Weitere Akneformen und spezielle Akne-Arten
Die Akne-Arten, die wir Dir bis zu diesem Punkt vorgestellt haben, sind im weitesten Sinne als Unterkategorien der Akne vulgaris zu bezeichnen. Zusätzlich gibt es einige weitere Formen der Akne, die häufig nichts mit den (hormonellen) Ursachen der gewöhnlichen Akne zu tun haben, doch ähnliche Symptome hervorrufen können und deshalb ebenfalls als Akne bezeichnet werden. Häufig spielen bei diesen Akne-Arten nicht Hormone die Hauptrolle, sondern viel mehr exogene (= äußere) Faktoren.
Akne inversa (Acne inversa)
Akne inversa ist eine chronisch‑entzündliche Hauterkrankung, die tief in den Haarfollikeln entsteht und vor allem in Bereichen mit Reibung oder Hautfalten auftritt, etwa in den Achseln, Leisten, am Gesäß oder unter der Brust. Sie ist nicht vollständig heilbar und erfordert in manchen Ausprägungen eine Operation. Die Ursachen sind hier bisher nicht vollständig erforscht, neben einer Vererbung und hormonellen Gründen werden aber auch Nikotinkonsum und Übergewicht als Verursacher vermutet.

Kontaktakne (Acne venenata)
Diese Akne-Art zeigt sich durch Mitesser oder Pickel an den Hautstellen, die mit einem bestimmten Stoff in Kontakt gekommen sind. Zu den häufigsten Auslösern gehören Chlor, Jod, Teer und Öle. Da der Kontakt häufig im Arbeitsumfeld zustande kommt, wird Kontaktakne manchmal auch als Berufsakne bezeichnet.
Kosmetikakne (Acne cosmetica)
Die Kosmetik- bzw. Make-up-Akne ist eine Unterart der Kontaktakne und wird durch sogenannte komedogene Inhaltsstoffe in Pflege- und Kosmetikprodukten verursacht. Diese sorgen dafür, dass die Poren verstopfen und die Haut zum Nährboden für Mitesser wird. Sobald das verursachende Produkt nicht mehr benutzt wird, gehen im Normalfall auch die Aknesymptome schnell wieder zurück.
Medikamentenakne (Acne medicamentosa)
Zwar wird diese Akne-Art oftmals als Anabolika-Akne betitelt, entstehen kann sie aber durch eine Vielzahl verschiedener Medikamente (z. B. bromhaltige Schlafmittel) und Ergänzungsmittel. Zu den häufigsten Verursachern gehört dennoch der Missbrauch von Anabolika oder Steroiden. Gleichzeitig kann Medikamentenakne auch durch die Einnahme von Kortison bei chronischen Erkrankungen ausgelöst werden.
Mallorca-Akne (Acne aestivalis)
Diese Akne-Art trägt den Spitznamen Mallorca-Akne, da sie in Zusammenhang mit einer Überempfindlichkeitsreaktion der Haut auf UV-Licht auftritt. Eigentlich müsste diese Form den Licht- anstatt den Hautkrankheiten zugeordnet werden. Zu den häufigsten Symptomen gehören stark juckende, rote Punkte, die ohne weitere Sonneneinwirkung nach wenigen Tagen von selbst abheilen.
Pilzakne (Fungal-Akne)
Pilzakne hat streng genommen gar nichts mit Akne zu tun. Auch die Hormone spielen hier keine Rolle. Die Verursacher sind hier keine Bakterien, sondern Pilze, weshalb auch ein gänzlich anderer Behandlungsansatz nötig ist. Fungal-Akne zeichnet sich auf der Haut durch kleine, helle Punkte aus, die eine Ähnlichkeit mit klassischen Pickeln haben, stark jucken und sich beispielsweise durch Schweiß, erhöhte Luftfeuchtigkeit und eine generell erhöhte Hauttemperatur verschlimmern. Statt einer antibakteriellen, entzündungshemmenden Behandlung hilft hier ein Antimykotikum („Anti-Pilz-Mittel“).