Was passiert hormonell im Körper?
Die Pille wirkt durch Hormone im Körper und erzeugt ein hormonelles Gleichgewicht; beim Absetzen wird dieses Gleichgewicht gestört, wodurch Symptome ausgelöst werden, die mit der körpereigenen Hormonachse zusammenhängen. Die Antibabypille enthält die synthetischen Hormone Östrogen und Gestagen. Diese unterdrücken die körpereigene Hormonproduktion, also die Aktivität der HPG-Achse, einem wichtigen hormonellen Schaltkreis des Körpers.
Beim Absetzen muss die HPG-Achse neu kalibriert werden, also ein neuer Gleichgewichtszustand aufgebaut werden. Dieser Prozess kann Wochen bis Monate dauern — denn nun muss sich der gesamte Hormonhaushalt regulieren nach dem Absetzen der Pille.
Bestimmte Pillen funktionieren über antiandrogen wirkende Gestagene wie Dienogest, Chlormadinonacetat oder Cyproteronacetat. Also Gestagene, die die Androgenrezeptoren blockieren und so die Wirkung von Androgenen im Körper verringern. Bei Androgenen handelt es sich um Hormone, die die Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale steuern. Auch Frauen haben Androgene, jedoch in geringerem Ausmaß. Ein Androgenüberschuss kann bei Frauen zu Akne, Zyklusstörungen, Haarausfall und verstärkter Körperbehaarung führen.
Nach dem Absetzen erfolgt dann ein Androgen-Rebound-Effekt: Androgene wirken wieder ungehindert. Aber warum betrifft das die Haut? Laut dem Wissenschaftler Zouboulis reagieren Talgdrüsen sensitiv auf Androgene und reaktivieren sich beim Androgen-Rebound-Effekt. Mehr Talg bedeutet verstopfte Poren und Entzündungen…
Beim Absetzen der Pille fällt außerdem der Östrogenspiegel ab, da dem Körper kein synthetisches Östrogen mehr zugeführt wird. Dieser Östrogenabfall kann ebenfalls die Hautqualität, den Feuchtigkeitshaushalt und die Heilungsfähigkeit beeinflussen, wenn auch eher kurzfristig.