler Dermatitis: Eine unterschätzte Frage

Sonnenschutz ist bei perioraler Dermatitis Pflicht, da UV-Strahlung Entzündungen verschlimmert. Das Problem? Viele chemische Filter wie Octinoxat oder Oxybenzon können die ohnehin gereizte Haut noch weiter irritieren. Daher solltest Du mineralische Sonnencremes mit Zinkoxid und/oder Titandioxid verwenden, die keine Duftstoffe enthalten und eine leichte Textur haben. 

Außerdem solltest Du bedenken, dass mineralische Sonnencremes oft einen leichten Weißschimmer auf der Haut hinterlassen. In der Akutphase, wenn Du auch auf Make-up verzichten solltest, können getönte Sonnencreme-Varianten die Foundation ersetzen. 

Inhaltsstoffe-Guide: Sicher vs. Trigger bei perioraler Dermatitis

Du hast für Deine Haut schon viel ausprobiert und bist immer wieder auf Produkte gestoßen, die zu Ausschlag, Pickeln oder Rötungen geführt haben? Damit bist Du nicht allein. Wir haben Dir eine Tabelle zusammengestellt, mit der Du herausfinden kannst, was Du bei perioraler Dermatitis benutzen kannst. 

Deine personalisierte Hautpflege

Mit Deinem individuellen Hautpflegeset von FORMEL SKIN wollen wir Dir eine vollständige Routine gegen unreine Haut, Pickel & Co. bieten. Deshalb erhältst Du von uns 3 Produkte mit den Wirkstoffen, die perfekt zu Deiner Haut passen:

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    Reinigungsgel

    Unser schäumendes Reinigungsgel klärt verstopfte Poren, entfernt Unreinheiten und bereitet Deine Haut ideal auf die Wirkstoffe vor.

    • Salicylsäure, Panthenol, Aloe Vera
    • entzündungshemmend, verfeinernd, feuchtigkeitsspendend
    • frei von Sulfaten, Parabenen & Paraffin
    • frei von Tierversuchen
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    Deine Formel

    Die Wirkstoff-Formel ist personalisiert und wird regelmäßig entsprechend Deiner sich verändernden Hautbedürfnisse angepasst.

    • medizinisch wirksame, aktive Inhaltsstoffe
    • präzise auf Deine Hautbedürfnisse abgestimmt
    • verschreibungspflichtig
    • stetig an Deinen Behandlungsfortschritt angepasst
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    Leichte Pflege

    Unsere Feuchtigkeitscreme pflegt Deine Haut, stärkt ihre natürliche Barriere und trägt zu einem gesünderen, gleichmäßigeren Teint bei.

    • Ceramide, Panthenol, Squalan, Niacinamide, Bisabolol, Tocopherol
    • leichte, parfümfreie Textur, die beruhigt
    • frei von Sulfaten, Parabenen & Paraffin
    • frei von Tierversuchen

Was ist mit Make-up bei perioraler Dermatitis?

Eine sehr häufige Frage bei perioraler Dermatitis lautet: Muss ich auch auf Make-up verzichten? Am besten ja. Besonders in der Akutphase einer perioralen Dermatitis solltest Du das Make-up weglassen. Es kann einerseits die Poren verstopfen und triggernd wirken, andererseits ist auch der zusätzliche Schritt der Make-up-Entfernung eine zusätzliche Reizung Deiner Gesichtshaut. 

Wenn Du nicht auf Make-up verzichten kannst – etwa, weil ein wichtiger Termin ansteht – verwende am besten mineralische Puder ohne Duftstoffe oder Silikonöle. Nur wenige Inhaltsstoffe und eine einfache Formulierung. Nutze zur Entfernung nur Wasser oder sehr mildes, ölfreies Mizellenwasser, jedoch keine Abschminkpads mit Reibung. 

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Personalisierte Hilfe von Formel Skin

Hartnäckige Pickel entstehen selten durch einen einzigen Faktor. Oft spielen eine gestörte Hautbarriere, hormonelle Schwankungen, falsche Produkte oder aggressive Behandlungen eine Rolle. Standardlösungen aus der Drogerie greifen hier zu kurz.

  • Du bekommst eine individuelle Diagnose durch erfahrene Dermatolog:innen per Online-Konsultation.
  • Auf Basis deiner Hautbedürfnisse wird eine maßgeschneiderte Formel erstellt, die bei Bedarf kontinuierlich angepasst wird. So werden nicht nur Pickel behandelt, sondern auch die Hautbarriere repariert und zukünftige Entzündungen verhindert.
  • Bei schweren Fällen erfolgt eine professionelle Begleitung inklusive Empfehlungen für orale Medikamente oder Spezialist:innen.

FAQ zur Skincare und perioraler Dermatitis

  • Kann ich bei perioraler Dermatitis eine normale Feuchtigkeitscreme verwenden?

    Ja, wenn die Creme sehr einfach formuliert ist. Gut geeignet sind leichte Produkte mit Ceramiden, Glycerin oder Squalan, die die Barriere unterstützen. Vermeide Duftstoffe, ätherische Öle, Alkohol, und schwere Okklusiva, da sie periorale Dermatitis verschlimmern können. Reichhaltige, fettige Cremes sind in der Akutphase nicht geeignet.

  • Wie lange dauert es, bis die Routine wirkt?

    Erste Verbesserungen zeigen sich oft nach 2 bis 4 Wochen, sobald Trigger entfernt werden. Mit medizinischer Unterstützung wie Erythromycin beruhigt sich die Haut meist innerhalb von 4 bis 8 Wochen deutlich. Schwankungen sind normal, da die Barriere langsam regeneriert. Eine konsequent minimalistische Routine beschleunigt die Stabilisierung.

  • Muss ich dauerhaft auf Retinol verzichten?

    Nein. Während der Akutphase solltest Du Retinol komplett pausieren, da es die Haut zusätzlich reizt. In Phase 3 kannst Du Retinol langsam und niedrig dosiert wieder einführen. Bei ersten Anzeichen von Irritation sofort stoppen und die Barrierepflege priorisieren.

  • Was ist das Wichtigste bei der Skincare-Routine für periorale Dermatitis?

    Das Wichtigste ist radikale Vereinfachung. Die Haut braucht Ruhe, keine komplexen Routinen. Ideal sind sanfte Reinigung, leichte Barrierepflege und konsequente Trigger-Vermeidung. Keine Duftstoffe, keine aktiven Peelings, kein Layering, keine schweren Cremes. Je weniger Produkte und Wirkstoffe, desto schneller kann sich die Haut beruhigen.

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