Doxycyclin

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Wie wird Akne mit Doxycyclin behandelt?

Akne und Hautunreinheiten lassen sich in vielen Fällen sehr wirksam mit einem ganzheitlichen Ansatz und Medikamenten in Form von Cremes oder Gelen behandeln. Sollte diese Therapie jedoch nicht ausreichen, verschreiben Dermatologen ergänzend häufig Antibiotika in Tablettenform und setzen dabei unter anderem auf Doxycyclin. Hier erfährst Du, wann der Wirkstoff verwendet wird, wie er gegen die Aknesymptome wirkt und auf welche Dinge Du während der Therapie achten solltest.

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Was ist Doxycyclin?

Der Wirkstoff Doxycyclin gehört zur Antibiotika-Gruppe der Tetracycline. Da es sich um ein sogenanntes Breitband-Antibiotikum handelt, hilft Doxycyclin bei der Behandlung unterschiedlicher bakterieller Infektionen. Der Einsatzbereich erstreckt sich dabei von Bronchitis und Lungenentzündungen über Borreliose, Magen-Darm-Erkrankungen, Harnwegsinfekten und Chlamydien bis hin zu Malaria. 

Gleichzeitig wird es neben Minocyclin aber auch als systemisches (inneres) Antibiotikum bei der Therapie mittelschwerer und schwerer Akneformen genutzt. “Systemisch” bedeutet, dass es – im Gegensatz zu vielen anderen Akne-Medikamenten – nicht mithilfe von Cremes, Gelen oder Lösungen lokal auf die Haut aufgetragen wird, sondern über den Blutkreislauf auf den ganzen Körper wirkt. Daher wird Doxycyclin von Dermatologen in Tablettenform verschrieben.

 

Wie wirkt Doxycyclin gegen Akne?

Da es sich bei Doxycyclin um ein Tetracyclin-Antibiotikum handelt, wirkt es sowohl entzündungshemmend als auch antibakteriell. Statt das Aknebakterium (Propionibacterium acnes – P. acnes) selbst abzutöten, hat es jedoch eine sogenannte bakteriostatische Wirkung. Das bedeutet, dass es den Körper bzw. das körpereigene Immunsystem dabei unterstützt, die bakteriellen Krankheitserreger letztendlich selbstständig zu bekämpfen. So gehen die Entzündungen zurück und es entstehen weniger entzündliche Symptome wie Knötchen (Papeln) und Eiterbläschen (Pusteln bzw. Pickel).

Das funktioniert, weil Doxycyclin die Aknebakterien gezielt am Wachstum hindert: Es dockt an die Ribosomen der Bakterien an und verhindert dort, dass Aminosäuren zu Proteinen umgewandelt werden können. Indem diese Kette unterbrochen wird, steht den Bakterien kein überlebenswichtiges Eiweiß zur Verfügung. Die Folge: Sie können sich nicht mehr vermehren und sind dadurch dem Immunsystem des Körpers unterlegen. 

 

Wie wird Akne mit Doxycyclin-Tabletten behandelt?

Die meisten Akneformen lassen sich sehr gut äußerlich (topisch) mit Cremes oder Gelen behandeln, die Wirkstoffe wie Antibiotika (z. B. Clindamycin), Retinoide oder Benzoylperoxid (BPO) enthalten. Besonders wirksam ist diese Form der Therapie, wenn Du einen ganzheitlichen Ansatz verfolgst. Das bedeutet, dass Du die dermatologische Behandlung durch Anpassungen Deiner Ernährung, Deines Lebensstils und Deiner Hautpflege unterstützt. Doxycyclin-Tabletten werden deshalb meistens nur ergänzend bei schwereren Akneformen verschrieben, wenn die äußerliche Therapie nicht richtig anschlägt. 

Doxycyclin-Präparate sind in Deutschland ausschließlich verschreibungspflichtig in der Apotheke erhältlich. Wie Du die Tabletten genau einnehmen sollst, wird Dein Dermatologe also vorab mit Dir besprechen. Häufig ist es so, dass Du über die ersten 1 bis 3 Wochen der Behandlung täglich 100 Milligramm Doxycyclin einnimmst und diese Dosis anschließend auf 50 Milligramm täglich reduziert wird. Erste positive Veränderungen Deines Hautbildes kannst Du häufig schon nach 2 bis 4 Wochen sehen. Die maximale Behandlungszeit liegt aber immer unter 12 Wochen, da sich Dein Körper ansonsten zu stark an das Doxycyclin gewöhnt und die Wirkung nachlässt. Um diese sogenannten Resistenzen möglichst hinauszuzögern, verschreiben Dermatologen normalerweise ergänzend eine Creme (z. B. mit BPO oder einem anderen Basistherapeutikum) zur äußeren Behandlung. Zu 100 % verhindern lässt sich die Resistenzbildung aber leider nicht. 

Abhängig davon, welche Doxycyclin-Tabletten Dir Dein Dermatologe verschreibt, kannst Du die tägliche Dosis auf einmal einnehmen oder über den Tag aufteilen – hier solltest Du Dich aber ausschließlich auf die ärztliche Empfehlung verlassen. Häufig wird dazu geraten, die Tabletten auf möglichst nüchternen Magen einzunehmen, da so die beste Wirkung eintritt. Für eine bessere Verträglichkeit kannst Du sie aber auch zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen. In jedem Fall ist es wichtig, dass Du bei der Einnahme viel Wasser trinkst. Milch (und andere calciumhaltige Flüssigkeiten) stellen keine Alternative dar, da Doxycyclin mit den Calcium-Salzen reagiert und dadurch die Wirkung abgeschwächt wird. Deshalb solltest Du calciumhaltige Nahrungsmittel (z. B. Milchprodukte und Fruchtsäfte) generell erst 2 bis 3 Stunden später wieder zu Dir nehmen. 

 

Welche Nebenwirkungen können durch Doxycyclin entstehen?

Im Gegensatz zu topischen (äußerlichen) Antibiotika-Cremes oder Gelen (z. B. mit Clindamycin) sind Antibiotika in Tablettenform häufig weniger gut verträglich. Zwar ist Doxycyclin bei vielen Patienten besser bekömmlich als Minocyclin, nichtsdestotrotz kann es auch hier zu unterschiedlichen Nebenwirkungen kommen.  Allen voran zu den, für Antibiotika typischen, Magen-Darm-Beschwerden in Form von Übelkeit oder Erbrechen. Seltener können auch folgende Nebenwirkungen entstehen: 

  • Reizung der Mund- und Rachenschleimhaut
  • Reizung der Bauchspeicheldrüse
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit

Wichtig ist vor allem, dass vorab festgestellt wird, dass bei Dir keine Doxycyclin-Allergie besteht. Diese würde sich in Form von Schwellungen im Gesicht oder leichten Atembeschwerden zeigen. Generell solltest Du Dich immer direkt an Deinen Dermatologen wenden, wenn Dir etwas ungewöhnlich vorkommt oder Nebenwirkungen auftreten. 

 

Worauf sollte ich während einer Doxycyclin-Behandlung achten?

Wie bei den meisten anderen Antibiotika gibt es auch bei Doxycyclin einige Medikamente und Wirkstoffe, die Du nicht zeitgleich einnehmen solltest. Ansonsten kann es zu Wechselwirkungen oder einer verringerten Wirksamkeit kommen. Dazu gehören: 

  • Antibiotika
  • Isotretinoin
  • Penicilline
  • Calcium-, Eisen-, Zink- und Magnesiumpräparate 
  • Multivitaminpräparate 
  • Antiepileptika
  • Colestyramin
  • Antazida

Einige dieser Wirkstoffe kannst Du aber bereits einige Stunden nach dem Doxycyclin wieder einnehmen. Lass Dich dazu am besten vorab von Deinem Dermatologen beraten. 

Besonders wichtig ist zudem, dass Du Dich während der gesamten Zeit, in der Du Doxycyclin einnimmst, möglichst von der Sonne und von UV-Strahlung fernhältst. Da Tetracycline (und besonders Doxycyclin) die Lichtempfindlichkeit Deiner Haut erhöhen (= Photosensibilierung), besteht ein deutlich höheres Risiko für Sonnenbrände und Hautschäden. Wir empfehlen Dir deshalb, auch bei bewölktem Wetter immer alle Körperstellen gut zu bedecken und einen Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor 50 aufzutragen. 

Kann ich Doxycyclin-Tabletten auch während der Schwangerschaft einnehmen?

Während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit behandeln Dermatologen grundsätzlich nicht mit Doxycyclin, da es bei schwangeren Frauen die Wahrscheinlichkeit für Leberschädigungen erhöhen kann. Zusätzlich besteht beim Kind das Risiko eines verzögerten Knochenwachstums sowie dauerhaften Zahnverfärbungen. 

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