Akne

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Welche Säure wirkt gegen Akne?

Egal ob Fruchtsäurepeelings, Vitamin-A-Säure-Cremes oder Hautpflege mit Hyaluron- und Linolsäure – verschiedene Säuren spielen sowohl bei der Hautpflege als auch bei der dermatologischen Behandlung von Akne eine wichtige Rolle. Hier erfährst Du, welche Säuren es gibt, wie sie angewendet werden und welche Effekte sie auf die Akne und Dein Hautbild haben.

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Welche Säuren werden gegen Akne eingesetzt?

Wir glauben, dass die Behandlung von Akne am besten gelingt, wenn ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt wird. Zusätzlich zu einer dermatologischen Therapie kann es helfen, auch die Hautpflege, die Ernährung und den Lebensstil so anzupassen, dass die Akne effektiv und nachhaltig behandelt werden kann. Egal ob bei der täglichen Hautpflege oder im Rahmen einer dermatologischen Behandlung – um der Akne richtig entgegenzuwirken, helfen sowohl verschreibungspflichtige als auch verschreibungsfreie Wirkstoffe und Medikamente. Neben Benzoylperoxid (BPO) und Antibiotika (z. B. Clindamycin) nehmen dabei auch verschiedene Arten von Säuren eine zentrale Rolle ein. 

Die wichtigsten Säuren gegen Akne: 

  • Salicylsäure (häufig in Reinigungen) (BHA)
  • Azelainsäure
  • Fruchtsäuren (AHA)
  • Milchsäuren
  • Vitamin-A-Säure (je nach Dosierung verschreibungsfrei- oder pflichtig)

Salicylsäure gegen Akne: effektive Abschuppung bei geringen Nebenwirkungen

Salicylsäure wirkt hauptsächlich keratolytisch (hornlösend), hat jedoch auch einen leicht antientzündlichen sowie antimikrobiellen (gegen Mikroorganismen / Bakterien gerichteten) Effekt auf die Haut. Deshalb kommt sie in Kombination mit anderen Wirkstoffen vor allem bei der Behandlung von leichten Akneformen zum Einsatz. Im Vergleich zu Fruchtsäuren (alpha-Hydroxysäuren / AHA) dringt Salicylsäure (beta-Hydroxysäure / BHA) weniger tief in die Haut ein und wirkt nur oberflächlich in der Hornschicht.

Für die Behandlung von Akne wird die Säure meistens in Cremes oder Gelen verarbeitet. Bis zu einer Konzentration von 2 % sind Salicylsäure-Cremes und -Kosmetika frei verkäuflich und in den meisten Drogerien erhältlich. Medikamente mit höherer Konzentration sind apothekenpflichtig, benötigen jedoch kein Rezept. Mittel mit Salicylsäure werden in den meisten Fällen 1 - 2 Mal täglich dünn auf die Haut aufgetragen. Bis die positiven Effekte sichtbar werden, können mehrere Wochen vergehen, da es besonders zu Beginn der Behandlung zu einer starken Abschuppung (“skin purging”) kommen kann. Nebenwirkungen sind generell sehr selten, bei einigen Patienten kommt es jedoch zu einer leichten Austrocknung der Haut, Juckreiz oder zu einem Spannungsgefühl. Dabei kann eine Feuchtigkeitscreme (wichtig: nicht fettend & keine Poren verstopfenden Inhaltsstoffe) helfen. Während einer Schwangerschaft sollten Präparate mit Salicylsäure nur auf kleine Hautflächen (< 5 cm2) aufgetragen werden.

Azelainsäure gegen Akne: verschreibungspflichtige Säure mit breiter Wirkung

Azelainsäure gehört ab 1 % Konzentration zu den verschreibungspflichtigen Aknemitteln und wird für die Behandlung von leichter und mittelschwerer Akne genutzt, da sie mehrere Wirkungen auf die Haut hat. Dazu gehören:

  • Hemmung von Entzündungen (antiinflammatorische Wirkung)
  • Bekämpfung der Aknebakterien (antibakterielle Wirkung)
  • Bekämpfung von Verhornungsstörungen (keratolytische Wirkung)

Diese Wirkungen können unter anderem erzielt werden, weil Azelainsäure – im Vergleich zu Frucht- oder Salicylsäure – wesentlich tiefer in die Haut eindringt. In den meisten Fällen wird Azelainsäure in einer Konzentration zwischen 15 und 20 % zweimal täglich in Form von Cremes oder Gelen auf die Haut aufgetragen. Der größte Vorteil neben dem breiten Wirkungsprofil: Auch wenn es anfänglich zu leichten Hautreizungen (z. B. Brennen, Jucken, Trockenheit) kommen kann, ist Azelainsäure generell sehr verträglich und kann deshalb nicht nur über mehrere Wochen oder Monate genutzt werden, sondern auch bei Menschen mit empfindlicher Haut als Grundlage für eine langfristige Erhaltungstherapie eingesetzt werden. Da es dennoch zu Hautreizungen kommen kann, sollte eine Behandlung mit Azelainsäure nicht zur gleichen Zeit wie ein Fruchtsäurepeeling durchgeführt werden. 

Azelainsäure gehört zu den Akne-Medikamenten, die während einer Schwangerschaft bzw. Stillzeit verschrieben werden können und wird auch bei der Behandlung von Rosazea und vor allem Hyperpigmentierungen genutzt.

Fruchtsäure gegen Akne: Hauterneuerung durch chemische Peelings

Fruchtsäuren (alpha-Hydroxy-Säuren / AHA) wie Glycolsäure, Apfelsäure oder Zitronensäure werden unter anderem aus (unreifen) Früchten gewonnen und bei der Behandlung von Akne hauptsächlich als Peeling angewendet. Diese chemischen Peelings dringen tief in die Haut ein, lösen dort abgestorbene Hornzellen ab (Keratolyse) und regen damit die Hauterneuerung an. Da so auch die Kollagenbildung und die Zellteilung gefördert werden, kann die Epidermis (Oberhaut) mehr Feuchtigkeit aufnehmen und ein Fruchtsäurepeeling wirkt wie ein Feuchtigkeitsbooster für die Haut.

Bei der Anwendung von Akne-Fruchtsäurepeelings wird zwischen dem Heimgebrauch und der ärztlichen Fruchtsäurebehandlungen unterschieden. Gering dosierte Peelings (max.10 %) sind frei verkäuflich in vielen Drogerien und Apotheken erhältlich. Während Kosmetiker bis zu 40 %-ige Peelings anwenden dürfen, ist bei Dermatologen eine Konzentration von bis zu 70 % möglich. Für die hoch dosierte Fruchtsäurebehandlung muss die Haut in vielen Fällen mit einer speziellen AHA-Creme bereits 2 Wochen vor der Behandlung vorbereitet werden, um sie frühzeitig an den Wirkstoff zu gewöhnen. 

Das Ablösen der Hornzellen geschieht meistens innerhalb von 2 Tagen nach der Behandlung. Da ein professionelles Fruchtsäurepeeling häufig aus mehreren Sitzungen besteht, wird die Anwendung – je nach Dosierung – nach einem Zeitraum von 5 bis 14 Tagen wiederholt. Nebenwirkungen sind generell selten, es kann jedoch in den ersten Tagen nach dem Peeling zu leichten Hautrötungen und Schuppungen kommen. Während der Behandlung spüren viele Patienten ein Brennen auf der Haut. Fruchtsäurepeelings kommen häufig auch bei der Nachbehandlung von Aknenarben zum Einsatz.

Wie unterscheiden sich Glykolsäure und Milchsäure?

Milchsäure ist wesentlich milder als Glykolsäure. Sie wirkt leicht entzündungshemmend, erhöht den Gehalt an Ceramiden und trägt zur Regulierung des pH-Werts der Haut bei. Auch Milchsäure wirkt ähnlich wie ein Feuchtigkeitsbooster und wird deshalb häufig gegen Hautunreinheiten bei trockener bzw. empfindlicher Haut angewendet.

Vitamin-A-Säuren: Retinoide als effektives Mittel gegen (schwere) Akne

Wird bei der Behandlung von Akne von Vitamin-A-Säure gesprochen, bezieht man sich in den meisten Fällen auf Retinoide. Diese Vitamin-A-Derivate gehören mit zu den effektivsten Akne-Medikamenten, da sie eine ganze Reihe von Wirkmechanismen miteinander vereinen. Vitamin-A-Säuren in Form von Tretinoin, Adapalen und Isotretinoin haben bei Akne unter anderem folgende Effekte auf die Haut:

  • Hemmung von Entzündungen (antiinflammatorische Wirkung)
  • Auflösung von Mitessern (komedolytische Wirkung)
  • Öffnung der Poren (antikomedogene Wirkung)
  • Bekämpfung von Verhornungsstörungen (keratolytische Wirkung)
  • Reduktion und Vorbeugung von Falten, indem die Neubildung der Hautzellen (Keratinozyten) stimuliert wird

Retinoide können gleichermaßen als Vitamin-A-Säure-Creme / -Gel oder in Tablettenform angewendet werden. Äußerlich (topisch) kommen vor allem Tretinoin und Adapalen zum Einsatz und mit Benzoylperoxid (BPO) kombiniert. Häufig sind sie die wirksamste Methode, wenn bei einer leichten Akne (Akne comedonica) besonders viele Mitesser auftreten. Während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit darf nicht mit Vitamin-A-Säure behandelt werden. 

Bei schwerer Akne wird häufig innerlich (systemisch) mit Vitamin-A-Säure-Tabletten (Isotretinoin) behandelt. Sie wirken besonders effektiv, indem sie unter anderem die Talgdrüsen verkleinern, die Talgproduktion vermindern und Verhornungsstörungen beseitigen. Gleichzeitig wirken sie Entzündungsreaktionen und der Ansiedlung von Bakterien entgegen. Das Problem: Isotretinoin kann mit starken Wechsel- und Nebenwirkungen verbunden sein, weshalb unter anderem keine zeitgleiche Behandlung mit Tetracyclinen (Antibiotika) zugelassen ist. Vor einer Behandlung mit Isotretinoin erfolgt deshalb immer ein eingehendes Beratungsgespräch beim Dermatologen.

Welche Säuren kommen in Pflegeprodukten gegen Akne zum Einsatz?

Säuren wie Linolsäure oder Hyaluronsäure kommen in vielen freiverkäuflichen Akne-Mitteln und Hautpflegemitteln zum Einsatz. Sie haben zwar positive Effekte auf die Haut, ihre Wirkung gegen Akne ist aber nicht mit der von verschreibungspflichtigen Mitteln vergleichbar. Das liegt in den meisten Fällen daran, dass die Eigenschaften (z. B. entzündungshemmende Wirkungen), die der Akne entgegenwirken, nur sehr gering ausgeprägt sind. 

Linolsäure: essenzielle Fettsäure als Entzündungshemmer

Linolsäure gehört zu den Omega-6-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst produzieren kann, sondern rein über die Nahrung (z. B. Nüsse, Öl) aufnehmen muss. Da Linolsäure feuchtigkeitsspendend sowie entzündungshemmend wirkt und zudem dazu beiträgt, Verhornungsstörungen entgegenzuwirken, wird sie häufig ergänzend in Akne-Cremes bzw. -Gelen und Hautpflegemittel eingearbeitet. 

Hyaluronsäure: Feuchtigkeitsspender und Anti-Aging-Mittel

Der körpereigene Stoff Hyaluronsäure wirkt zwar nicht direkt gegen Akne, hat jedoch mehrere positive Auswirkungen auf das Hautbild. Hyaluronsäure kann enorm viel Wasser binden und stellt gemeinsam mit Kollagen den Strukturgeber der Haut dar. Da der Feuchtigkeitsgehalt der Haut mit dem Alter immer weiter abnimmt, kann künstliches Hyaluron dabei helfen, diesen wieder zu erhöhen und die Haut so frischer und gesünder wirken zu lassen. Hyaluronsäure fungiert jedoch nicht nur als Feuchtigkeitsspender und – speicher, sondern stärkt zusätzlich auch die Barrierefunktion der Haut. Durch ihre regenerativen Eigenschaften und die gute Verträglichkeit kommt die Säure in vielen Akne- und Anti-Aging-Kosmetika zum Einsatz. Achte aber auch hier auf die Inhaltsstoffe: Hyaluronsäure ist nicht gleich Hyaluronsäure. Es kommt auf die Molekülgröße an, denn umso besser kann die Hyaluronsäure in die Haut eindringen.

Hilft Pantothensäure gegen Akne?

Pantothensäure (Vitamin B5) kommt in der Mehrzahl unserer gängigen Lebensmittel (z. B. Hefe, Fisch, Eigelb) vor und unterstützt den Körper unter anderem bei der Umwandlung von Kohlenhydraten in Energie sowie bei der Bildung wichtiger Stoffe (z.B. Aminosäuren). Da die Säure bei hoher Dosierung die Produktion von Hautfett (Talg) reduzieren soll, wird Pantothensäure in Form des Wirkstoffs Dexpanthenol auch in vielen Hautpflegeprodukten verarbeitet oder als Pantothensäure-Creme gegen Akne angeboten. Das Problem: Die Wirkung ist nach wie vor sehr umstritten, was unter anderem an den Dosierungsvorschlägen liegt. Während Ernährungsexperten davon ausgehen, dass Erwachsene normalerweise ca. 6 mg Pantothensäure bzw. Vitamin B5 benötigen, wurden in den bisherigen Studien Mengen zwischen 2.200 mg und 10.000 mg täglich verabreicht.

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